„Landbardel“ Musik – ohne Noten, aber mit viel Leidenschaft

Es geht ums Hören, nicht ums Tanzen

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Birger Tramm (links) und Norbert Teubner alias „Landbardel“ proben einmal die Woche. 

Asendorf - Von Vivian Krause. Es war im Jahr 2006 als Birger Tramm und Norbert Teubner zum ersten Mal gemeinsam musizierten: Bei der allerstersten „Penja“ in der Kastanie in Martfeld-Hollen, erinnern sich die Männer. Dort waren rund vier Musiker und fünf Gäste. Familiär, gemütlich, vertraut – die Geburtsstunde von „Landbardel“.

Ähnlich ist auch heutzutage die Atmosphäre, wenn die Zwei anfangen zu spielen. Wenn Birger Tramm die Saiten zupft und Norbert Teubner in den Song „Through The Barricades“ von Spandau Ballet einsteigt. Noch heute sind die beiden am ersten Donnerstag des Monats bei dem öffentlichen Musikertreff „Penja“ in Hollen, „wenn wir es schaffen.“

Beide hatten als Einzelmusiker bereits einige Lieder einstudiert. „Gemeinsames Alter, gemeinsames Repertoire“, scherzen die 63-Jährigen. Und treffen damit den Nagel auf den Kopf. Von Pink Flloyd über James Taylor und Bruce Springsteen bis zu U2 sind die Vorlieben der beiden Musiker sehr ähnlich. Es fliegt auch schon mal ein Song raus, da er nicht beiden gleichermaßen zusagt. Rund 130 Songs zählen zum Repertoire der Musiker, 20 bis 30 gibt’s auf ihren Konzerten zu hören.

Ebenso breit gefächert wie die Liedauswahl – wobei die deutsche Schlagerszene komplett ausgeblendet wird – sind auch ihre Auftritte: Ausstellungen, Hoffeste, Geburtstage, Kneipenabende oder das Literatursofa in Martfeld. „Wir sind nicht die Musikanten, die die Leute auf die Tische holen“, sagt Tramm. Die schönste Atmosphäre käme auf, wenn das Konzert nicht zu riesig ist. Apropos – der größte Auftritt war bis dato ein Auftritt beim Frauenfrühstück im Gasthaus Dillertal vor rund 200 Leuten.

„Ich habe permanent Musik im Kopf“

Serie: Da ist Musik drin! „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“, hat einst der deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche (1844-1900) gesagt. Wie gut also, dass es in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen viele Bands und Solokünstler gibt. In unserer Serie stellen wir einige von ihnen und ihre musikalischen Schwerpunkte vor.

Musik begleitete Birger Tramm schon immer. „Ich habe permanent Musik im Kopf“, sagt er. Der gebürtige Bremer stand als Kind mit seinen Eltern im Kaufhaus und hat eine Plastikgitarre gesehen. „Die will ich haben!“, dachte er sich damals. Ein paar Wochen später, da war er etwa zwölf Jahre alt, hat sein Vater ihm eine Wandergitarre mitgebracht. „Ich habe ein paar Töne gespielt und die Gitarre dann in irgendeine Ecke gestellt“, erinnert er sich. Doch irgendwann war es so weit: Birger Tramm und zwei Freunde haben sich bei einem Schulausflug zusammengetan. Das Ergebnis: Tramms erste Band. Unterstützt wurde er in seiner muskalischen Laufbahn von seinen Eltern – von ihnen bekam er seine erste E-Gitarre und einen Verstärker. Bis er 25 Jahre alt war, hat er in rund sieben Bands gespielt, danach für sich alleine weitergemacht.

„Ich stehe auf Saiten“, sagt der 63-Jährige und zählt seinen Instrumenten-Fundus auf: E-Gitarre, Bass, Konzertgitarre, zwölfsaitige Gitarre, Waldzither. „Meine Gitarren hängen überall griffbereit“, sagt er. Bei „Landbardel“ singt er die zweite Stimme.

Den Part der ersten Stimme übernimmt Norbert Teubner. „Ich habe schon immer unheimlich gerne Musik gehört“, sagt er. Vom Konfirmationsgeld kaufte er sich dann das erste Tonbandgerät, mit dem er Songs aus dem Radio aufnahm. Die Gitarre kam erst später.

Seinen ersten Auftritt hatte der Familienvater als Mitglied einer Gitarrengruppe von Teresa Stelter in Asendorf. „Es war eine tolle Sache, seine eigene Stimme in der Kirche zu hören“, sagt der 63-Jährige. Und meint damit seinen Soloteil beim Stück „Summerwine“. Er kehrte der Gruppe später den Rücken und konzentrierte sich auf „Landbardel“.

Ein eigener Song ist nicht abwegig

Die gebürtigen Bremer spielen nach Gehör. Sie können keine Noten. „Ich glaube, wir hören ein bisschen unterschiedlich Musik“, sagt Birger Tramm. Er sei der Mann für das Melodische, Norbert Teubner achte darauf, was hinter dem Song steht. „Es geht nicht nur um die Musik, sondern auch um das, was der Künstler damit meint.“ Geschichten hinter den Songs – darin ist Bruce Springsteen für Teubner einer der Größten.

Ein eigener Song ist für die Musiker nicht abwegig. Ideen sind da, erste Riffs aufgenommen. Bis jetzt fehlte jedoch die Zeit. Einmal die Woche versuchen die zwei sich zu Treffen – entweder in Asendorf bei Norbert Teubner oder in Martfeld bei Birger Tramm. Zudem wird das Autofahren zur Probezeit. „Da gibt’s die Lieder dann in Endlosschleife“, sagt Tramm.

Erste Erfahrungen im Studio konnten die Musiker schon sammeln: Norbert Teubners Frau Angela hatte den Männern einen Studiotag geschenkt. Dort nahmen sie Songs auf, die sie bereits beherrschten. „Die Qualität der Studiomikrofone war gewaltig“, erinnern sie sich.

Das Thema Namensfindung ist ein umstrittenes bei dem Duo. Wo genau der Ursprung liegt – in einem zufällig gelegten Srcabble-Wort oder aber in einem Streit bei dem der eine auf „Knittelbarden“ mit „Landei“ konterte – wird auch auf der Webseite des Duos nicht abschließend geklärt. Am wahrscheinlichsten ist die Mischung auf den Worten „Barde“ (ursprünglich keltische Sänger), „Adel“ und „Land“, erklären die Zwei.

Mehr online unter: www.landbardel.de

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