Jetzt ist das Gericht gefragt

Geplanter Stallbau in Hardenbostel: Gegner stellen Eilantrag

Hardenbostel/Hannover - Von Mareike Hahn. Das Verwaltungsgericht in Hannover befasst sich nun mit den Stallbauplänen von Landwirtin Iris Flentje aus Asendorf-Hardenbostel. Dort ist ein Eilantrag des Anwalts der Stallgegner eingegangen, erklärt auf Nachfrage der Kreiszeitung Burkhard Lange, stellvertretender Pressesprecher. Eine Begründung für den Antrag stehe allerdings noch aus, bis zur Entscheidung des Gerichts werde es noch eine Weile dauern.

Wie berichtet, will Flentje eine Anlage für bis zu 39 .900 Hähnchen in ihrem Wohnort Hardenbostel (Hausnummer 20) errichten und im Gegenzug ihre Schweinehaltung aufgeben. Der Kreis Diepholz hat ihren Bauantrag nach eigenen Angaben Ende März bewilligt, woraufhin die Bruchhausen-Vilser Initiative „Gesunde Luft – für uns und unsere Kinder“, die gegen Flentjes Vorhaben kämpft, Widerspruch einlegte. Diesen Widerspruch prüft der Landkreis derzeit.

Parallel beantragte Flentje sofortigen Vollzug der Baugenehmigung, um bereits vor dem Ende des Widerspruchverfahrens mit den Bauarbeiten beginnen zu dürfen. Diesen Antrag bewilligte der Kreis im August, woraufhin wiederum die Bürgerinitiative aktiv wurde und sich ans zuständige Verwaltungsgericht wandte, um Flentje am Bauen zu hindern.

Über den „Antrag auf die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung“ muss nun das Gericht befinden. Vorher steht aber noch viel Schriftverkehr an, erklärt Lange. „Die Initiative tritt hier unter dem Dach eines anerkannten Naturschutzverbands auf, der das entsprechende Antragsrecht hat“, sagt der stellvertretende Pressesprecher. „Der Anwalt möchte nun erst einmal Akteneinsicht erhalten.“ Das Gericht habe die Akten beim Kreis angefordert und werde sie dem Antragsteller zur Verfügung stellen. Anschließend werde dieser seinen Eilantrag begründen.

Bauarbeiten haben begonnen

Das anschließende Prozedere dürfte laut lange Wochen dauern. Landkreis und Landwirtin ihrerseits könnten auf die Begründung des Stallgegner-Anwalts reagieren. „Bis zur Erwiderung können noch mal vier bis sechs Wochen ins Land gehen“, schätzt der Gerichtsmitarbeiter. Möglicherweise könnten sich weitere Stellungnahmen der Beteiligten anschließen. „Das kann zwei, drei Mal hin und hergehen, immer mit bestimmten Fristen“, sagt Lange.

Anschließend müsse das Verwaltungsgericht eine Entscheidung über den „Antrag auf die Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung“ treffen. Lange: „Das kann sich bis November oder Dezember ziehen.“

Die Initiative befürchtet, dass der Stallbau bis dahin schon weit fortgeschritten sein könnte. „Gerade wird die Bodenplatte geschoben, ein Erdwall ist schon erkennbar und macht die Dimensionen des Stalls deutlich“, sagt Sprecherin Christine Rohlfs. Nach ihrer Aussage hat sich die Bruchhausen-Vilser Bürgerinitiative mit dem „Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen“ zusammengetan, der sie bei dem Eilantrag unterstütze.

Landwirtin Flentje möchte sich nicht in der Zeitung äußern.

Rubriklistenbild: © dpa

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