„Gemeinsam stark im Wettbewerb“ 

Volksbank Aller-Weser und Volksbank Sulingen streben eine Fusion an

Demnächst ein Team – die Vorstände der Volksbanken Sulingen und Aller-Weser kündigen an, zur Volksbank Niedersachsen-Mitte fusionieren zu wollen (von links): Torsten Blietschau, Heinrich Gödke, Wolfgang Dreyer, Jürgen Nordenholz, Elmar Eich, Jürgen Düver und Stefan Ullmann. Foto: Anne-Katrin Schwarze
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Demnächst ein Team – die Vorstände der Volksbanken Sulingen und Aller-Weser kündigen an, zur Volksbank Niedersachsen-Mitte fusionieren zu wollen (von links): Torsten Blietschau, Heinrich Gödke, Wolfgang Dreyer, Jürgen Nordenholz, Elmar Eich, Jürgen Düver und Stefan Ullmann.

Br.-Vilsen – „Wir stehen vor großen Herausforderungen“, sagt Jörn Nordenholz, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Sulingen. Gemeinsam mit der Führungsriege der benachbarten Volksbank Aller-Weser teilt er mit, dass die beiden Kreditinstitute fusionieren wollen. Die Vertreter sollen darüber während ihrer Versammlungen im Herbst beschließen. Im Forsthaus Heiligenberg in Bruchhausen-Vilsen, nahezu in der Mitte des künftigen Geschäftsgebiets, stellten die Vorstände Freitag die vorläufigen Ergebnisse der bisherigen Sondierungsgespräche vor.

„Beide Banken sind wirtschaftlich erfolgreich“, betonen Torsten Blietschau für Sulingen und Wolfgang Dreyer für Aller-Weser. Der Zusammenschluss soll Kräfte bündeln. Auf dem Weg, „Finanzpartner Nummer eins in der Mitte Niedersachsens“ zu werden, sollen Synergien durchaus genutzt, aber weder Filialen geschlossen noch Mitarbeiter entlassen werden, sehe das Konzept vor.

„Als gemeinsame Genossenschaftsbank können wir unter anderem die Entwicklung des heimischen Wirtschaftsraums noch besser unterstützen“, benennt Jörn Nordenholz einen wesentlichen Punkt des Fusionsgedankens. Durch die neue Bankengröße mit 25 Filialen zwischen Diepholz und Verden könne die Versorgung der regionalen Wirtschaft mit Krediten noch weiter ausgebaut werden. Ein Standort für ein neues Business-Center mit erweiterten Service- und Dienstleistungen sei noch nicht bestimmt, soll ab 2021 aber insbesondere Firmen- und Unternehmenskunden zur Verfügung stehen.

Für Mitglieder und Privatkunden bringe die geplante Verschmelzung besondere Vorteile, wirbt Jörn Nordenholz für das Ansinnen, über das die Vertreter der genossenschaftlichen Bank noch beschließen müssen.

„Wir planen ein Niederlassungsmodell, das künftig die regionale und lokale Kompetenz stärken wird“, führt Stefan Ullmann, Vorstand der Volksbank Aller-Weser, aus. Vorgesehen seien vier dezentrale Niederlassungen mit qualifizierten Spezialisten und erweiterten lokalen Entscheidungskompetenzen in den Bereichen Grafschaft Hoya, Sulingen, Diepholz-Barnstorf und Verden. Die jeweiligen Leiter seien zudem für jeweils mehrere Geschäftsstellen verantwortlich. „Mit diesem Konzept verkürzen wir Entscheidungswege und verstärken die Kompetenzen in der Region“, sagt Jörn Nordenholz mit Blick auf die Kunden.

Die Volksbank Sulingen bringt fast 21.000 Mitglieder in die neue Volksbank Niedersachsen-Mitte ein, zu Aller-Weser gehören jetzt fast 17.000 Mitglieder. Gemeinsam werden die Volksbanken über mehr als 80 .000 Kunden und eine Bilanzsumme von fast zwei Milliarden Euro verfügen.  

„Durch die Verschmelzung und das damit verbundene Niederlassungsmodell ergeben sich neue Möglichkeiten für die künftig etwa 350 Mitarbeiter“, führt Jörn Nordenholz aus. Die neue Größe schaffe Chancen in der Spezialisierung und verbessere die Möglichkeiten in Bezug auf flexible Arbeitsplatzmodelle und Teilzeitmöglichkeiten. „Gemeinsam möchten wir neben unseren Mitgliedern und Kunden auch unseren Mitarbeitern langfristig optimale Perspektiven bieten“, sagt Stefan Ullmann.

Die anhaltende Niedrigzinsphase, veränderte Kundenbedürfnisse, die zunehmende Digitalisierung und eine starke Bankenregulierung, die zu unverhältnismäßigen Kosten- und Aufwandssteigerungen führten, seien Herausforderungen, denen sich die Vorstände der beiden Volksbanken gemeinsam stellen wollen.

„Mit Blick auf die Entwicklung in der Bankenbranche sind wir der Meinung, dass jetzt ein guter Zeitpunkt ist, diesen Schritt zu gehen: Wir agieren aus einer Position der Stärke, statt irgendwann womöglich reagieren zu müssen. Die neue Unternehmensgröße ermöglicht weitere Effizienzsteigerungen und verbessert die künftige Wettbewerbsfähigkeit“, meint Jörn Nordenholz.

Nach Sondierungsgesprächen seit Ende 2019 und einer Machbarkeitsstudie Anfang dieses Jahres gehe es im nächsten Schritt in Projektarbeiten um Details eines möglichen Zusammenschlusses sowie um die Konkretisierung der Mehrwerte für Mitglieder, Kunden und Mitarbeiter. Diese Richtungsentscheidung soll bis zum Herbst abgeschlossen werden. Die Abstimmung über eine Fusion liegt bei den Vertretern der Volksbanken. „In den Vertreterversammlungen im Oktober wird per Vorausbeschluss zum 1. Januar 2021 über die Fusion zwischen der Volksbank Sulingen und Aller-Weser abgestimmt“, erläutert Jörn Nordenholz den Weg. Bis dahin würden die Vertreter über den Projektstand informiert und das Niederlassungsmodell bei ihnen beworben.

Sitz der fusionierten Genossenschaftsbank werde Hoya. Das künftige Vorstandsteam bestehe aus Jörn G. Nordenholz (Vorstandsvorsitzender); Stefan Ullmann (stellvertretender Vorstandsvorsitzender) und Torsten Blietschau. Die übrigen Vorstandsmitglieder scheiden bis Februar 2022 altersbedingt aus dem Gremium aus. Den Aufsichtsratsvorsitz soll Gerd Meyer (jetzt Aller-Weser), die Vertretung Konrad Leymann (jetzt Sulingen) übernehmen. Vorgesehen sei, das beide ihre Position im Jahr 2023 tauschen.

Technisch soll die Fusion im Herbst 2021 abgeschlossen sein.

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