Rat stimmt für modernen Bau an der Klostermühle

Der Weg ist frei für den Domus

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Blick auf die Klostermühle

Br.-Vilsen - Der Rat des Fleckens Bruchhausen-Vilsen beschloss am Mittwochabend während seiner Sitzung im Ratssaal die Änderung des Bebauungsplans (B-Plans) „Klostermühle“.

Das heißt, Familie Brüning als Inhaberin der Klostermühle darf vonseiten der Gemeinde am Heiligenberg 2 ein Gaststätten- und Beherbergungsbetrieb führen, das geplante Bettenhaus (Domus) errichten und weitere bauliche Veränderungen (zum Beispiel Bau von Parkplätzen und Gestaltung der Außenanlage) rund um die Klostermühle vornehmen. Die Ziele des B-Plans sind, die Klostermühle zu erhalten und das Gebäude der Allgemeinheit weiterhin zugänglich zu machen.

Vor allem die Errichtung des Domus‘ hatte im Vorfeld der Sitzung für Diskussionen gesorgt (wir berichteten). Daher nahmen auch rund 40 Gäste, darunter Adelheid Brüning, an der Sitzung teil.

Einige Besucher meldeten sich während der Einwohnerfragestunde zu Wort. Sie kritisierten überwiegend den Bau des Domus‘, der aufgrund seines modernen Äußeren nicht zum historischen Gebäude der Klostermühle passe. „Der eine findet den geplanten Bau hässlich, der andere nicht“, sagte Gemeindedirektor Bernd Bormann. Über Geschmack lasse sich streiten. Es gebe beim Denkmalschutz zwei Ansätze, ein Denkmal hervorzuheben: ein ähnliches Haus neben das vorhandene zu setzen oder ein gegensätzliches.

„Die Sache ist entscheidungsreif. Wir sollten sie nicht aufschieben“, betonte Bürgermeister Peter Schmitz (SPD). Das sahen die anderen Ratsmitglieder auch so. Sie trafen jeweils eine Entscheidung und begründeten diese. In ihre Argumentationen flossen die vielen eingegangenen schriftlichen Stellungnahmen von Behörden, Privatpersonen und Unternehmen zum B-Plan sowie die Bedenken der Zuhörer der Ratssitzung mit ein.

Walter Kreideweiß (Grüne) beantragte, einige Änderungen am vorliegenden B-Plan-Entwurf vorzunehmen, was der Rat ablehnte (siehe Artikel rechts). Daher stimmte er gegen den Plan. Auch Thomas Tholl (CDU) war dagegen. Ihm seien die geplanten Änderungen zu gravierend.

„Wir haben großes Glück, dass wir jemanden gefunden haben, der in die Klostermühle investiert“, sagte Wolfgang Griese (CDU). Allerdings habe er etwas gegen den Domus. „Ich finde es nicht gut, wenn ein strohgedecktes Haus in einem Industriegebiet steht oder ein Industriebau in einem Wohngebiet“, erklärte er beispielhaft. Er habe nichts gegen moderne Bauten, aber beim Domus hätte man mehr darauf achten sollen, dass er sich besser in die Landschaft integriere. „Ich werde mich daher enthalten.“ Auch Werner Pankalla enthielt sich. „Familie Brüning hat auf dem Heiligenberg drei Häuser in altem Stil neu gebaut. Da hatte keiner was gegen. Warum verfahren Brünings bei der Klostermühle nicht auch so?“, fragte der Christdemokrat in die Runde.

Lars Bierfischer (SPD) sagte: „Unser Ziel ist der dauerhafte Erhalt der Klostermühle mit der Entwicklung des Tourismus.“ Seiner Fraktion sei es wichtig, dass das Dach des Domus‘ bepflanzt wird. „Da haben wir die Zusage von Brünings“, sagte Bierfischer.

Bernd Schneider (Grüne) erklärte: „Der Domus ist gewagt. Wir wissen nicht, wie er sich in das gesamte Erscheinungsbild der Klostermühle einfügen wird.“ Trotzdem finde er das Projekt gut durchdacht. Er glaube, dass das Äußere, wenn es erst einmal fertig ist, sehr ansprechend sein werde. Diese Meinung teilte Christel Stampe (SPD). Sie sei begeistert von dem Projekt und glaube, dass die Klostermühle in Zukunft viele Touristen anziehen wird. Was ja auch das Ziel sei. „Ich bin zuversichtlich, dass das Ergebnis überzeugen wird“, sagte Meina Fuchs (Grüne). „Ich finde den Domus hässlich“, sagte Stephanie Schmitz (CDU). Trotzdem überwiege bei ihr die Hoffnung, dass die Investoren die Klostermühle nicht nur sanieren, sondern auch hübscher machen werden. „Ich hoffe, dass dort etwas geschaffen wird, wo man gerne hingeht.“

Dietrich Wimmer (SPD) erklärte: „Ich bin vom Gegner zum Befürworter des Domus‘ geworden. Der erste Entwurf hat mich schockiert. Doch durch viele Gepräche habe ich mich überzeugen lassen.“

Hermann Hamann (SPD) sagt: „Wenn an der Klostermühle nichts passieren würde, würde sie verfallen.“ Daher sei er froh, dass Familie Brüning dort investiere.

Bernd Prumbaum (SPD) berichtete: „Ich gehöre zu den wenigen, die das Gebäude von Anfang an gut fanden. Viele Leute, die heute skeptisch sind, werden in zwei Jahren sagen, wie toll es geworden ist.“ asc

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