Voraussichtliche Öffnung am 1. Mai

Bäder in der Saisonvorbereitung: Bauarbeiten in Bruchhausen-Vilsen und Schwarme nötig

Frühjahrsputz im Wiehe-Bad: Schwimmmeister Hakon Esdorn (rechts) und sein Kollege Jendrik Roof sind dabei, die Fliesen im Becken von Schmutz zu befreien.
+
Frühjahrsputz im Wiehe-Bad: Schwimmmeister Hakon Esdorn (rechts) und sein Kollege Jendrik Roof sind dabei, die Fliesen im Becken von Schmutz zu befreien.

Samtgemeinde – Mit Schrubber und Hochdruckreiniger bewaffnet sind Schwimmmeister Hakon Esdorn und sein Kollege Jendrik Roof dabei, das Becken im Wiehe-Bad zu reinigen. Jede einzelne Fliese bekommt dabei die Aufmerksamkeit, die ihr zusteht. Und auf den Kacheln hat sich in den vergangenen Monaten einiges an Dreck angesammelt. Kein Wunder also, dass sich Hakon Esdorn dafür in seinen quietschgelben Schutzanzug geworfen hat.

„Den Dreck müssen wir anschließend noch mit der Schubkarre aus dem Becken befördern. Das ist alles reine Handarbeit“, erklärt Schwimmmeister Johann Esdorn. Aber warum der ganze Aufwand, wenn eine Öffnung der Bäder aufgrund der Pandemie noch auf der Kippe steht? „Falls wir am 1. Mai Besucher einlassen dürfen – unter Einhaltung welcher Regeln auch immer – wollen wir vorbereitet sein“, meint er.

Für die Reinigung und Instandsetzung des Beckens musste allerdings zuvor erst einmal das Wasser raus – und dabei handelt es sich um rund 2,5 Millionen Liter. Damit könnten 14 000 Badewannen gefüllt werden. Die Wassermengen wurden schrittweise in den Kanal abgelassen. „Das dauerte um die drei bis vier Tage“, sagt der Schwimmmeister.

Der plötzliche Wintereinbruch und die eisigen Temperaturen im Februar wirbelten den angesetzten Zeitplan jedoch ordentlich durcheinander. „Die Eisdecke war knapp 15 bis 20 Zentimeter dick. Bis das weggetaut war, hatten wir schon knapp eine Woche verloren. Aber nun kommen wir zügig voran, und ich bin optimistisch, dass wir bis zum 1. Mai alles fertig haben“, erklärt der 38-Jährige.

Als das Wasser raus war, machte sich das Team an die Grundreinigung und will das Becken nun auf Hochglanz polieren. Erst dann kann der Fliesenleger mit seinem Job beginnen. Um einen ungefähren Eindruck zu erhalten, inspizierte der örtliche Bauunternehmer Christoph Wendt von „Die Fliese“ bereits den Zustand des Beckens. „Insgesamt sind wir circa drei Wochen nur mit dem Schwimmbecken beschäftigt“, verrät Johann Esdorn.

Neben dem Fliesenaustausch und der Reparatur von Dehnungsfugen steht in diesem Jahr auch die Erneuerung des Beckenkopfes an. „Alle anfallenden Kosten trägt die Samtgemeinde. Bei diesen drei Maßnahmen reden wir von circa 20 000 Euro“, gibt Nils Igwerks vom Fachbereich Sport und Bäder an.

Hinzu kommt die Erneuerung von fünf Beckenanschlüssen, die rund 8 000 Euro kostet. „Durch die Beckenbewegung kam es zu Rohrbrüchen“, erklärt Schwimmmeister Esdorn. Dafür hat das Team im hinteren Bereich an der Rutsche bereits das Pflaster aufgenommen. Gebuddelt werden muss allerdings noch.

„Diese Maßnahme ist besonders aufwendig, da wir dafür das Grundwasser absenken müssen.“ Die Arbeiten sollen dennoch in dieser Woche beginnen. „Wenn wir alles beim Alten belassen würden, kann das Wasser nicht ins Becken fließen und ein nicht ausreichender Wasseraustausch kann zu einer schlechteren Wasserqualität führen. Das wollen wir schließlich vermeiden“, sagt Johann Esdorn. Weiterhin stehen noch Malerarbeiten an der Fassade des Technikraums und der Gaststätte an. 5 000 Euro hat die Samtgemeinde dafür eingeplant.

Für das Auge des Gastes verändert sich hingegen nicht besonders viel im Wiehe-Bad. „Unser Trumpf ist noch immer das neue Babybecken, welches wir ja bereits für die letzte Saison hergerichtet haben“, meint der 38-Jährige. Apropos Babybecken: Dort gehen die Arbeiten jetzt noch weiter, denn der Entleerungsschieber muss ausgetauscht werden, was die Samtgemeinde rund 4 000 Euro kostet.

