Heinz-Dieter Freese setzt auf Gemeinschaft / Einführung in Martfeld am Sonntag

Neuer Pastor wünscht sich „viele Leute, die was wollen“

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„So eine alte Kirche hatte ich noch nicht“: Die 1811 gebaute Catharinen-Kirche gefällt Pastor Heinz-Dieter Freese sehr.

Martfeld - Von Mareike Hahn. Das Thema „Freiheit“ liegt ihm am Herzen. „Mein Konfirmationsspruch lautete ,Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit‘“, sagt Heinz-Dieter Freese und erklärt, was das heute für ihn bedeutet: „Ich kann die Leute so sein lassen, wie sie sind, ich muss sie nicht anders haben.“ Diesen Leitsatz wird er sicher ab Sonntag, 29. März, in der Catharinen-Kirchengemeinde Martfeld umsetzen. Der 57-Jährige tritt die Nachfolge von Pastor Horst Wortmann an, der im vergangenen Jahr in den Ruhestand ging.

Als „fremd und vertraut“ bezeichnet Freese Martfeld. Der gebürtige Verdener kennt den Ort aus seiner Kindheit, Verwandte wohnten damals in der Nähe. Nach dem Abitur am Domgymnasium in Verden verschlug es ihn indes für einige Jahre in andere Regionen: Dem Theologie-Studium in Tübingen und Göttingen folgten ein Vikariat im Osnabrücker Raum sowie Arbeitsstellen in Loccum, Garbsen, auf Juist, in Nienburg und Neudorf-Platendorf bei Gifhorn.

Jetzt sahen Heinz-Dieter Freese und seine Frau Gisela die Zeit für einen erneuten Tapetenwechsel gekommen: „Ich hatte Lust, mal wieder in die Heimat zu gehen“, sagt er. „Ich will Kontakte aufbauen, die nicht abbrechen.“ Betrachtet Freese Martfeld also als dauerhafte Station? „Ich möchte langfristig hier bleiben. Vielleicht nicht hier, aber in Verden“, antwortet er. In der nahen Reiterstadt lebe seine Schwiegermutter. Auch die beiden 1986 und 1989 geborenen Söhne wohnen nicht weit entfernt, nämlich in Bremen und in Hamburg. „Sie sind schon lange aus dem Haus, sehr betrüblich“, sagt der Pastor und lacht. „Für mich, nicht für sie.“

Ursprünglich wollte Freese schon am 1. Februar seine neue Stelle in Martfeld antreten, doch eine Viruserkrankung kam dazwischen. Mittlerweile sind er und seine Gattin aber angekommen und packen im Pfarrhaus fleißig Umzugskartons aus. Gisela Freese ist ebenfalls Pastorin, sie arbeitet als landeskirchliche Beauftragte für Altenseelsorge im Zentrum für Seelsorge in Hannover.

Die ersten Tage in Martfeld hat Heinz-Dieter Freese positiv erlebt. Er habe bereits den Kirchenvorstand kennengelernt, sagt er und lächelt. „Sehr nett, macht einen freundlichen Eindruck.“ Auch die 1811 gebaute Kirche entspreche vollkommen seinem Geschmack: „So eine alte Kirche hatte ich noch nicht.“

Für seine Arbeit als Pastor in Martfeld wünscht sich Freese „viele Leute, die was wollen“. Er befinde sich gerne in einer Gemeinschaft. „Wenn jemand etwas bewegen möchte, ist das ein Highlight. Man kann Tausend Sachen machen, man muss nur Leute finden, die mitmachen.“ Er lasse die Zeit auf sich zukommen und sei sehr gespannt.

Einen bestimmten Schwerpunkt hat der 57-Jährige nicht: „Für Gottesdienste, Verwaltung, Beerdigungen und Besuche an runden Geburtstagen geht schon viel Zeit drauf“, sagt er. Auf jeden Fall wolle er die Winterseminarreihe und die Flüchtlingsarbeit unterstützen. Und auch die Jugendarbeit ist Freese wichtig – auch wenn es schwierig sei, Jugendliche in die Kirche zu locken. „Handys sind unser Feind, nicht die Katholiken oder Baptisten, sondern die pausenlosen Verlockungen aller Art“, plaudert er. Dennoch solle man den Jugendlichen Angebote machen. „Man muss einen Hungrigen finden.“

Freese selbst kann sich nach eigenen Angaben über Kleinigkeiten freuen. „Wenn mein Hund mich freudig begrüßt oder wenn das Wetter gut ist“, nennt er Beispiele, und Rehpinscher Bob wedelt freundlich mit der Rute. Der Pastor verbringt seine Freizeit gerne draußen – beim Gassigehen mit dem Hund oder auf dem Fahrrad. Sein „Haupthobby“ aber ist ein anderes: „Ich bin zuständig für Luftbildarchäologie“, sagt er. „Ich fliege im Juni/Juli mit einem Piloten in einer Motormaschine los, wenn das Getreide von Grün auf Gelb geht.“ Im Winter werte er seine Fotos dann aus. Auch seinen neuen Heimatort hat der Theologe schon aus der Luft betrachtet: „Martfeld ist niedlich von oben. Eine richtige Ackerwüste mit Parzellen, ein richtig verträumtes Dörfchen.“

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