Antrag auf „sofortigen Vollzug“ gestellt

Hardenbostelerin will mit Stallbau beginnen

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Einige Mitglieder der Bürgerinitiative, die gegen den geplanten Stallbau kämpft. 

Hardenbostel - Von Mareike Hahn. Landwirtin Iris Flentje will nicht mehr warten: Sie hat beim Landkreis Diepholz sofortigen Vollzug der Baugenehmigung beantragt, um trotz des laufenden Widerspruchsverfahrens mit dem von ihr geplanten Stallbau in Hardenbostel (Gemeinde Asendorf) beginnen zu können. Das bestätigt auf Nachfrage Kreisrat Jens-Hermann Kleine. Flentje selbst gibt keine Stellungnahme zu dem Thema ab.

Wie berichtet, möchte die in Hardenbostel lebende Antragstellerin einen Stall mit Abluftreinigung, zwei Futtersilos und Dungplatte für bis zu 39 .900 Hähnchen errichten. Ihre Schweinehaltung an derselben Adresse, nämlich Hardenbostel 20, will die Landwirtin im Gegenzug aufgeben. Der Kreis hat ihren Bauantrag Ende März genehmigt, Nachbarn haben jedoch Einspruch dagegen eingelegt und zusätzlich bereits rechtliche Schritte angedroht. Der Landkreis überprüft ihre Widerspruchsargumente aktuell.

Jetzt also ein neuer Vorstoß von Flentje. „Der Landkreis prüft zurzeit ihren Antrag auf sofortigen Vollzug“, erklärt Kreisrat Kleine. Bis Anfang August nehme der Kreis Stellungnahmen dazu entgegen. „Wir haben auch die Nachbarn deshalb angeschrieben“, sagt Kleine. Der Landkreis werde sämtliche Stellungnahmen durchgehen, bevor er eine Entscheidung treffe.

„Jeder hat das Recht, eine Anordnung auf sofortigen Bauvollzug zu beantragen“, erläutert Kleine. Sollte der Antrag genehmigt, die im März erteilte Baugenehmigung jedoch später zurückgenommen werden, müsste Flentje das Gebaute wieder abreißen.

Bürgerinitiative reagiert mit Unverständnis

Die Initiative „Gesunde Luft – für uns und unsere Kinder“, die gegen die Baupläne kämpft, reagiert mit Unverständnis auf den neuesten Antrag: „Nun sollen also Fakten geschaffen werden, bevor über die zahlreichen Widersprüche entschieden wurde“, sagt Christine Rohlfs im Namen der Stallgegnergruppe.

Die Bürgerinitiative kämpft weiter gegen das Vorhaben. Sie befürchtet starke Beeinträchtigungen für die Anwohner durch den Hähnchenmast-Stall und weist darauf hin, dass der Abstand der Abluftfilteranlage zu den nächsten beiden Häusern nur 200 beziehungsweise 220 Meter betrage. 

„Ein gravierender Aspekt sind die Emissionen von Bioaerosolen, Endotoxinen und Keimen sowie Geruch“, erklärt Rohlfs. „Studien aus den Niederlanden bekräftigen, dass die vorhandenen Filteranlagen nur zu einem geringen Teil in der Lage sind, die Emissionen dauerhaft wirksam zu beseitigen.“ Außerdem verweist die Initiative auf die Gefahr durch antibiotikaresistente Keime, die in der Tierhaltung entstehen können.

Bürgerinitiative sammelt Unterschriften

Am Dienstag, 31. Juli, fahren die Stallgegner nach Diepholz, um Landrat Cord Bockhop eine Liste mit Unterschriften gegen das Bauvorhaben zu überreichen.

Des Weiteren plant die Bürgerinitiative für Donnerstag, 30. August, eine Veranstaltung zum Thema „Multiresistente Keime und Landwirtschaft“. Ein ausführlicher Vorbericht dazu folgt.

Zuletzt hatte die Gruppe Anfang Juni ein MRSA-Screening veranlasst. Dabei ließen rund 50 Bürger testen, ob sie durch „Methicillin-resistente Staphylococcus aureus“, also antibiotikaresistente Keime, belastet sind. „Wir wollten unseren jetzigen Gesundheitszustand in Bezug auf MRSA-Keime feststellen lassen, um im Falle des Stallbaus für die Zukunft Referenzdaten zu haben“, sagt Rohlfs. „Die Ergebnisse wurden jedem persönlich zugesandt.“

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