Zwei dringend Tatverdächtige nach Raubüberfall

Haustür gesprengt: SEK nimmt 19-Jährigen fest

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Ein Sondereinsatz-Kommando der Polizei hat gestern diese Haustür in Bruchhausen-Vilsen gesprengt und einen 19-Jährigen festgenommen. Er steht nach einem Raubüberfall auf eine Familie im Tatverdacht – ebenso wie ein zweiter Mann.

Br.-Vilsen - Von Anke Seidel. Nach dem Raubüberfall auf eine Familie in Bruchhausen-Vilsen hat die Polizei am Montag zwei dringend Tatverdächtige festgenommen. Ein Sondereinsatz-Kommando (SEK) sprengte die Tür eines Wohnhauses nahe dem Marktplatz in Bruchhausen-Vilsen und nahm einen 19-Jährigen fest. Den zweiten Tatverdächtigen stellten die speziell geschulten Beamten in einer anderen Wohnung – nachdem sie die Tür aufgerammt hatten.

Das bestätigte Polizei-Pressesprecherin Sandra Franke auf Anfrage dieser Zeitung – und genauso, dass die beiden vorläufigen Festnahmen im Zusammenhang mit dem Raubüberfall am 7. Januar in Bruchhausen-Vilsen stehen. Zwei maskierte Bewaffnete hatten die besagte Familie gegen 22 Uhr in ihrem Haus am Sollacker überfallen und mit einem Baseballschläger sowie einer Schusswaffe bedroht. Die Täter raubten Wertgegenstände und flüchteten. Die Bedrohten blieben körperlich unverletzt, aber geschockt zurück.

Geschockt sei auch seine Familie gewesen, berichtete gestern der Bruder des 19-jährigen Tatverdächtigen – und meinte damit den SEK-Einsatz in den frühen Morgenstunden, gegen 5.30 Uhr. Er habe volles Verständnis dafür, sagte der 25-Jährige, dass die Polizei bei Tatverdacht sofort handeln müsse. Aber die Sprengung der Tür sei unverhältnismäßig gewesen: „Das musste nicht sein. Das war ja wie im Fernsehen.“

SEK-Einsatz an der Marktplatzstraße in Bruchhausen-Vilsen

SEK-Einsatz an der Marktplatzstraße in Bruchhausen-Vilsen
SEK-Einsatz an der Marktplatzstraße in Bruchhausen-Vilsen © Mediengruppe Kreiszeitung/Oliver Siedenburg
SEK-Einsatz an der Marktplatzstraße in Bruchhausen-Vilsen
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SEK-Einsatz an der Marktplatzstraße in Bruchhausen-Vilsen
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SEK-Einsatz an der Marktplatzstraße in Bruchhausen-Vilsen
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SEK-Einsatz an der Marktplatzstraße in Bruchhausen-Vilsen
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SEK-Einsatz an der Marktplatzstraße in Bruchhausen-Vilsen
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SEK-Einsatz an der Marktplatzstraße in Bruchhausen-Vilsen
SEK-Einsatz an der Marktplatzstraße in Bruchhausen-Vilsen © Mediengruppe Kreiszeitung/Oliver Siedenburg

Er selbst war zu diesem Zeitpunkt nicht im Haus. Auf seiner Arbeitsstelle habe er einen Anruf von seiner Mutter erhalten, die ihm unter Tränen von der Sprengung berichtet habe – und von vermummten Beamten, die sie und seinen Vater sowie seine drei Brüder – vier, 19 und 23 Jahre alt – sowie seine 14-jährige Schwester sofort fixiert hätten. Im Schlaf seien sie von dem Einsatz überrascht worden.

Als Hauseigentümer sei er sofort nach Hause gefahren, so der 25-Jährige weiter. „Die Haustür lag am Boden, überall im Haus waren Kunststoff-Splitter“, schildert er die Situation. Und fragt sich, wer jetzt für den Schaden aufkommt. 

Das SEK habe nicht ohne Grund so gehandelt, betont Polizei-Pressesprecherin Sandra Franke. „Das war geboten in der Situation.“ Grundsätzlich müsse der Schutz der Polizisten bei einer solchen vorläufigen Festnahme gegeben sein, erklärte die Pressesprecherin. Außerdem müsse mögliches Beweismaterial sichergestellt werden.

Aus ermittlungstaktischen Gründen könne sie keine weiteren Informationen zu dem Einsatz geben, sagte Sandra Franke. Nur so viel ist klar: Die Tatverdächtigen wurden Montag vernommen.

Polizei übernimmt Kosten vorläufig

Der Hauseigentümer beauftragte derweil einen Tischler mit der vorläufigen, notdürftigen Reparatur der Haustür. Die Rechnung werde er bei der Polizei abgeben, so der 25-Jährige. Das ist in diesem Fall korrekt: „Wir übernehmen die Kosten“, bestätigte Sandra Franke. 

Die Rechnung sei Teil der Verfahrenskosten. Will heißen: Sollte sich der Tatverdacht gegen den 19-Jährigen erhärten und er am Ende verurteilt werden, müsste er für den Schaden aufkommen. Sollte er nicht verurteilt werden, übernähme das Land Niedersachsen die Kosten.

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