21.000 Euro aus NDR-Spendensammlung

Nach Geldsegen: Eigenes Fahrzeug für „Sternenfahrten“

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Freuen sich über den Zuwendungsvertrag: (v.l.) Frank Höhle, Karin Siepen, Edeltraut Güttler und Frank Wenzlow.

Br.-Vilsen - Damit hatten Frank Wenzlow und sein Sohn Frank Höhle schon gar nicht mehr gerechnet. Und dann kam er doch, der Zuwendungsvertrag vom Deutschen Hospiz- und Palliativverband in Berlin: 21.000 Euro erhält der Ambulance Service Nord für seine „Sternenfahrten“.

Von dem Geldsegen profitieren also Sterbende. Denn ihnen einen letzten Wunsch auf Erden zu erfüllen, das ist das Ziel dieser „Sternenfahrten“. Genau dafür geht erstmal ein Wunsch für Wenzlow und Höhle in Erfüllung. Die Ehrenamtlichen können ein neues Fahrzeug kaufen.

Bisher nutzen die Helfer des Ambulance Service Nord (ASN) ihren Einsatzwagen und richten ihn für ihre speziellen Fahrgäste her. Künftig steht dafür ein eigenes, spezielles Fahrzeug zur Verfügung – spätestens bis zum Jahresende. „Bis dahin müssen wir das Geld ausgegeben haben“, erklärt Frank Wenzlow. Es stammt aus der Spenden-Aktion „Hand in Hand“, die der NDR im Dezember für Hospiz-Projekte in Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern initiiert hatte.

Großer Einsatz des Hospizvereins aus Hoya

Der Hospizverein „Dasein“ in Hoya setzte sich dafür ein, dass aus diesem Topf auch Geld für die „Sternenfahrten“ floss. Das schlug die Vorsitzende Edeltraut Güttler, unterstützt von ihrer Stellvertreterin Karin Siepen, dem Landesvorsitzenden Gert Klaus vor. Dann sei die Nachricht gekommen, dass es für das neue Fahrzeug doch kein Geld geben solle. 

Das wollte Edeltraut Güttler so nicht hinnehmen: „In einer Telefonkonferenz und nach Fürsprache von Gert Klaus beim Bundesverband hat es dann doch geklappt“, berichtet die Vorsitzende des Hoyaer Hospizvereins – und fügt hinzu: „Das war spannend wie ein Krimi!“

Auf der Suche nach einem Fahrzeug

Frank Wenzlow und Frank Höhle sind zurzeit dabei, ein geeignetes Fahrzeug zu finden: Ein gebrauchter Krankenwagen aus Bayern soll es sein, der speziell an die Bedürfnisse der Sterbenden angepasst wird. Die Krankenfahrzeuge in Bayern seien wesentlich besser ausgestattet als in Niedersachsen, sagt Wenzlow. „Sie sind innen höher, sodass man auch im Stehen arbeiten kann“, erklärt Höhle. Außerdem hätten sie deutlich größere Fenster – und vor allem eine Klima-Anlage im Fahrgast-Raum.

Schon jetzt steht fest, dass zum Fahrzeug auch ein Anhänger mit elementarer Ausstattung gehören wird – wie das spezielle Trage-Untergestell mit Ballonreifen, das eine Firma in Thedinghausen anfertigt. Es verfügt über Ballonreifen – unverzichtbar für einen Ausflug an den Strand. Genau den wünschen sich Sterbende immer wieder. Insgesamt hat der ASN bisher rund 50 „Sternenfahrten“ organisiert – aber nur 14 realisieren können. Die anderen Fahrgäste waren kurz vor dem Start verstorben.

sdl

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