Aber nicht nur im Wiehe-Bad in Bruchhausen-Vilsen wird fleißig gearbeitet, sondern auch im Freibad in Schwarme. Auch das soll schließlich bei einer möglichen Öffnung sofort betriebsbereit sein. Dort stehen Putzarbeiten an der Fassade sowie ebenfalls der Fliesenaustausch und die Reparatur von Dehnungsfugen und dem Beckenkopf auf dem Plan. Alles in allem fallen für diese Maßnahmen rund 13 000 Euro an.

Mit Blick auf den 1. Mai sagt Johann Esdorn: „Ich weiß nicht, wie die Situation dann aussehen wird, aber falls wir tatsächlich öffnen dürfen, setzen wir auf das bewährte Hygienekonzept der vergangenen Saison. Damit durften sich rund 150 Personen gleichzeitig im Wiehe-Bad aufhalten, es galt die Pflicht zum Tragen einer Maske im Eingangsbereich sowie in den Umkleiden, und wir haben das Becken in verschiedene Bahnen eingeteilt.“

Unter diesen Umständen sei die Saison 2020 „super gelaufen“. Und das wünscht sich der Schwimmmeister auch für dieses Jahr: „Ich wäre schon hoch zufrieden, wenn wir mit diesen Einschränkungen öffnen könnten, und hoffe natürlich, dass wir 2021 auch Besuchern Zutritt in das Freibad in Schwarme verschaffen können. Das war nämlich vergangenes Jahr geschlossen.“

Ein aufwendiges Vorhaben: Schwimmmeister Johann Esdorn (links) und Bauunternehmer Christoph Wendt inspizieren die Baustelle im hinteren Bereich des Bades. Dort müssen fünf Beckenanschlüsse erneuert werden.

Falls noch andere, neue Corona-Maßnahmen für eine Öffnung vorgesehen sein sollten, könne sich das Bäder-Team auch auf diese schnell und kurzfristig einstellen, „denn wir sind gut vorbereitet“, verspricht Johann Esdorn.

Schwimmkurse

Wenn es dann auch noch das Wetter zulässt, könnten zudem die Kinder, die im vergangenen Herbst mit den Seepferdchen-- Schwimmkursen im Hallenbad Martfeld gestartet sind, diese in den Freibädern erneut aufnehmen. Unterbrochen wurde der Unterricht damals durch den Lockdown.

Deswegen haben sich die Schwimmmeister Johann und Hakon Esdorn jetzt überlegt, wie sie den Kindern doch noch zu ihrem Seepferdchen verhelfen können. Da die aktuelle Hallenbad-Saison vorbei ist, werden sie das Restgeld für den Kurs erstatten. Wie das Prozedere dafür aussieht, teilen sie den betroffenen Eltern und Kindern per E-Mail mit.

„Die 40 Kinder, die im letzten Jahr angefangen haben, kriegen einen Platz in den Kursen im nächsten Herbst und Winter“, sagt Johann Esdorn. Dafür müssen die Eltern ihre Kinder erneut anmelden. Er und sein Bruder Hakon hätten entschieden, die Freischwimmer-Kurse in der kommenden Saison gänzlich zu streichen. Dafür beginnen die Seepferdchen-Kurse komplett von vorne. „Wir starten wieder mit 20 Terminen“, sagt Johann Esdorn.

Wenn es die Lage und das Wetter zulassen, wird er gemeinsam mit seinem Bruder im Sommer Kurse in den Freibädern anbieten. „Wer daran Interesse hat, kann sich bei uns melden. Dafür führen wir eine unverbindliche Liste.“ Dennoch soll man sich in diesem Fall unbedingt trotzdem für eine Kursteilnahme im Herbst oder Winter anmelden. Wer dann sein Seepferdchen im Sommer schaffe, könne seinen Platz für ein anderes Kind in der Herbst- oder Wintersaison freimachen.

Kontakt

Schwimmmeister Johann Esdorn ist für Fragen per E-Mail an johann.esdorn27327@gmail.com zu erreichen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Die Idee in der Flasche abgefüllt: Likörkreation aus Sulingen

Die Idee in der Flasche abgefüllt: Likörkreation aus Sulingen

Die Idee in der Flasche abgefüllt: Likörkreation aus Sulingen
Filmcrew dreht Musikvideo für „Beast 51“ in Twistringen mit vielen Statisten

Filmcrew dreht Musikvideo für „Beast 51“ in Twistringen mit vielen Statisten

Filmcrew dreht Musikvideo für „Beast 51“ in Twistringen mit vielen Statisten
Eröffnung des Gartenkultur-Musikfestivals 2021 auf dem Hohen Berg in Syke

Eröffnung des Gartenkultur-Musikfestivals 2021 auf dem Hohen Berg in Syke

Eröffnung des Gartenkultur-Musikfestivals 2021 auf dem Hohen Berg in Syke
Wilfried Plinke verlässt Tischlerei Wilkens nach mehr als 45 Jahren

Wilfried Plinke verlässt Tischlerei Wilkens nach mehr als 45 Jahren

Wilfried Plinke verlässt Tischlerei Wilkens nach mehr als 45 Jahren

Kommentare