Gemeinderat begrüßt touristische Konzepte der Familien Wolters und Erdmann

Mit viel Liebe

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Die Tiere sollen auf dem Hof Wolters weiter im Mittelpunkt stehen.

Schwarme - Von Mareike Hahn. Schwarme bekommt ein Liebesmobil. Nein, keinen rot beleuchteten Wohnwagen, in dem eine Prostituierte auf Kundschaft wartet. Sondern einen hübsch eingerichteten Bauwagen als Urlaubsdomizil für Liebespaare. So steht es im Konzept für den Hof Erdmann, das Bauingenieur Jens Lüneberg erarbeitet und jetzt dem Schwarmer Gemeinderat vorgestellt hat. Trotz des ernsten Themas hatte er zwischenzeitlich die Lacher auf seiner Seite – als er über die vorgesehene Nutzung einiger Bauwagen als Unterkünfte sprach und dabei das doppeldeutige Wort benutzte: „Wir wollen 13 Stück aufstellen, jeweils mit kleinem Vorplatz. Sie sollen verschiedene Themen haben. Eins wird ein Liebesmobil.“

Gut zehn Einwohner verfolgten die Ratssitzung in Robberts Huus. Diesmal übte niemand Kritik an den Ideen der Familien Erdmann und Wolters, die am Tulpenweg ein „Sondergebiet Freizeit“ gestalten möchten. Als die Pläne vor zwei Jahren publik wurden, war das noch anders: Insbesondere die Woltersche Motocrossbahn ließ die Emotionen hochkochen – mehrere Anwohner befürchteten Lärm- und Staub-Belästigungen durch die Motorradfahrer. Familie Wolters hat darauf reagiert und E-Bikes angeschafft. Und so stieß das Vorhaben jetzt auf offene Ohren.

Lüneberg erklärte die Details der Konzepte, zunächst für den Hof Erdmann. „Schon jetzt verkauft die Familie Stiefmütterchen und Weihnachtsbäume und veranstaltet Hoffeste. Das Angebot soll erweitert werden, beispielsweise durch Geburtstage oder Vereinsfeiern für 40 bis 60 Personen im umgebauten Kuhstall“, sagte der Bauingenieur. Der alte Baumbestand bleibt erhalten, für Übernachtungsgäste sind laut Konzept die Bauwagen gedacht. Dass Besucher mit Zelt oder Wohnmobil kommen, ist indes nicht vorgesehen.

Kleine Tipis und Feuerstellen sind geplant. Im Bereich des alten Trafo-Gebäudes könnte ein Spielplatz oder ein Kletterpark entstehen. Ein Parkplatz soll Platz für bis zu 20 Autos bieten, die Zufahrt vom Tulpenweg über eine Schotterpiste erfolgen.

„Eingefasst wird das Ganze von einer Wallanlage, sodass die Nachbarn nicht gestört werden“, versicherte Lüneberg. „Die Entfernung beträgt mehr als 100 Meter, die Schallgrenzwerte werden eingehalten.“

Zusammen mit der Nachbarfamilie Wolters wollen die Erdmanns „das Freizeitangebot für Schwarme erweitern“, fuhr Lüneberg fort. Die Nutztierarche Wolters, die bedrohte Tierrassen beherbergt, soll sich zu einem „Erlebnishof mit Sportmöglichkeiten“ entwickeln. Der Hofladen soll langfristig durch ein Café erweitert werden. Zusätzlich zum jährlichen Hoffest plant Familie Wolters eine Musikveranstaltung im Jahr.

Nicht nur im Wohngebäude sollen Ferienwohnungen entstehen, sondern auch in kleinen Baumhäusern, „vielleicht für Liebespaare“, sagte Lüneberg und sorgte einmal mehr für Erheiterung. Zudem sind zwei Wohnmobilstellplätze vorgesehen. „Ein kleiner Bungalow mit Theke soll geschaffen werden, und Kinder können auf dem Hof Geburtstag feiern.“

Wenn die Kids mit E-Bikes über die Sandrennbahn fahren, müssen die Nachbarn „kaum Lärm oder Staub befürchten“, sagte Lüneberg. „In trockenen Sommern wird die Anlage beregnet.“

Zwei jeweils fünf bis zehn Meter hohe Windräder sollen den Strom für den Hof erzeugen. Auch Familie Wolters will einen begrünten Wall am Rand ihres Grundstücks schaffen. Langfristiges Ziel ist es nach Lünebergs Worten, drei bis fünf Arbeitsplätze zu schaffen. Reiner Wolters erklärte auf Nachfrage, dass seine Frau und er das Konzept in den nächsten fünf bis acht Jahren umsetzen wollen.

Begeistert äußerten sich einige Politiker: Hermann Schröder (Unabhängige Wählergemeinschaft, UWG) lobte das „hervorragende Projekt“ mit „zwei kleinen Keimzellen für die naturnahe touristische Entwicklung in Schwarme“. UWG-Kollegin Miriam Kristionat erzählte, dass sie 2015 bei einem Kinderfest den Hof Wolters besucht habe: „Das war ganz toll, die Tiere und die E-Bikes waren der Hit.“

Auf Wunsch aller Ratsmitglieder kümmert sich Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann nun darum, eine Flächennutzungsplan-Änderung anzuschieben. Die ist nötig, damit das „Sondergebiet Freizeit“ geschaffen werden darf.

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