Führerscheinsperre und Geldstrafe für 20-Jährigen / Betrunken mit Auto Mauer durchbrochen

Unfallfahrer muss weiter zu Fuß gehen

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Mediengruppe Kreiszeitung

Hollen - Von Dieter Niederheide. „Es grenzt an ein Wunder, dass aus diesem Auto jemand lebend herausgekommen ist“, meinte der Jugendrichter, nachdem er sich die Unfallfotos angesehen hatte. Bei besagtem Verkehrsunfall, der sich in Martfeld-Hollen in den Morgenstunden des 22. Novembers vergangenen Jahres ereignet hatte, wurde der 20-jährige Fahrer schwerstverletzt. Jetzt musste er sich wegen Straßenverkehrsgefährdung infolge von Trunkenheit vor dem Jugendrichter am Amtsgericht Syke verantworten. Er bekam eine Geldstrafe und eine Führerscheinsperre.

Der Heranwachsende aus Bruchhausen-Vilsen hatte bei dem Unfall unter anderem Schädelbrüche sowie Verletzungen am Sehnerv und im Gehörbereich erlitten. Den Sachschaden schätzte die Polizei auf rund 20 000 Euro. Der Fahrer hatte zum Unfallzeitpunkt 1,81 Promille Alkohol im Blut. Er selbst machte zum Vorfall keine Angaben. Er erklärte, sich nicht mehr daran zu erinnern.

Der junge Mann hatte nach eigenen Angaben eine Feier in Schwarme besucht, auf der Heimfahrt nach Bruchhausen-Vilsen kam er bei Hollen mit seinem Wagen von der Fahrbahn der Kreisstraße 144 ab. Das Auto durchbrach eine Grundstücksmauer und kam in einem Garten zum Stehen. Der 20-Jährige war in seinem demolierten Fahrzeug eingeklemmt, er wurde von Einsatzkräften der Feuerwehren Schwarme und Kleinenborstel befreit. Danach lag er längere Zeit im Krankenhaus.

Der Staatsanwalt beantragte nach dem Allgemeinstrafrecht eine Geldstrafe von 600 Euro und dass die aktuelle Führerscheinsperre noch sieben Monate gelten soll. Der Verteidiger setzte sich dafür ein, den Heranwachsenden nicht nach dem Erwachsenen-, sondern nach dem Jugendstrafrecht zu verurteilen. Er wies zudem darauf hin, dass sich sein Mandant wegen des Alkoholgehalts im Blut zur Unfallzeit einer Medizinisch-psychologischen Untersuchung stellen muss.

Der Jugendrichter verurteilte den Fahrer nach dem Erwachsenenstrafrecht zu 600 Euro Geldstrafe und ordnete eine Führerscheinsperre von noch sechs Monaten an. Die Tat sei keineswegs als jugendtypische Verfehlung einzuordnen, sagte er. Das Urteil ist rechtskräftig.

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