Rihm und Dühnfort überzeugen ihr Publikum mit minutenlangen Soli

Gefeiertes Blueskonzert in Süstedt

Frank Rihm (links) und Michael Dühnfort nutzten kleine Pausen zum Stimmen der Instrumente für lockere Dialoge mit den Gästen. Foto: UWE CAMPE

Süstedt - Von Uwe Campe. Zwei Vollblutmusiker – man könnte auch „Vollbluesmusiker“ sagen –, ein mit der Musik bestens vertrautes und begeisterungsfähiges Publikum sowie ein gediegenes Ambiente bildeten die Voraussetzungen für ein mitreißendes Konzert, zu dem der „Süster Kring“ am Samstag im Rahmen seiner Konzertreihe in die Noltesche Scheune eingeladen hatte.

Die Musiker

Frank Rihm und Michael Dühnfort sind in Süstedt längst keine Unbekannten, waren sie dort schon mehrfach zu hören, zuletzt 2018 bei einem Auftritt der Band „Michael Dühnfort & The Noise Boys“. Der Sänger und Harper (Mundharmonikaspieler) Rihm ist im Alter von 24 Jahren zur Musik gekommen, nachdem sein Onkel, selbst Musiker, ihm 1984 eine Mundharmonika geschenkt hatte. Obwohl noch voll berufstätig, tritt er außer in seiner eigenen Band „The Rihm Shots“ auch in anderen regionalen Formationen auf.

Der 1962 in Bremen geborene Michael Dühnfort unternahm im Alter von 13 Jahren erste Schritte zur Ausbildung grundsätzlicher und unterrichtsgestützter Spieltechniken auf der Gitarre, wobei sich schnell der Fokus auf die Genres Blues und Bluesrock richtete. Seit 1998 ist er mit der Band „Michael Dühnfort & The Noise Boys“ unterwegs.

Fokus auf Little Walter

Rihm hatte schon seit längerer Zeit das Verlangen, einen der seiner Meinung nach größten Harpspieler, Little Walter Jacobs (1930-1968) – kurz Little Walter –, dem Publikum im Duo vorzustellen. Daher tat er sich 2016 mit Dühnfort zusammen. Stücke von Little Walter, Mitbegründer des sogenannten Chicago-Blues, zogen sich dann auch wie ein roter Faden durch das zweieinhalbstündige Programm, das darüber hinaus aber auch Songs anderer legendärer Blues-Persönlichkeiten wie etwa Sonny Boy Williamson oder Big Walter Horton enthielt.

Den Auftakt machte der Song „Juke“ aus dem Jahr 1952, dem ersten und wohl auch größten Hit von Little Walter. Schon dabei wurde klar, was das Publikum an diesem Abend erwartete: Die Möglichkeiten des liebevoll auch als „Zehn-Löcher-Hobel“ bezeichneten Instruments, aber auch der eigenen Atemtechnik bis auf Äußerste ausreizendes Harpspiel von Rihm, gepaart mit seinem kräftigen und wohlklingenden Gesang und dem virtuosen Gitarrenspiel Dühnforts, der sich augenzwinkernd als „Rhythmusknecht“ seines Partners bezeichnete. Kein Wunder, dass der Funke sofort übersprang und das Publikum seine Begeisterung nicht nur bei diesem, sondern auch bei den weiteren Stücken zum Ausdruck brachte.

Es folgten acht Titel, zu denen die beiden Musiker knappe Hintergrundinformationen lieferten, etwa dem von Rihm für eine kranke Kollegin geschriebenen „Monday Noon Blues“. In dem Stück „Tell Me Why Do You Cry“ vollzogen die beiden Künstler dann einen Rollentausch, übernahm doch Dühnfort diesmal den vokalen Teil, wobei er mit seiner markanten Stimme ebenfalls durchaus zu gefallen wusste. Nachdem sich die beiden Musiker, die es im Übrigen geschickt verstanden, kleine Pausen zum Stimmen der Instrumente für lockere Dialoge mit dem Publikum zu nutzen, mit dem zehnten Stück „Just Your Fool“ noch einmal voll verausgabten, ging es in die wohlverdiente Pause.

Gäste sind begeistert

Teil zwei des Konzerts wurde mit dem auch von Frank Sinatra interpretierten Song „My Love Is Here To Stay“ von Sam Myers eröffnet, dem ein beeindruckendes Gitarrensolo von dem auch als „Hexenmeister der Gitarre“ bezeichneten Dühnfort in „Key To The Highway“ folgte. Altmeister „Slowhand“ Eric Clapton, von dem dieses Stück geschrieben wurde, hätte daran sicherlich Freude gehabt. Diese, aber auch andere Songs wie der Slowblues mit dem Titel „You‘re A Knife In My Heart“ und „Last Night“, mit dem das Konzert auf sein Ende zusteuerte, rissen die Zuschauer immer wieder zu Zwischenbeifall hin. Was dann aber in dem finalen „It Ain’t Right“ folgte, ist kaum und wenn überhaupt nur in Superlativen zu beschreiben, denn die beiden inzwischen schweißgebadeten Musiker lieferten abwechselnd atemberaubende, minutenlange Soli auf ihren Instrumenten, bevor sie das Stück mit gemeinsamen Gesang ausklingen ließen.

Das die Musiker feiernde Publikum ließ diese verständlicherweise damit nicht von der Bühne gehen. Die beiden Zugaben waren vielen unter ihnen immer noch nicht genug, indes ließen es Rihm und Dühnfort mit dem passenden Lied „Adieu“ dann doch bewenden. Erschöpft, aber auch happy, zeigten sich beide anschließend in einer ersten Reaktion mit dem Verlauf des Abends zutiefst zufrieden und unterstrichen zugleich, wie wichtig solche Veranstaltungen seien, nicht nur für sie selbst.

Nächste Veranstaltung:

Sabrina Palm und Steve Crawford treten am Samstag, 18. Mai, ab 20 Uhr mit irisch-schottischer Musik in der Nolteschen Scheune (Mühlenweg 1) in Süstedt auf. Ticketreservierungen beim Touristikbüro Bruchhausen-Vilsen unter Telefon 04252/930050.

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