Wählen will gelernt

Gymnasium Bruchhausen-Vilsen beteiligt sich an bundesweiter Juniorwahl

Jugendliche wählen im Klassenraum
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Wie im Wahllokal: Erst wird die Identität der Wahlberechtigten festgestellt, dann der Stimmzettel für die Juniorwahl ausgehändigt.

Br.-Vilsen – „Ich brauche noch Deinen Personalausweis.“ Lina Kehlbeck spielt das Spiel nach allen Regeln der Kunst. Natürlich weiß sie, welcher Mitschüler gerade vor ihr steht, aber zur Wahlbenachrichtigungskarte gehört nun einmal ein Lichtbildnachweis. Bei der Bundestagswahl am Sonntag ebenso wie bei der Juniorwahl in dieser Woche am Gymnasium Bruchhausen-Vilsen.

Etwa 450 Schüler der Jahrgänge acht bis 13 sind aufgefordert, ihre Kreuze zu machen. Der lange Stimmzettel unterscheidet sich nur in einem Detail von denen, die die Wahlberechtigten am Sonntag ausfüllen können: im aufgedruckten Wörtchen Juniorwahl. Sie ist ein Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung, das das Gymnasium nicht zum ersten Mal annimmt.

„Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, als aufgeklärter Bürger wählen zu gehen“, sagt Schulleiterin Lisa Peitzmeier-Stoffregen. Den organisatorischen wie zeitlichen Aufwand, den die Juniorwahl erfordert, widmet sie der „wichtigen Sache“ daher gern.

Wie in echt gibt es im Wahllokal, einem Klassenzimmer, Kabinen, in denen die Wahlberechtigten ihre Stimmen abgeben können, ohne dass jemand sie beobachten könnte. Den Stimmzettel erhalten sie, nachdem ihre Wahlbenachrichtigungskarte mit dem Wählerverzeichnis abgeglichen wurde. Sogar die Urne trägt ein amtliches Siegel. Das Material stellt die Bundeszentrale zur Verfügung, für den Ablauf zeichnet Politiklehrer Sebastian Sander mit seiner Klasse 11g3 verantwortlich.

„Es war viel Arbeit“, beschreibt Schülerin Anna-Catharina von Kuczkowski die Vorbereitungen. Doch es habe Spaß gemacht, sich mit den vielen Details zu befassen. Sie und ihre Mitschüler durften bereits einmal „richtig wählen“, vor kapp zwei Wochen bei der Kommunalwahl. „Da war der Ablauf genau wie hier“, bestätigt sie.

Ab 16 Jahren dürfen Jugendliche bereits die Kommunalparlamente mitwählen. In der achten Klasse, etwa mit 13 Jahren, beginnt für sie in der Schule die politische Bildung. Mit unterschiedlichen Schwerpunkten befassen sie sich bis zum Abitur im Fach Politik/Wirtschaft mit dem deutschen, aber auch anderen politischen Systemen.

„Für die jüngeren Schüler geht es zunächst um das Prozedere der Wahl“, erklärt Fachlehrer Sander. Und tatsächlich haben die unteren Jahrgänge viele Fragen zum Ablauf. Muss man die Wahlbenachrichtigung aufbewahren? Wie kommt der große Zettel in die kleine Kiste? Die 11g3 hilft, wo es nur geht. „Du solltest den Zettel so falten, dass man Deine Kreuze nicht sehen kann“, erinnern sie den einen oder anderen an das Stichwort Wahlgeheimnis.

„Wir haben den Wahl-O-Mat gemacht“, sagt die 14-Jährige Lilli aus dem neunten Jahrgang über ihre Vorbereitung. Die höheren Jahrgänge beschäftigten sich bereits intensiver mit den Programmen der Parteien, die zur Wahl antreten.

Wie die Wahlbeteiligung am Gymnasium ausgefallen ist, stand bis gestern noch nicht fest. Auch diese Ergebnisse werden erst Sonntag nach 18 Uhr veröffentlicht, Stichwort Wahlbeeinflussung. Sebastian Sander beobachtete an den beiden Wahltagen eine rege Beteiligung, betont jedoch: Die Teilnahme ist genauso freiwillig wie bei jeder richtigen Wahl. Dass die Klassen jeweils geschlossen zum Wahllokal marschiert sind, sei allein den Corona-Vorgaben geschuldet: Die Klassen bewegen sich in Kohorten auf dem Schulgelände, Kontakte außerhalb dieser Gruppen werden vermieden.

Wie sich die Schüler des Gymnasiums die Mehrheiten im neuen Bundestag vorstellen, ist Sonntag ab 18 Uhr unter www.juniorwahl.de einzusehen und wird auch auf der Homepage www.gymnasium-bruvi.de veröffentlicht.

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