Oberschule Bruchhausen-Vilsen

Sechstklässler trainieren den Umgang mit Medien und Daten

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Schüler der Klasse 6c setzen sich in Gruppen mit Themen wie Mobbing und Datenschutz auseinander. So auch Leon Michelmann, Gorgino Eggers, Leon Altmann, Isabella Schneider, Leni Galle und Adelina Schmidt (von links).

Br.-Vilsen - Von Vivian Krause. Schon in der fünften Klasse haben viele Kinder ein Smartphone. Sabine Drong schätzt, dass es rund 90 Prozent sind. Die Lehrerin, die regelmäßig ein Medienkompetenztraining an der Oberschule Bruchhausen-Vilsen organisiert, bezeichnet das Gerät als Alltagsbegleiter.

„Die Kinder haben teilweise uneingeschränkten Zugang dazu“, sagt sie. Andere besitzen kein Smartphone und damit auch kein Whatsapp. In Whatsapp-Klassengruppen, in denen sich die Mitschüler austauschen, sind einige Kids daher ausgeschlossen. Wichtig ist, dass trotzdem alle Schüler informiert sind. Wie kann das funktionieren?

Diese und weitere Fragen beantwortete Hauke Burgdorf vom Verein Smiley mit Sitz in Hannover. Der gelernte Erzieher war zum vierten Mal auf Einladung der Oberschule nach Bruchhausen-Vilsen gekommen, um das Medienkompetenztraining zu gestalten. 

Burgdorf ist aber nicht nur in Bruchhausen-Vilsen zu Gast, um den Kindern den Umgang mit sozialen Medien und mit ihren persönlichen Daten zu vermitteln. Der Diplom-Sozialpädagoge war im vergangenen Jahr in rund 500 Klassen, und das niedersachsenweit. Der Schulförderverein unterstützt das Angebot finanziell.

Bilder „zum Spaß“ bearbeiten ist keine Lappalie

Viele Gefahren seien den Kindern und auch den Eltern oft nicht bewusst, sagt Drong. Sie spricht beispielhaft das Recht am eigenen Bild an. Es gab bereits Vorfälle – sowohl in der Schule als auch im Privaten –, bei denen ein Bild eines Mitschülers bearbeitet wurde, „aus Spaß“, wie Drong sagt. Dass dieser Spaß aber nicht rechtens ist, sei den Schülern nicht klar. Seitdem die OBS die Medienkompetenztage anbietet, gab es kaum noch Vorfälle, sagt Drong.

In diesem Jahr besuchten drei Klassen einer Größe von rund 21 Schülern den Workshop. „Die Schüler sind sehr motiviert“, sagt Drong. „Und die Resonanz der Lehrer ist gut.“ Neben Hauke Burgdorf begleitet der jeweilige Klassenlehrer den Workshop. So sei eine vertraute Person dabei und die Kids können sich öffnen.

Sowohl in der Theorie als auch in der Praxis arbeitet Burgdorf mit den Schülern. Er bringt Tablets mit in die Schule. Mithilfe dieser Geräte erarbeiten die Kids in Gruppen verschiedene Fallbeispiele zu Themen wie Privatsphäreeinstellungen und Onlinespiele. Die Kinder wissen laut Burgdorf, der Wert darauf legt, dass die Kids viel selbst erarbeiten, schon relativ viel. Das Angebot sei bedarfsgerecht und bedürfnisorientiert.

Derzeit richten sich die Medienkompetenztage an sechste Klassen. Angedacht sei laut Drong, dies in Zukunft auch für höhere Klassen anzubieten.

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