Gastschülerin Veronica Porras aus Costa Rica fühlt sich in Haendorf sehr wohl

„Der Zusammenhalt ist toll“

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Veronica Porras (links) wohnt gerne bei ihrer Gastfamilie Meyer.

Haendorf - Die Jugendlichen in Haendorf halten zusammen: Das hat Veronica Porras schnell festgestellt. Sie wurde sofort herzlich in die Dorfgemeinschaft aufgenommen. Die 18-Jährige aus Costa Rica wohnt ein Jahr – noch bis Januar – bei Familie Meyer in dem kleinen Dorf in der Gemeinde Asendorf.

„Ich wollte sehen, wie die Leute hier leben“, erklärt Veronica, die in ihrer Heimat ihren Schulabschluss gemacht hat, bevor sie nach Deutschland kam. Deutsch sprach sie bei ihrer Ankunft nicht, mittlerweile klappt es mit der Sprache aber schon gut. Während ihres Aufenthalts in Haendorf besucht die Lateinamerikanerin das Gymnasium in Bruchhausen-Vilsen, nach den Sommerferien geht sie in die elfte Klasse. Veronica hat bereits einige Unterschiede im Vergleich zu den Schulen in ihrer Heimat festgestellt: „Hier haben die Schüler mehr Freiheiten, sie können zum Teil selbst ihre Kurse auswählen. Bei uns ist alles vorgegeben.“

Nach der Schule unternimmt die 18-Jährige viel mit den Haendorfern. „Sie ist kaum einen Abend zu Hause“, erzählt ihre Gastmutter Nadine Meyer schmunzelnd. „Erst hatten wir Sorge, dass es für Veronica vielleicht auf dem Dorf zu langweilig sein könnte. Aber sie hat schnell gemerkt, dass sie in der Stadt nur eine von vielen wäre. Hier ist es etwas Besonderes, ein Mädchen aus Costa Rica kennenzulernen.“ Kein Wunder, dass die Lateinamerikanerin den Zusammenhalt in Haendorf schätzt: „Die jungen und alten Leute haben hier so eine tolle Beziehung zueinander“, sagt sie. „Und alle sind total nett.“

Ein Highlight war für Veronica das Schützenfest, bei dem Juniorenkönig Eyck Meyer sie als Begleitung auswählte. Auch an die Überraschungsparty zu ihrem 18. Geburtstag wird sie sich noch lange erinnern. Ein weiterer Höhepunkt beginnt nächste Woche Freitag: Die Gastschülerin freut sich sehr auf den Brokser Heiratsmarkt. „Alle reden davon. Ich bin gespannt.“

Als angenehm bezeichnet Veronica die Art der Deutschen. „Das Klischee der deutschen Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit stimmt“, erzählt sie. „Ich mag das. In Costa Rica sind die Leute entspannter und noch offener, aber hier weiß jeder, wie er was anpacken muss. Das macht es leichter.“ Nicht so leicht war es für sie indes, sich an das norddeutsche Schietwetter zu gewöhnen: „Das war zum Teil hart. Auch wenn es toll ist, dass es im Sommer lange hell bleibt. In Costa Rica geht die Sonne immer schon um 18 Uhr unter.“

Veronica kann sich vorstellen, länger als ein Jahr in Deutschland zu leben. „Aber nicht für immer“, sagt sie. Denn sie vermisst ihre Familie und das costa-ricanische Essen, etwa die weißen Bohnen. „Auch wenn Bratwurst und Bier auch lecker sind“, sagt die 18-Jährige, die, zurück in ihrer Heimat, Ernährungswissenschaften studieren will.

Wenn sie es ihren Eltern nachmacht, wird sie dann mit einem Deutschen zusammen sein. Denn wie Veronica haben ihre schwedische Mutter und ihr costa-ricanischer Vater als Jugendliche an einem Schüleraustausch der Organisation AFS teilgenommen – und sich dabei kennen- und lieben gelernt.

mah

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