Beste Stimmung im Ortskern

Herbstmarkt mit Sommerwetter

Ein Hingucker: die nostalgische Karussell-Orgel von Rainer Gierke.

Br.-Vilsen - Von Heiner Büntemeyer. Beim Herbst- und Schafmarkt am Sonntag war vom Herbst noch nichts zu spüren. Bei herrlichem Sommerwetter schlenderten luftig gekleidete Besucher durch die Budengassen, standen Schlange am Eiscafé Da Angelo und belagerten die Wein- und Bierstände im Vilser Ortskern. Wer Glück hatte, fand ein schattiges Plätzchen, um dort in Ruhe zu speisen und zu klönen.

Wie im vergangenen Jahr waren die Besucher sehr dankbar, dass Chef-Organisator Friedrich „Ecki“ Meyer von der Fördergemeinschaft Bruchhausen-Vilsen auch für zahlreiche nicht-kommerzielle Angebote gesorgt hatte. So zeigten die Damen des Verschönerungs- und Heimatvereins Barenburg den Besuchern den Weg von der Wolle bis zur gewebten Textilie. Die gewaschene Wolle wurde vor Ort gekrasst, gesponnen und gewebt. Dabei handelte es sich jedoch nicht um die Wolle, die Schäfer Heinfried Stieck zur selben Zeit seinen Schafen abnahm.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite hatten die „Stricke-Schläger“ aus Barenburg ihre Reeperbahn aufgebaut. Dort durften die Gäste selbst Seile herstellen und im Schweiße ihres Angesichts an der Kurbel drehen, bis ihnen Albert Düvel schließlich das fertige Produkt überreichte.

Gunda und Hein-Dieter Föge waren zum Markt gekommen, um Kettensägenschnitzer Egon Dreyer bei der Arbeit zuzuschauen. Er wird auch am Sonntag, 2. Oktober, beim Asendorfer Kartoffelmarkt seinen Stand aufbauen.

Auch für die Kinder gab es beim Herbst- und Schafmarkt am Sonntag viel zu entdecken. - Fotos: Heiner Büntemeyer

Zum ersten („aber wenn wir wieder eingeladen werden, nicht zum letzten“) Mal beteiligten sich die „Fleisch- und Wurstspezialisten Lohmeier & Zabell“ aus Minden am Schafmarkt. Sie hatten „Eichsfelder Stracke“ und „Eichsfelder Feldkieker“ mitgebracht, schmackhafte Mettwürste und Schinken von Freilandschweinen. Nebenan stand das „Forellen-Solarium“ aus Weseloh, aus dem das Team knusprig gebräunte Forellen herauszog.

Der Bereich um den Engelbergplatz gehörte den Textilanbietern, die auch eine Modenschau organisiert hatten. Aber auch Blumen, Kürbisse, Kalebassen, Obst und Gemüse wurden rund um den Platz verkauft. Dazwischen standen viele Verkaufsstände mit Speis und Trank. Es duftete nach Knipp und Kartoffelpuffern, nach Bratwurst und Gewürzen. Am Stand von Karin und Harry Jüterbog schaute sich eine Touristengruppe aus Erfurt die Herbstgestecke und die große Auswahl an Marmeladen, Gelees und Likören an. Eigentlich waren sie wegen der Museumseisenbahn nach Bruchhausen-Vilsen gekommen, von der sie ebenfalls begeistert waren. Claus Müller trug ein T-Shirt mit der Aufschrift einer Kleinbahn auf Rügen: „Rasender Roland“. Er sammelt T-Shirts mit den Logos der von ihm besuchten Museumsbahnen und bedauerte, dass es so etwas in Bruchhausen-Vilsen noch nicht gibt.

Vor dem Geschäft „Bullenkamp“ hatte der Lions Club Grafschaft Hoya einen Getränkestand eingerichtet. Den Erlös aus dem Verkauf der Getränke spenden die Lions für soziale Jugendarbeit in der Region.

An dem Stand parkte auch ein Lkw, von dessen Ladefläche herab die Band „Für Lena“ die Besucher mit rockigen Klängen unterhielt. Als die Musiker ihre Instrumente einpackten, schaltete Rainer Gierke seine nostalgische Karussell-Orgel an, die herrliche alte Gassenhauer spielte. Das Repertoire dieser Orgel umfasst zurzeit 35 Lieder, die auf fünf Rollen gespeichert sind und wie eine Spieluhr abgespielt werden.

Die Kinder konnten zwischen den Ständen ihre Flohmarktartikel ausbreiten, Karussell fahren, auf Spielzeugpferdchen reiten oder sich auf dem Bungee-Trampolin austoben. Der Schulförderverein veranstaltete eine Tombola.

Herbst- und Schafmarkt in Bruchhausen-Vilsen - Teil 1

Diego Drescher aus Heemsen verkaufte Feueröfen aus alten Gasflaschen, denen er mit einem Plasmaschneider Figuren eingebrannt hatte – sicher eine romantische Sache für den herbstlichen Garten. Ebenfalls passend zur Jahreszeit, aber nicht zum aktuellen Wetter, informierte Gernot Reinhard über alternative Heizungsanlagen, und das Reformhaus bot schon mal wärmende „Schluffis“ gegen kalte Füße an.

Herbst- und Schafmarkt in Bruchhausen-Vilsen - Teil 2

In einem Anhänger präsentierte Restaurator Wilhelm Reinhardt einen wuchtigen Deutz-Diesel-Motor, den er zurzeit restauriert. Ständig war dieser Motor von technikinteressierten Besuchern umlagert, die das 88 Jahre alte Modell aus dem „Mittelalter der Verbrennungsmotoren“ mehr oder weniger fachkundig kommentierten.

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