Gemeinderat stimmt für Tempo 30 / Messung ergibt „geringe Verkehrsbelastung“

Alter Pohl: Autofahrer müssen bremsen

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Mediengruppe Kreiszeitung

Süstedt - Von Mareike Hahn. Auf der Straße Alter Pohl in Süstedt gilt künftig eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern. Das hat der Gemeinderat während seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Ob sich die Autofahrer daran halten werden, ist allerdings ungewiss: „Es wird schwierig, die Polizei dazu zu bringen, dort die Geschwindigkeit zu überprüfen“, sagte Bürgermeister Reinhard Thöle (SPD).

Das Thema ist nicht neu: Bereits 2010 hatten einige Anwohner eine Geschwindigkeitsbegrenzung für den Alten Pohl beantragt – mit dem Argument, dass das vorgegebene Tempo 50 auf der von vielen Kindern als Schulweg genutzten Straße zu gefährlich sei. Einige Diskussionen folgten, bevor der Rat Ende vergangenen Jahres entschied, bei der Einmündung Breite Straße ein „Verbot der Einfahrt“ mit Ausnahmeregelung für die Anlieger einzuführen. Das Vorhaben stieß jedoch in der Bevölkerung auf massiven Protest – und wurde deshalb nicht umgesetzt. Jetzt zog der Gemeinderat den damaligen Beschluss auch offiziell zurück.

Wenigstens die Sichtverhältnisse an der Einmündung Breite Straße/Uenzer Straße haben sich zwischenzeitlich verbessert – dank eines neuen Verkehrsspiegels. Laut Gemeindedirektor Bernd Bormann hat die Aufstellung des Spiegels den Verkehr jedoch nicht, wie erhofft, spürbar vom Alten Pohl auf die Breite Straße verlagert.

Um mehr Einblicke in die Nutzung des Alten Pohls zu bekommen, hat die Verwaltung mithilfe eines sogenannten Smileys im Dezember 2014 und im Februar 2015 Verkehrsdaten erhoben. Das Ergebnis: „Die Höchstgeschwindigkeit wurde nur in wenigen Ausnahmefällen überschritten“, sagte Bormann bei der Ratssitzung, räumte aber ein: „Viele Leute gehen vor einem Smiley runter vom Gas.“ Die Durchschnittsgeschwindigkeit in Richtung Süstedter Dorfstraße habe 32 Stundenkilometer betragen, in die Gegenrichtung 27 Stundenkilometer. Insgesamt habe der Smiley an 18 Tagen 1371 motorisierte Verkehrsteilnehmer in eine Fahrtrichtung und somit nur eine „geringe Verkehrsbelastung“ gezählt.

Die Kommunalpolitiker und die anwesenden Bürger waren sich einig, dass die Einführung von Tempo 30 ein guter Schritt sei. Zum Teil wünschten sich die Anlieger sogar die Umwandlung in eine Spielstraße, was aber nach Angaben von Bormann sehr schwierig umzusetzen wäre.

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