Gericht verhängt Aufenthaltsverbot / Angeklagter hat seine Ex-Freundin bedrängt

35-Jähriger muss der Samtgemeinde fernbleiben

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Mediengruppe Kreiszeitung

Br.-Vilsen - Von Dieter Niederheide. Ein Obdachloser (35) darf sich nicht mehr in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen aufhalten. Das hat das Schöffengericht des Amtsgerichts Syke kürzlich entschieden. Die Anordnung gilt für drei Jahre. Damit will das Gericht eine 48-Jährige aus Bruchhausen-Vilsen vor erneuten Übergriffen durch den Mann schützen.

Der Obdachlose bekam zudem ein Kontaktverbot: Er darf sich der 48-Jährigen weder nähern noch anderweitig Kontakt zu ihr aufnehmen. Verurteilt wurde er wegen Raubs, Freiheitsberaubung, gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Sachbeschädigung. Die Strafe beträgt ein Jahr und sechs Monate Gefängnis, wurde aber mit den genannten Auflagen zur Bewährung für die Dauer von drei Jahren ausgesetzt. Der Verurteilte, der dem Gericht aus der Untersuchungshaft vorgeführt wurde, verließ also als freier Mann den Saal. Der Haftbefehl gegen ihn wurde aufgehoben.

Am 2. Dezember soll er in Hannover aufgrund des Haftbefehls des Amtsgerichts festgenommen worden sein. Von da an saß er in Untersuchungshaft.

Der Angeklagte hatte die Bruchhausen-Vilserin im Jahr 2013 kennengelernt, die zwei wurden ein Paar. Doch der Mann entpuppte sich als höchst aggressiv. Obwohl die Frau ihn daraufhin aus ihrer Wohnung schmiss und mehrfach deutlich zu verstehen gab, dass er gehen soll, lauerte er ihr immer wieder auf, schlug, bespuckte und beleidigte sie. Dass er sich ihr nach dem Gewaltschutzgesetz nicht nähern durfte, interessierte ihn nicht.

Den Tatbestand des Raubs erfüllte er nach Überzeugung des Syker Gerichts, als er der Frau in Bruchhausen-Vilsen ihren Rucksack gewaltsam vom Körper riss und damit verschwand. In dem Rucksack befand sich die Geldbörse mit etwas Geld und Papieren.

Auch der Freiheitsberaubung machte sich der Angeklagte schuldig: Er nagelte die Wohnungstür der Frau zu, sodass sie ihre Wohnung nicht mehr verlassen konnte.

Mit Springerstiefeln

nach der Frau getreten

Außerdem schlug der Mann der 48-Jährigen in der Öffentlichkeit mit seinen Fäusten ins Gesicht und trat mit seinen Springerstiefeln nach ihr, als sie am Boden lag. Als Zeugen einschritten, verschwand der 35-Jährige. Ein Ehepaar und eine junge Frau waren auf das frühere Paar aufmerksam geworden. Im Autorückspiegel beobachtete ein Zeuge die beiden und sagte zu seiner Frau: „Ich fasse es nicht, der schlägt sie zusammen.“ Das Paar stieg aus und stand der Bruchhausen-Vilserin bei. Im Krankenhaus Bassum wurden ihr erhebliche Verletzungen attestiert.

Außerdem zertrümmerte der Mann eine Scheibe des Autos der Frau und zerstörte das Ventil eines Reifens.

Vor dem Schöffengericht machte der Angeklagte von seinem Recht Gebrauch, nicht zu den Vorwürfen aussagen zu müssen. Er war 2009 aus seiner Heimat Mazedonien nach Deutschland gekommen. Zu seinem bisherigen Leben hier erklärte er, dass er jede Menge Alkohol getrunken und Drogen genommen habe.

Der Staatsanwalt forderte ein Jahr und drei Monate Gefängnis mit Bewährung. Der Verteidiger des Manns hob heraus, dass sein Mandant während der Untersuchungshaft Zeit hatte, Abstand zu den „dramatischen Ereignissen“ zu gewinnen.

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