Reiz der Vogelperspektive

Fotograf Eberhardt Schumann aus Bruchhausen-Vilsen schickt die Drohne los

Mann im Profil mit einem Steuergerät für Drohnen samt Bildschirm in der Hand.
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Über den Monitor sieht Eberhardt Schumann, was die Drohnenkamera gerade aufnimmt. Über die Joysticks steuert er das Fluggerät.

Der Blick von oben auf ein Haus oder Bauwerk. Mit Drohen sind solche Aufnahmen kein Problem mehr. Profi-Drohnen haben einen stolzen Preis und beim Steigen lassen, ist einiges zu beachten.

Br.-Vilsen – Bis 1990 waren Luftbildaufnahmen eine hochsensible Angelegenheit. Jede Einzelne musste genehmigt werden. Oder man musste findig sein. „In den 70er- und 80er-Jahren habe ich Hoya von oben fotografiert. Mit meiner schweren Ausrüstung bin ich die Feuerwehrleiter hochgeklettert“, sagt Fotograf Eberhardt Schumann aus Bruchhausen-Vilsen über diese Auftragsarbeit der Stadtverwaltung.

Und heute? Vermutlich lag bei vielen eine Drohne unter dem Weihnachtsbaum. Je nach Anforderung kann man sein Haus mithilfe eines Multicopters ab etwa 100 Euro von oben fotografieren.

Fotografen wie Eberhardt Schumann greifen natürlich auf anderes Material zurück. Neben der Kamera sind ruhige Flugeigenschaften entscheidend, um perfekte Bilder zu produzieren. Die besten seiner Aufnahmen sollen in diesem Jahr in einem Bildband veröffentlicht werden, sobald sein aktuelles Projekt zu Mühlen abgeschlossen ist.

Schumann: Drohnen-Pionieren in der Samtgemeinde

Eberhardt Schumann ist seit 1979 Fotograf. „Eigentlich wollte ich nicht mehr auf die digitale Fotografie umsteigen, 2012 kaufte ich mir dann doch meine erste Digitalkamera“, sagt der Bruchhausen-Vilser. Drei Jahre später folgte die erste Drohne – mit Digitalkamera. Damit gehört er wohl zu den Drohnen-Pionieren in der Samtgemeinde.

In der Regel hat er seinen Multicopter immer dabei. So kann der Fotograf schnell Luftbildaufnahmen machen, wenn die Situation es erfordert. Dies können beispielsweise ein Regenbogen oder eine Wolkenformation sein. „Wolken faszinieren mich. Es muss nicht immer der blaue Himmel sein.“ Sie geben der Aufnahme eine gewisse Spannung. Im Lauf der Zeit hat Schumann die komplette Samtgemeinde von oben fotografiert, von Martfeld über Schwarme bis nach Asendorf inklusive der Ortsteile. Fehlen dürfen nicht die markanten Punkte wie das Wiehe-Bad oder die B 6, die sich durch Asendorf schlängelt.

Drohen fliegen mehrere Kilometer weit

Mit den Aufnahmen soll sich der Betrachter identifizieren können. Das eigene Haus aus der Luft zu sehen, löst eine andere Betrachtung aus. Ein weiterer Gesichtspunkt ist die Dokumentation für die Nachwelt. „Vielleicht interessiert es jemanden einmal, wie es heute hier aussah“, sagt Schumann. Denn alleine in den fünf Jahren, in denen er Luftaufnahmen macht, hat sich viel verändert. Im Rahmen der Flurbereinigung entstanden zum Beispiel Schlatts in der Samtgemeinde.

Schumanns Bilder sind häufig Naturaufnahmen. Dies hat neben seinem Faible für die Schönheit der Landschaft auch rechtliche Gründe. Um auf der sicheren Seite zu sein, hat er die Software so eingestellt, dass die Drohne maximal 120 Meter hoch und 300 Meter weit fliegt. „Sie könnte 5 400 Meter weit fliegen. Aber ich fliege nur auf Sicht. Sonst wird es auch gefährlich“, erklärt Schumann. Würde die Drohne fünf Kilometer weit weg fliegen, „hört und sieht man von ihr nichts mehr“. Die Kontrolle würde ausschließlich über den Monitor am Controller erfolgen.

Die Drohnen sind so konstruiert, dass sie diverse Sicherheitsmerkmale haben. Das Fluggerät kommt per Knopfdruck alleine zum Startpunkt zurück oder bricht seinen Flug ab, wenn die Akkus einen bestimmten Ladezustand unterschreiten.

Eine Akkuladung hält knapp eine halbe Stunde. Um über den Arbeitstag zu kommen, hat Eberhardt Schumann diverse Ersatzakkus bei sich. Nur so sind Auftragsarbeiten zu bewerkstelligen. „Manchmal mache ich auch Videos. Ich bin aber Fotograf“, betont Schumann seinen Schwerpunkt.

Für jeden Flug gibt es im Flugbuch einen Eintrag. Schumann: „So weiß ich alles über die Aufnahme, Ort, Zeit und Wetter.“ Heute ist so ein Buch keine Pflicht mehr. Da diese aber nützlich sind, sind Flugbücher teilweise in den Drohnen-Apps enthalten.

Neben den lokalen Aufnahmen haben es Schumann Steinbrücken in Deutschland angetan. Im Urlaub steuert er gezielt Orte an, an denen solche Bauwerke stehen. „Meiner Frau ist das manchmal ein bisschen viel“, gesteht er. Doch die Aufnahmen von oben oder die Seitenansicht aus ungewöhnlicher Höhe haben ihren besonderen Reiz. Die Bilder wirken noch intensiver, wenn man sie groß druckt. Für Ausstellungen hat Eberhardt Schumann sie auch schon auf 1,5 Meter breiter Lkw-Plane gedruckt.

Drohne: Piloten müssen sich registrieren

Gut zu wissen: Ob in Elektrofachmärkten oder in Spielzeugabteilungen, Drohnen gibt es in vielen Größen und Ausführungen. Wer eine Drohne zum Fliegen bringt, muss Regelungen und Gesetze beachten. Seit Januar ersetzt die deutsche Drohnenverordnung eine EU-Verordnung. Die Registrierung ist auf der Seite des Luftfahrt-Bundesamtes (LBA) online möglich. Ausgenommen sind Drohen, die als Spielzeug (ohne Kamera) eingestuft sind. Schon heute gilt: Drohnen mit mehr als 250 Gramm Startgewicht brauchen eine Kennzeichnung mit Namen und Adresse des Eigentümers. Ab zwei Kilo benötigt man einen „Drohnenführerschein“. Bescheid wissen muss man über zahlreiche Flugverbotszonen beispielsweise über Bundesstraßen, Flughäfen oder über Menschenmengen.

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