Neuauflage denkbar

„Regionale Jobmesse ,Handwerk und Gastronomie‘“ ein Erfolg

Larissa Becker, Leiterin der Bruchhausen-Vilser Filiale von Hörakustik Schmitz, wirbt für den Beruf Hörakustiker – unter anderem mit einem Schnell-Hörtester, mit dem sie auch das Hörvermögen des stellvertretenden Samtgemeindebürgermeisters Ulf Schmidt testet.

Br.-Vilsen - Von Vivian Krause. „Wobei möchtest du uns helfen? Bei den Vorbereitungen in der Küche, beim Getränkeservice, bei der Reinigung von Geschirr oder dem Verkauf im Grillwagen. Komm gerne an unseren Stand und sprich uns an.“

Mit diesen Worten wirbt Ralf Borcherding bei der ersten „Regionalen Jobmesse ,Handwerk und Gastronomie‘“ im Forum des Schulzentrums Bruchhausen-Vilsen für seinen Catering- und Eventservice. Er ist Vertreter von einem von zehn heimischen Betrieben, die mit potenziellen Arbeitskräften ins Gespräch kommen wollen.

Eine Win-win-Situation hat sich die Wirtschaftsförderin der Samtgemeinde, Uta Seim-Schwartz, von der Infoveranstaltung erhofft. Sie hat die Messe gemeinsam mit Judit Hirscher vom Flüchtlingshilfeverein „Lebenswege begleiten“ ins Leben gerufen. Die Idee dahinter: Die Unternehmen aus den Bereichen Handwerk und Gastronomie sowohl mit geflüchteten als auch mit deutschen Jugendlichen, aber auch mit möglichen Quereinsteigern zusammenbringen.

Das Konzept geht auf. Die Unternehmen präsentieren sich an Messeständen, die Firmen Borcherding (Bruchhausen-Vilsen), Schlesselmann (Graue) und Vilsa-Brunnen (Bruchhausen-Vilsen) stellen sich zudem in Form von Filmen und Präsentationen vor. Vor allem Flüchtlinge nutzen die Chance auf ein Gespräch.

Bei Haustechnik Wortmann aus Schwarme gibt es Informationen zur Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Heizung-, Sanitär- und Klimatechnik. - Fotos: Vivian Krause

„So eine Jobmesse kann nur funktionieren, wenn es Betriebe gibt, die sich engagieren“, sagt der stellvertretende Samtgemeindebürgermeister Ulf Schmidt. Dieser Meinung ist auch Andreas Meyer vom Zimmereibetrieb Karlheinz Meyer aus Engeln. „Alle schreien nach Fachkräften“, sagt er. Viele würden aber nichts dafür tun. Er schon. In den rund zwei Stunden der Jobmesse haben sich laut ihm viele Gespräche entwickelt. „Es ist schön gelaufen“, sagt Meyer, in dessen Betrieb derzeit ein Flüchtling eine Ausbildung absolviert. Fehlende Sprachkenntnisse machen es oft schwierig, Geflüchtete anzustellen. Meyer hat dennoch gute Erfahrungen gemacht.

Zwar ist an diesem Abend im Schulforum ein Dolmetscher an der Seite der Geflüchteten, in einem Unternehmen müssen sie sich dagegen alleine verständigen können, sagt Hans Bockhop, verantwortlich für Marketing und Vertrieb bei der Firma Schlesselmann, die unter anderem Holzpaletten herstellt. „Wenn ein Mensch zu uns passt, tun wir alles dafür, dass es mit der Anstellung klappt.“ Diese Meinung vertritt auch das Restaurant Dillertal (Bruchhausen-Vilsen), das unter anderem für Ausbildungen zum Koch und zu Restaurantfachfrau/-mann wirbt.

Juliane Brüning und Cedric Lüdeke vom Forsthaus Heiligenberg empfangen die Gäste mit einem Snack.

Die Sprache ist auch in technischen Berufen, wie beispielsweise Elektriker bei Krabbes Elektrotechnik (Bruchhausen-Vilsen) oder Schlosser bei Eckebrecht Agrarhandel (Asendorf), wichtig. Auch in einem Betrieb wie Hörakustik Schmitz (Bruchhausen-Vilsen) spielt sie eine Rolle. „Das ist nicht unbedingt learning by doing“, sagt Filialleiterin Larissa Becker. Der Azubi muss viele Fachbegriffe lernen.

Juliane Brüning vom Forsthaus Heiligenberg empfängt die Gäste mit kleinen Köstlichkeiten, die Koch Cedric Lüdeke zubereitet hat. Sie hat soeben ein Gespräch mit einem Vater-Sohn-Gespann geführt. „Das läuft vielleicht auf ein Praktikum hinaus“, sagt sie freudig.

Nicht nur die Firmen und die potenziellen Arbeitnehmer sind zufrieden, sondern auch die Initiatorinnen, die eine weitere Auflage nicht ausschließen. Die Nachfrage an diesem Abend ist zumindest groß, die Hoffnung, dass durch die Messe neue Arbeitsverhältnisse entstehen, ebenso. Und angesichts der Reaktionen der Betriebe, die von „schöne Sache“ über „tolle Gespräche“ bis „großes Interesse“ reichen, stehen die Chancen offenbar gut. Die ein oder andere Nummer und Visitenkarte jedenfalls hat den Besitzer gewechselt.

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