Gemeinderat spricht über Kampagne

In Martfeld herrscht kein Ärztemangel

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Mediengruppe Kreiszeitung

Martfeld - Von Charlotte Reinhard. Wie kann die Versorgung mit Ärzten auf dem Land langfristig gesichert werden? Um diese Frage drehte sich am Dienstagabend der Bericht von Wirtschaftsförderin Uta Seim-Schwartz, die bei der Martfelder Ratssitzung in der Grundschule die Kampagne „Ärztlich willkommen“ vorstellte.

„Ziel ist es, junge Ärzte aufs Land zu holen“, berichtete Uta Seim-Schwartz. Und das ist nötig: „Das durchschnittliche Alter von Landärzten in der Region Mitte Niedersachsen beträgt 54 Jahre. Angesichts dieser Umstände müssen wir damit rechnen, dass sich nicht für jede Praxis ein Nachfolger finden lässt.“

Trotzdem soll die Versorgung mit Hausärzten gesichert werden – in „zumutbarer Nähe“, sagte Seim-Schwartz. „Ein Hausarzt soll mit dem Auto in 15 Minuten zu erreichen sein. Außerdem sollen auf einen Arzt höchstens 2000 Einwohner kommen.“

Um all dies zu erreichen, haben die 16 Mitgliedsgemeinden im Moro-Programm (Modellvorhaben der Raumordnung) des Regionalmanagements Mitte Niedersachsen (REM), drei Landkreise sowie die regionale Wirtschaftsförderung und die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) eine Werbeagentur beauftragt. Diese hat eine Kampagne entwickelt, die dem Ärztemangel entgegenwirken soll. „Mit ‚Ärztlich willkommen‘ wollen wir das Image des Landarzts verbessern“, sagte Seim-Schwartz. „Die Kampagne soll über acht Jahre laufen. Unter dem Motto ‚Ganz gelassen niederlassen‘ sollen unter anderem Medizin-Studenten direkt am Campus akquiriert, Banner in den Kommunen aufgestellt, eine intensive Pressearbeit vorangetrieben und regionale Wirtschaftspartner gefunden werden. Die Einrichtung einer Webseite sowie PR-Aktionen gehören ebenfalls zur Kampagne.“

Im Anschluss an ihre Ausführungen beschrieb Seim-Schwartz die ärztliche Versorgung in Martfeld: „Laut der KVN werden in Martfeld derzeit keine Versorgungsengpässe erwartet. Die Ärzte vor Ort sind jünger als der niedersächsische Durchschnitt. Die Ärzte in Martfelds Umgebung haben noch Kapazitäten. Die Situation ist also noch überschaubar, sie könnte sich angesichts der bundesweiten Lage aber bald ändern.“

Die Kampagne „Ärztlich willkommen“ startet im Frühjahr. Laut Gemeindedirektor Bernd Bormann liegen die Kosten im sechsstelligen Bereich. Die KVN und die beteiligten Gemeinden übernehmen den Betrag.

Ratsmitglied Michael Albers (SPD) fragte, was die Gemeinde gegen den bereits herrschenden Fachärztemangel vor Ort unternehmen wolle. Bernd Bormann wies darauf hin, dass die Gemeinde nicht für die Ansiedlung von Ärzten zuständig sei, sondern die KVN. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die Region für junge Ärzte attraktiv zu machen. Und dafür ist diese Kampagne gedacht“, meinte Bormann.

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