Asendorfer hat Drogen auf Balkon angebaut

Gericht verwarnt Cannabis-Züchter

Asendorf - Von Dieter Niederheide. In drei großen Kübeln hat ein Rentner in Asendorf „Schneewittchen“ angepflanzt. Die Polizei kam dahinter und entdeckte die bis zu 80 Zentimeter hohen Cannabis-Pflanzen auf seinem Balkon. Die Folge: Der Mann hatte sich jetzt wegen des unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln vor dem Schöffengericht in Syke zu verantworten.

Am Ende sprach der Strafrichter eine Verwarnung aus und folgte dem Antrag der Staatsanwältin, die eine Geldstrafe in Höhe von 1 200 Euro (120 Tagessätze zu je zehn Euro) unter Vorbehalt, ausgesetzt für zwei Jahre zur Bewährung, für angemessen hielt.

„Schneewittchen“ ist eine Cannabis-Pflanze aus den Niederlanden. Vor Gericht gab der Asendorfer an, dass er den Samen der Cannabis-Sorte in drei Kübeln auf dem Balkon seiner Wohnung angesetzt habe. Die Polizei schlug im Oktober vorigen Jahres zu, und „Schneewittchen“ dürfte inzwischen „verduftet“ sein, also legal eliminiert.

„Schneewitchen“ aus der Kälte geholt

Der Angeklagte erklärte, dass er das Marihuana für den Eigenkonsum benötigt habe, und zwar aus Gesundheitsgründen. Die Anklage ging davon aus, dass der Rentner etwa 300 Gramm Marihuana aus seinen Pflanzen hätte ernten können. Das Landeskriminalamt hatte die sichergestellten Pflanzen auf ihren Wirkstoffgehalt untersucht. Der Angeklagte: „Das ist zu hoch bemessen, es könnten höchstens 150 Gramm sein.“

Zum Tatvorwurf sagte der Asendorfer: „Dass das illegal ist, das weiß ich.“ Er konnte indes beweisen, dass er aus Krankheitsgründen die Droge zur Eigenbehandlung einsetzt und sie ihm eher hilft als legale Medikamente mit ihren enormen Nebenwirkungen. Damit „Schneewittchen“ in den kühlen Asendorfer Nächten nicht eingegangen sei, habe er sie abends vom Balkon geholt und in die Stube gestellt.

„Was tun mit ihm?“, war die Frage, die Gericht, Staatsanwältin und Verteidiger diskutierten. Immerhin war der Mann bis dato straffrei durchs Leben gegangen.

Der Verteidiger signalisierte, dass sein Mandant mit dem Antrag der Staatsanwältin leben könne. Der Vorsitzende Richter sagte zu dem Verurteilten: „Das ist kein Geschenk, sondern tat- und schuldangemessen.“

Rubriklistenbild: © Symbolbild: picture alliance / dpa

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