Antrag: Örtliche Bauvorschrift

Grüne wollen keine Schottergärten in Bruchhausen-Vilsen

Schottergarten
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Für Gärten mit Pflanzen und Tiere und nicht für Schottergärten soll eine Vorschrift sorgen.

Br.-Vilsen – Eigentlich müsste darüber kein Wort mehr verloren werden: Die Niedersächsische Bauordnung lässt keine Schottergärten zu. So die Theorie. In der Praxis aber haben viele Grundstücksbesitzer das Bedürfnis, ihre Flächen pflegeleicht zu gestalten. Steine werden dabei zur ersten Wahl. Die Fraktion der Grünen im Rat des Fleckens möchte dieser Entwicklung beizeiten einen Riegel vorschieben und stellt den Antrag, in künftigen Bebauungsplänen ausdrücklich festzulegen, dass Freiflächen als Grünflächen gestaltet werden müssen.

Als Punkt 13 einer 23 Punkte umfassenden Tagesordnung berät der Rat am 2. Juni über dieses Ansinnen – während seiner ersten öffentlichen Sitzung in diesem Jahr. Für gewöhnlich würde ein solches Thema vorab im Bauausschuss ausführlich diskutiert. Aber auch dieses Gremium hat coronabedingt in diesem Jahr noch nicht getagt. In einer Pressemitteilung führen die Grünen vor der Beschlussfassung aus, warum sie Nachbesserungsbedarf sehen.

„Wer offenen Auges durch Wohn- und Gewerbegebiete geht, kann bei einzelnen Gärten, und besonders Vorgärten, zunehmend beobachten, dass Pflanzen dort teilweise oder ganz fehlen. Der Boden ist durch Stein-, Kies- und Schotter oder mit Platten belegt“, schildert Bernd Schneider im Namen der Fraktion. „Ausgedehnte Schottergärten sind damit eigentlich Schwarzbauten“, meint seine Kollegin Nicole Reuter.

Sie hoffe, nicht zuletzt durch diesen Antrag, auf einen Wandel im Bewusstsein für den ökologischen Wert von naturbelassenen Flächen. „Wir müssen wieder lernen, dass nicht alles gemäht und gestutzt werden muss. Vermeintliche Unordnung im Garten zulassen fällt schwer, weil wir es jahrzehntelang anders gelernt haben“, sagt sie. „Unverzichtbar als Vorbild für alle ist deshalb die Gestaltung der Gemeindeflächen“, ergänzt sie und möchte ausdrücklich auch die Kommune in die Pflicht nehmen.

In Schottergärten sei die Vegetation spärlich, einseitig oder gar nicht vorhanden. Der Boden könne seine Funktion als Lebensraum sowie seine Bedeutung für den Wasserhaushalt und das Kleinklima nicht mehr erfüllen. „Eine kühlende Wirkung an heißen Tagen ist bei fehlender Vegetation nicht gegeben, stattdessen heizen sich die Flächen auf“, heißt es in der Pressemitteilung. Im Hinblick auf den Umgang mit den Folgen des Klimawandel sei das für die Grünen ein falscher Weg.

Sie gehen davon aus, „dass durch die öffentliche Befassung mit dem Thema das Bewusstsein für eine umwelt- und klimagerechte Gestaltung von Freiflächen gestärkt wird“.

„Freiflächen können mit Rasen oder Gras, Gehölzen, anderen Zier- oder Nutzpflanzen bedeckt sein. Plattenbelege, Pflasterungen und dergleichen sind allenfalls zu den Grünflächen zu zählen, wenn sie eine verhältnismäßig schmale Einfassung von Beeten und so weiter darstellen“, zitiert Bernd Schneider aus einer Antwort des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz aus dem Jahr 2019 auf eine Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion. Auf diesen Flächen müsse Vegetation überwiegen, sodass Steinflächen aus Gründen der Gestaltung oder der leichteren Pflege nur in geringerem Maße zulässig wären. „Großflächige Steinflächen… entsprechen dieser Forderung nicht“, heißt es laut Schneider vom Ministerium weiter.

Der Antrag im Wortlaut:

Nicht überbaute Flächen (Freiflächen) der Baugrundstücke müssen Grünflächen sein. Die Freiflächen können mit Gräsern, Kräutern, Gehölzen und anderen Zier- oder Nutzpflanzen bedeckt sein. Plattenbelege, Pflasterungen und dergleichen sind allenfalls zu den Grünflächen zu zählen, wenn sie eine verhältnismäßig schmale Einfassung von Beeten und so weiter darstellen oder der Erschließung von Grundstücksteilen dienen. Auf Freiflächen muss Vegetation überwiegen, sodass Steinflächen aus Gründen der Gestaltung oder der leichteren Pflege nur in geringerem Maße zulässig sind. Großflächige Stein-, Kies und Schotterflächen entsprechen dieser Forderung nicht.

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