Gemeinde sucht nach geeigneter Fläche

Naturschutz ja – aber nicht um jeden Preis

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Mediengruppe Kreiszeitung

Süstedt - Umweltschutz ist eine gute Sache – da dürften sich die Mitglieder des Süstedter Gemeinderats einig sein. Aber nicht um jeden Preis: Deshalb verwarfen sie während der jüngsten Ratssitzung in der Nolteschen Scheune die Idee, ein Naturschutzprojekt in Uenzen im Bereich Bahlenweg/Ortheide anzuschieben. Stattdessen wollen sich die Politiker nun mit der Frage befassen, welche Fläche besser für ein solches Vorhaben geeignet sein könnte. Bei der Haushaltsberatung 2016 soll das Thema wieder auf den Tisch kommen.

Die Grünen hatten Kontakt zum Naturschutzbund in Syke aufgenommen. „Der Nabu kann sich vorstellen, auf den Flurstücken 16 und 18 der Flur 23 ein kleines Naturschutzprojekt zu entwickeln“, erklärte Verwaltungsmitarbeiterin Christa Gluschak. Beide Stücke gehören der Gemeinde. „Um ein solches Projekt sinnvoll durchzuführen, sollte auch das Flurstück 17 mit einbezogen werden. Der Eigentümer ist bereit, dieses Grundstück an den Nabu zu veräußern, sodass insgesamt eine Fläche von 5390 Quadratmetern zur Verfügung stehen würde.“ Vorgesehen seien Weidengebüsche, Bäume, ein Teich und eine Hecke. „Ansonsten soll sich der Bereich selbst entwickeln und nur ein, zwei Mal im Jahr gemäht werden“, sagte Gluschak. Der Nabu wolle die Pflege übernehmen, bitte aber um einen Zuschuss von 2172 Euro für den Kauf der mittleren Fläche.

Ein Wunsch, den die anwesenden Ratsmitglieder – von den Grünen war allerdings kein Mitglied bei der Sitzung – nicht erfüllen wollen. „Ich halte das Konzept mit dem Teich für fragwürdig, weil es da kein fließendes Gewässer gibt“, sagte Jochen Kracke (Wählergruppe) und befürchtete einen bei Regen volllaufenden, Mücken anziehenden Tümpel. Er sprach sich nicht nur dagegen aus, den Nabu-Plan finanziell zu unterstützen, sondern auch, die Gemeinde-Grundstücke kostenlos zur Verfügung zu stellen. „Wir sollten sie weiter verpachten. Eine Pferdeweide wäre dort auch schön“, befand der Ratsherr und erntete Zustimmung von seinem Wählergruppe-Kollegen Ehler Meierhans, der einmal mehr auf die schlechte Finanzlage Süstedts verwies.

Auch ein Bürger meldete sich zu Wort. Er wähnte, dass die vom Nabu geplanten Bepflanzungen die Sicht für den Verkehr beeinträchtigen und somit eine Gefahr darstellen könnten.

Bürgermeister Reinhard Thöle (SPD) schlug vor, sich nach anderen Flächen umzuschauen, „wo vielleicht mehr Natur zu finden ist“ – eine Idee, die im Rat gut ankam.

mah

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