Auswirkungen der Pandemie

Startschwierigkeiten: So steht es aktuell um die Gastronomen in Bruchhausen-Vilsen

Dem Gastro-Team des Forsthauses Heiligenberg (von links) Kay Masan, Torben Beneke, Juliane und Adelheid Brüning fehlten nach der Wiederaufnahme des Betriebs etliche Teilzeitkräfte. Nun ist diese personelle Lücke jedoch wieder gefüllt.
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Dem Gastro-Team des Forsthauses Heiligenberg (von links) Kay Masan, Torben Beneke, Juliane und Adelheid Brüning fehlten nach der Wiederaufnahme des Betriebs etliche Teilzeitkräfte. Nun ist diese personelle Lücke jedoch wieder gefüllt.

Br.-Vilsen – Nach den Lockdowns standen viele Gastronomen aus Bruchhausen-Vilsen mit nur wenig Personal da. Mit diesen Problemen hatten und haben sie noch zu kämpfen.

„Es fehlte nach dem Neustart einfach der eine oder andere, der wusste, wie ein Rädchen ins andere greift“, sagt Kay Masan, Küchenchef im Forsthaus Heiligenberg. „Einige Mitarbeiter haben sich selbst, ihr Leben und ihre Arbeit in der Zeit des Lockdowns hinterfragt. Das ist ihr gutes Recht“, findet Juliane Brüning, Chefin des Forsthauses.

Und doch: Als die Gastronomie ihren Betrieb wieder komplett aufnehmen durfte, fehlten im Forsthaus Heiligenberg etwa ein halbes Dutzend Teilzeitkräfte. Die hatten sich nach dem Lockdown beruflich neu orientiert.

So wie im Forsthaus Heiligenberg sah und sieht es auch in anderen gastronomischen Betrieben im Luftkurort aus. So ist der „Alte Bahnhof“ am Kreisel auch erst wieder seit Anfang Oktober in Betrieb. Die aktuelle Baustelle und damit die Sperrung des Kreisels vor der Haustür seien zwar ärgerlich, sagt Betreiber Bastian Bomhoff. Dennoch freue er sich, dass es an dieser Stelle gastronomisch weitergehe. „Man muss sich kümmern, und man kann es für die Mitarbeiter attraktiv gestalten“, sagt er über den weithin herrschenden Fachkräftemangel in der Gastronomie. Konzepte müssten den Beschäftigten angepasst werden, findet er. „Man kann zum Beispiel die Schichten so legen, dass auch eine alleinerziehende Mutter arbeiten kann“, nennt Bastian Bomhoff ein Beispiel.

„Es fehlt einfach an Händen“, sagt Katharina Meindertsma, Inhaberin des Café nu an der Brautstraße. Mitten in der Corona-Pandemie hatte sie ihr Lokal im September vergangenen Jahres eröffnet. Im November musste sie schließen, blieb aber bis zur Wiedereröffnung des Lokals im August immer präsent: mit Online-Kochkursen und besonderen Angeboten zum Mitnehmen. Sie hat in der Zwischenzeit weiter an ihrem Konzept gefeilt, musste aber auch damit leben, dass ihr derweil ein Teil ihres Teams abhandengekommen ist. Die Chefin des Café nu arbeitet derzeit punktuell mit einzelnen Köchen zusammen, die Live-Koch-Kurse anbieten oder im Café nu das immer mittwochs stattfindende Abendbrot gestalten. Aktuell ist Katharina Meindertsma auf der Suche nach Köchen und Servicekräften. „Man sollte leidenschaftlich dabei sein und gerne mit Menschen zusammenkommen“, nennt sie die entscheidenden Qualifikationen für Mitarbeiter in der Gastronomie. Den Kopf nicht in den Sand zu stecken, sondern engagiert weiterzumachen: Das hat Katharina Meindertsma mit dem Team des Forsthauses gemein.

Die Lücke, die die fehlenden Teilzeitkräfte dort gerissen haben, ist wieder gefüllt. „Wir sind jetzt in der Phase der Qualifizierung“, berichtet Juliane Brüning. Neues Personal habe sich gefunden, ohne dass man aktiv danach gesucht habe. Darunter sind beispielsweise drei neue Auszubildende und auch eine ehemalige Flugbegleiterin: „Sie hat eine ganz andere Kundenansprache und merkt sich sofort die Namen der Gäste“, freut sich Kay Masan über den Team-Zuwachs. Trotzdem: „Unser Niveau ist hoch. Die Menschen dahin zu qualifizieren, ist eine Aufgabe“, sagt Juliane Brüning. Zu tun gibt es genug: „Wir haben viele Tagungen, Hochzeiten, Familienfeiern oder Taufen“, freut sich die Forsthaus-Chefin. „Wir haben in Technik für Hybrid-Meetings investiert und eine gewaltige Nachfrage für Tagungen“, ergänzt ihre Mutter Adelheid Brüning.

Die Klostermühle Heiligenberg indes bleibt vorerst weiterhin für individuelle Restaurant-Besuche geschlossen, wird aber regelmäßig für geschlossener Veranstaltungen genutzt: „Die Klostermühle wird jeden Tag bespielt“, sagt Kay Masan und macht deutlich: „Wenn die Rahmenbedingungen passen, würden wir sie gerne so schnell wie möglich wieder für die Allgemeinheit öffnen.“ Die Rahmenbedingungen – da hadert die Betreiberfamilie Brüning noch, ob sie weiterhin nach dem 3G- oder besser nach dem 2G-Konzept verfahren solle. „Für den Betrieb wäre die 2G-Regel klasse“, erklärt Juliane Brüning. „Das wäre dann fast so, als gäbe es kein Corona auf dem Heiligenberg.“ Zudem bräuchten auch die Beschäftigten dann nicht mehr mit Masken zu arbeiten. Die Kontrollen von Tests und Impfpässen der Gäste raubten viel Zeit, die einzuhaltenden Abstände bei einem individuellen Restaurantbesuch viel Platz, den die Klostermühle nicht hergebe.

Die aktuelle Lage lässt Familie Brüning jedoch derzeit noch bei der Entscheidung bleiben, die Klostermühle für Spontanbesucher geschlossen zu halten. Die Hoffnung aber bleibt, dass sich das in naher Zukunft ändern wird. „Denn die Klostermühle lebt einfach vom Wuseligen“, freut sich auch Küchenchef Kay Masan schon wieder auf den Normalbetrieb am Heiligenberg.

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