Vom Gotteshaus in die Welt hinaus

„medlz“ verbreiten weihnachtliche Stimmung in Asendorf

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Sie erfüllten die Kirche rund zwei Stunden mit ihren Stimmen (von links): Nelly Palmowske, Joyce-Lynn Lella, Sabine Kaufmann und Silvana Mehnert.

Asendorf - Von Vivian Krause. Die vier Sängerinnen legen ihre mit roten Strasssteinen besetzten Mikrofone beiseite, stellen sich nebeneinander auf und stimmen „Stille Nacht, heilige Nacht“ an. Während ihre engelsgleichen Stimmen die St.-Marcellus-Kirche in Asendorf erfüllen, schreiten die „medlz“ den Mittelgang entlang – vom Altarbereich Richtung Ausgang. Es ist leider das letzte Lied des Abends.

Gänsehaut, einen Kloß im Hals und eine Menge Stoff zum Nachdenken – all das hinterlässt die A-cappella-Band bereits, als sie sich am Mittwoch mit dem Lied „Sind wir noch dankbar“ in die Pause verabschiedet. Auch der zweite Teil des Konzerts berührt.

Zuvor haben die Frauen ihre Zuhörer mit ihrem Programm „Wenn es Winter wird – Weihnachtsleuchten“ mit auf eine musikalische Reise durch die Welt genommen. Dabei sind die „medlz“ mehrsprachig unterwegs, sie singen unter anderem auf Französisch, Spanisch, Latein und Finnisch und schaffen es, trotz Plusgraden, weihnachtliche Stimmung in die Kirche zu bringen. 

Gruppe traut sich an neue Lieder

Dabei hilft ihnen nicht nur die Lichttechnik, die zu „I’m Dreaming Of A White Christmas“ einen Sternenhimmel ins Gebäude zaubert, sondern auch ihre Kleidung. Die Vier präsentieren sich in Rot-schwarz – die Röcke in unterschiedlichen Längen geschnitten, so verschieden, wie auch ihre Stimmen sind.

Ihr neues Bandmitglied, Joyce-Lynn Lella, singt seit etwa einem Jahr als Nachfolgerin von Maria Juch bei den „medlz“ und ist der Grund, warum sich die Vier jetzt auch an neue Lieder trauen. „Dafür haben wir drei anderen einfach einen zu weißen Arsch“, sagt Sabine Kaufmann, die den Abend moderiert, lachend und überlässt der „Neuen“ die Bühne.

Gottesdienste in New York anders als in Deutschland

Die Farbige Joyce-Lynn Lella berichtet von einem Besuch bei ihrer Familie in New York: Dort sehen die klassischen Gottesdienste ein wenig anders aus als in Deutschland. Der Pfarrer steht nicht vor der Gemeinde und spricht, vielmehr wirken alle aktiv am Geschehen mit. So soll es auch in Asendorf sein. Wie passend, dass das Konzert in der Kirche stattfindet. So steigt die Sängerin auf die Kanzel und animiert die Gäste in Manier eines Pfarrers zu einem „Halleluja“, bevor sie den Song „Go Tell It On The Mountain“ singt.

Die Leadstimme wechselt je nach Song zwischen den vier Frauen. Die anderen Drei übernehmen dann jeweils den Chor und den Rhythmus. Als Hilfe nehmen die „medlz“ neben einer Cajón und Rasseln auch ein Basseffektgerät, das mit dem Mikrofon von Joyce-Lynn Lella verbunden ist. Dadurch wird ihre Stimme, die ohnehin die tiefste der Band ist, noch tiefer.

Weihnachtsklassiker und Gebäck im Gepäck

Im Laufe des Abends präsentiert die Dresdner Gruppe, die seit rund 18 Jahren auf der Bühne steht, echte Weihnachtsklassiker wie „Jingle Bells“, „Alle Jahre wieder“ und „Es ist ein Ros entsprungen“. Lassen sie bei ruhigeren Liedern ihre Stimmen für sich sprechen, so zeigen die Sängerinnen bei Songs wie „Oh Tannenbaum“ eine Choreografie oder entführen die Zuhörer bei „Tochter Zion, freue dich“ nach Jerusalem, bei „Christmas In Killarney“ in eine irische Kneipe und bei der Titelmelodie zu „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ in die weiße Winterwelt des Märchens.

„medlz“-Konzert in Asendorf

Zwischendurch gibt es für die Gäste sogar ein Geschenk – wie passend, ist doch Nikolaustag. Die „medlz“ haben Gebäck aus ihrer Heimat dabei. Ob durch diese süße Bestechung oder die tolle Leistung – letztlich gibt es für sie Standing Ovations.

Die „medlz“ traten auf Einladung von Vilsa-Brunnen (Bruchhausen-Vilsen), vom Rotary Club Bruchhausen-Vilsen und von der Asendorfer Kirchengemeinde auf. Der Reinerlös des Konzerts geht an den Bruchhausen-Vilser Verein „Lebenswege begleiten“, den Rotary Club sowie die Kirchengemeinde.

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