Frauen genießen den „Landsommer kreativ“ auf dem Hof Arbste 7

Kreative Auszeit vom Alltag

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Die Frauen lebten ihre Kreativität aus.

Arbste - Von Regine Suling. „Das ist ein idealer Ort zum Ausspannen. Alles ist zwanglos, man ist wie auf einer Insel und raus aus allem“, erzählt Doris Bolte und erntet zustimmende Blicke von ihren Mitstreiterinnen. Auf dem Hof Arbste 7 in Asendorf ist gerade Pause angesagt, die Teilnehmerinnen des mittlerweile sechsten „Landsommer kreativ“-Seminars nippen am Kaffee und genießen Selbstgebackenes.

Gemeinsam kreativ sein, fast vier Tage lang eine Auszeit vom Alltag nehmen: Das hatten die fünf Teilnehmerinnen gemein, die zusammen mit Vera Henze vom Verein „Land & Kunst“ und Seminarleiterin Annette Bullig ihre Ideen auf ganz unterschiedliche Weise auf Papier bannten. „Wir wollen die Kreativität hervorlocken und bündeln“, berichtet Annette Bullig, die in der Vergangenheit selbst Teilnehmerin des „Landsommers“ war und eine der Frauen ist, die zum Projekt der „Spinnenden Dorfweiber“ zählt. „Ich wollte auch gerne ein Seminar machen“, erzählt sie und freut sich, dass es geklappt hat.

Das sei auch die Intention, sagt Vera Henze, die das Kursangebot begleitet. „Frauen aus den eigenen Reihen sollen Angebote machen und den Teilnehmerinnen Zugang zu Ideen ermöglichen, die man alleine nicht hat.“

Mit einer geführten Collage starteten die Frauen in ihr Seminar: Sie erhielten konkrete Arbeitsanweisungen, arbeiteten auf ihrem Blatt – und mussten es dann an die nächste Mitstreiterin weitergeben. „Zum Schluss hat man sein eigenes Bild aber zu Ende bearbeitet“, sagt Annette Bullig. Was dabei herausgekommen ist, hängt am Sonntagnachmittag an einer Leine vor dem alten Schafstall: Bunte Collagen, mit Ausschnitten aus Zeitungen und Zeitschriften beklebt und mit ganz unterschiedlichen Materialien gestaltet: Pastelkreide, Acrylfarbe, Servietten. „Dabei hat man alle Möglichkeiten. Man kann mal etwas ganz anderes machen“, findet Annette Bullig.

Die Frauen sind sichtlich zufrieden mit ihrem ersten Tagwerk. Und schon mittendrin, das nächste fertig zu stellen: ein selbst gestaltetes Büchlein. Auf dem Tisch im Backhaus türmen sich die Materialien, die Buchumschläge werden immer bunter.

Zwischendurch erwartet die Teilnehmerinnen stets Abwechslung: ein Spaziergang durch den Wald, Improvisation oder ein Spiel wie „Stadt, Land, Fluss“. Obwohl vier der Frauen zu den „Spinnenden Dorfweibern“ zählen und sich eigentlich kennen, erfahren sie auf diese Weise viel Neues voneinander. „Man schaltet ab von allem“, findet Ulrike Schmidt. Und Marie Luise Gerull-Opper, die einzige Frau, die nicht zu den „Spinnenden Dorfweibern“ gehört, ist ebenfalls zufrieden: „Ich habe mich gleich gut aufgenommen und nicht als Außenseiterin gefühlt, obwohl die anderen sich schon kannten.“ Das Beste aber ist: „Es entstehen immer gute Gespräche“, sagt Doris Bolte.

Über Kultur und gemeinsame Aktivitäten miteinander ins Gespräch zu kommen: Das steckt hinter dem „Landsommer kreativ“. „In den vergangenen Jahren haben wir viel mit Stimme und Gesang, Bild und Theater gearbeitet“, sagt Vera Henze. „Wir verstehen Kreativität im ganz großen Sinne.“ Gefördert wurde der „Landsommer kreativ“ vom Land Niedersachsen und durch Christine Schröder, die Gleichstellungsbeauftragte der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen, im Rahmen des Projekts „älter-bunter-weiblicher“. Dass solche Angebote möglich sind, freut auch Teilnehmerin Marie Luise Gerull-Opper: „Es ist schön, dass wir so etwas vor Ort haben.“

www.landundkunst.de

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