Und wummernden Drive

„Michael Dühnfort & The Noise Boys“ bieten Bluesfeeling

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Einen weiteren markanten Meilenstein in der Reihe der Süstedter „Scheunenkonzerte“ setzten am Samstag „Michael Dühnfort & The Noise Boys“ (von links): Michael Dühnfort, Michael Löscher und Steffen Schmidt. - Foto: Horst Friedrichs

Süstedt - Von Horst Friedrichs. Da wurde die Scheune zum Powerhouse: Ein Trio rockte den Blues, und die sich entfaltende Energie hatte das Zeug dazu, altehrwürdige Fachwerkwände zum Vibrieren zu bringen. „Michael Dühnfort & The Noise Boys“ waren es, die am Samstagabend in der Nolteschen Scheune in Süstedt eine akustische Machtfülle ohnegleichen entfalteten.

Faszinierend war die schier grenzenlos scheinende Spannweite von melodiösem Feingefühl bis zu rhythmischem Hochdruck aus dem Maschinenraum der Band – gleichbedeutend mit Michael Dühnforts zauberkünstlerischer Gitarrenvirtuosität und dem betonsoliden Fundament, das ihm Bassist Steffen Schmidt und Drummer Michael Löscher bereiteten.

Damit nicht genug, krönten Dühnfort als Leadsänger und Schmidt im begleitenden Vocal den Gesamtsound des Trios mit emotionsgeladenen Songs aus dem weiten Feld von Blues und Bluesrock. Das dicht gedrängte Publikum in der Nolteschen Scheune dankte es den Musikern und dem Sänger mit anfeuerndem „Mitgehen“, sei es durch Klatschen im Takt, rhythmisches Stampfen per Schuhsohle oder entzückt gellendes Pfeifen. Die Wechselwirkung zwischen Musikern und Zuhören setzte schon nach den ersten Tönen ein und wollte schließlich kein Ende mehr nehmen.

Die „Noise Boys“ machten ihrem Namen alle Ehre, verdichteten kompressorgleich die Luft in der Scheune und luden sie mit gefühlten tausend Volt auf – einem begeisternden Hochspannungs-Mix aus purem Bluesfeeling und wie pressluftgetriebenem, wummerndem Drive. Zugleich erfüllte Michael Dühnfort, oft als „Hexenmeister der Gitarrensaiten“ bezeichnet, alle Erwartungen, die seine Fans in Süstedt in ihn setzten. Mit seiner einzigartigen Slide-Technik entfachte er ebensolche Begeisterungsstürme wie mit seiner kraftvollen und gleichermaßen ausdrucksstarken Stimme.

Zu Beginn des Konzertabends ging es mit dem Duo „Rihm & Dühnfort“ ruhiger, aber nicht weniger mitreißend zu. Michael Dühnfort erinnerte in seiner Begrüßung an 2015, das Jahr seines vorherigen Auftritts in Süstedt. Diesmal stufte er sich charmant-humorvoll zum „Rhythmusknecht“ für Frank Rihm herab, der das Duo mit Harp und Gesang komplettierte.

Aber was für einen Rhythmus entfesselte der „Knecht“ vorzugsweise auf den tiefen Saiten und mithilfe des Slide auf seiner Gitarre! Mit klagend vollmundigen Tönen der Harp (Mundharmonika) und blue-note-angereichertem Gesang einerseits und solide rockendem Rhythmus andererseits inspirierten sich Frank und Michael gegenseitig und steigerten sich von „My Babe“ aus den Weiten des Chicago Blues bis hin zu „My Love is Here to Stay“, das vom Publikum mit Zwischenapplaus und nicht enden wollendem Schlussbeifall belohnt wurde.

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