Fördergemeinschaft hat Leerstände im Blick / Positives Fazit des Jahres 2014

„Wir brauchen Leute, die Mut haben“

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Geschäftsführer Friedrich „Ecki“ Meyer (links) und Vorsitzender Michael Sommer blicken zufrieden auf 2014 zurück.

Br.-Vilsen - Von Mareike Hahn. Kleine Städte und Gemeinden kämpfen in ganz Deutschland gegen Leerstände. Auch in Bruchhausen-Vilsen wurde in diesem Jahr immer wieder diskutiert, wie man neue Geschäfte in den Ort locken kann. Ein Interview mit dem Geschäftsführer Friedrich „Ecki“ Meyer und dem Vorsitzenden Michael Sommer von der Fördergemeinschaft:

Wie lautet Ihr Fazit für 2014?

Michael Sommer: Wir haben unsere Ziele erreicht: Wir konnten unsere Mitgliederzahl erhöhen, und die Märkte der Fördergemeinschaft sind erfolgreich verlaufen. Die Beteiligung an unseren Veranstaltungen wird immer größer, wir bekommen immer mehr Anfragen von Ausstellern, die daran teilnehmen möchten. Einige Dinge bewegen sich, zum Beispiel das Einzelhandelskonzept, das wir zusammen mit der Wirtschaftsförderung angeschoben haben und das Anfang nächsten Jahres fertig sein soll.

Gab es auch Rückschläge?

Sommer: Eigentlich nicht. Ein paar Dinge haben wir verschoben, aber man muss ja auch was in petto haben.

Was haben Sie verschoben?

Sommer: Dinge, die wir im Kopf haben, um die Attraktivität des Orts zu steigern und noch mehr Kunden anzulocken.

Meyer: Der Vorstand hat überlegt, im nächsten Jahr neutrale Geschenkgutscheine einzuführen. Wir wollen einen Gutschein erarbeiten, den man in allen Mitgliedsbetrieben der Fördergemeinschaft einlösen kann.

Sommer: Wir diskutieren noch über die Bezugsquelle. Sie hatten mal ein Seniorentaxi angedacht.

Meyer: Das Thema haben wir erst mal zurückgestellt. Die Resonanz ist nicht so, wie wir uns das gedacht hatten. Außerdem wollten wir zunächst den Einkaufsplaner „Schauen, Shoppen, Schlemmen“ erstellen. In dem Flyer sind die Geschäfte in Bruchhausen-Vilsen mit ihren Öffnungszeiten und Adressen zu finden.

Die Firma „Stadt + Handel“, die derzeit das Einzelhandelskonzept erstellt, hat festgestellt, dass das Leerstand-Niveau in Bruchhausen-Vilsen noch recht gut ist.

Sommer: Wenn man sich Orte wie Hoya anschaut, stehen wir noch gut da. Wir haben als Luftkurort einige Vorteile. Durch die Museumseisenbahn kommen Touristen in den Ort. Und für viele Leute ist es interessant, einfach von der Bundesstraße 6 abzubiegen und gleich in Bruchhausen-Vilsen zu sein.

Meyer: Unser Ziel für das nächste Jahr ist auf jeden Fall, die aktuellen Leerstände zu beseitigen. Es tut sich was: „Strick + Mode“ ist ab Februar im „Martinette“-Haus zu finden. Und in die alte „Spielekiste“ zieht der Eine-Welt-Laden aus der Langen Straße.

Sommer: Man muss gucken, welches Sortiment sich anbietet. Man braucht nicht zwei Vodafone- und drei Computerläden. Aber es ist nicht so einfach, neue Unternehmen herzuholen. Wir sind ständig an diesem Thema dran. Die Attraktivität ist da – wir haben Industrie, Kultur, Kunst, Tourismus und attraktive Märkte von der Fördergemeinschaft. Wenn man sich bei Rewe oder an der Bahnhofstraße umschaut, sieht man nicht nur Autos aus Bruchhausen-Vilsen. Auch Verdener und Nienburger kommen her. Das ist super und trägt uns. Außerdem gucken die Geschäfte im Ort stets nach vorne, statt zu schlafen.

Was für neue Geschäfte wünschen Sie sich?

Sommer: Es gibt bisher kein Herrenoberbekleidungsfachgeschäft. Eine eigene Wäscherei wäre auch schön, aktuell haben wir nur eine Annahmestelle. Und eine Sportsbar fehlt, in der sich die Generationen treffen können. Wichtig ist auch, dass das alte Post-Gebäude wiederbelebt wird. Die Eigentümergemeinschaft ist wohl bereit, was zu machen für langfristige Mieter. Aber wir brauchen auch Leute, die den Mut haben, einen Betrieb aufzubauen. Ein Lebensmittelmarkt in Vilsen wäre sinnvoll – mit einem Sortiment für den täglichen Bedarf, sodass ältere Generationen dort ihre Lebensmittel kaufen können.

2013 hat sich ein Arbeitskreis zur Wiederbelebung des Vilser Ortskerns gegründet, allerdings mangelte es schnell an Ideen. Dieses Jahr hat der Kreis gar nicht öffentlich getagt. Was ist daraus geworden?

Meyer: Wir wollen uns erst mal ums Einzelhandelskonzept kümmern. Dafür hat sich ein neuer Arbeitskreis gegründet, der das alte Thema mit übernimmt.

Seit Jahren wünschen sich viele Bruchhausen-Vilser einheitliche Öffnungszeiten in den Geschäften. Gibt es Grund zur Hoffnung?

Sommer: An dem Thema wird 2015 weiter gearbeitet.

Meyer: Leider ist es sehr schwierig, einheitliche Öffnungszeiten zu schaffen. Deshalb ist es wichtig, dass im neuen Einkaufsplaner alle Öffnungszeiten stehen.

Sommer: Das ist eine Personalfrage. Schön wäre wenigstens eine Kernzeit.

Meyer: Beim Sonntagsverkauf – wir würden gerne an jedem ersten Sonntag im Monat die Geschäfte öffnen – haben wir das gleiche Problem. Wenn ein Ehepaar alleine im Verkauf tätig ist, braucht es Mittagspausen und freie Tage. Aber wir bleiben am Ball.

Welche Wünsche haben Sie noch fürs neue Jahr?

Sommer: Dass unsere Mitgliedsbetriebe weiter gute Geschäfte machen.

Meyer: Wir wollen uns stets weiter verbessern – auch bei den Märkten.

Herr Sommer, werden Sie nächstes Jahr wieder als Vorsitzender kandieren?

Sommer: Ich wurde darum gebeten und kann mir das vorstellen – weil die Zusammenarbeit gut funktioniert.

Jahreshauptversammlung: Die Fördergemeinschaft Bruchhausen-Vilsen trifft sich am Montag, 2. Februar, um 19.30 Uhr zur Jahreshauptversammlung im Restaurant Dillertal. Neben einigen Berichten stehen Wahlen auf der Tagesordnung: Sowohl Vorsitzender Michael Sommer als auch Kassenwart Robert Ehrenbruch kandidieren erneut für ihre Ämter. Thema ist auch eine Ergänzung der Geschäftsordnung. Ferner sprechen mehrere Gäste Grußworte.

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