Martfeld will 2017 zwei Verfahren anmelden

Flurbereinigung: Der Weg ist noch lang

Martfeld - Die Gemeinde Martfeld strebt zwei Flurbereinigungsverfahren an: eins in der Gemarkung Hustedt und eins in der Gemarkung Kleinenborstel. Um Genehmigungen dafür zu bekommen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. So verlangt die niedersächsische Landesregierung „einen gewissen ökologischen Mehrwert“, wie Gemeindedirektor Bernd Bormann während der jüngsten Sitzung des Martfelder Gemeinderats erklärte. „Zurzeit sind wir zusammen mit dem Amt für regionale Landesentwicklung und der Unteren Naturschutzbehörde dabei, diesen ökologischen Mehrwert zu ermitteln“, sagte Bormann. „Ziel ist es, die Verfahren im Januar 2017 beim Land anzumelden.“

Das Thema stand auf der Tagesordnung der Sitzung, weil die Unabhängige Liste Martfeld (ULM) um einen Sachstandsbericht gebeten hatte. „Seit ein paar Monaten hört man überhaupt keine konkreten Aussagen mehr“, kritisierte Fraktionsvorsitzender Torsten Tobeck. Bormann beruhigte ihn und betonte, dass sich die Gemeinde an die übliche Vorgehensweise halte.

ULM-Politiker Heinrich Lackmann schlug vor, möglicherweise auch die Martfelder Heide einzubeziehen: „Ich habe den Eindruck, dass einige Landwirte dort für eine Flurbereinigung zu gewinnen wären.“ Laut Bormann gibt es in der Gemarkung Martfeld aktuell jedoch „keinerlei Ambitionen“. Grund sei die ablehnende Haltung, die die Mehrheit der dort ansässigen Landwirte bei Gesprächen mit dem Amt für regionale Landesentwicklung gezeigt habe.

„Ob in Martfeld irgendwann in einem zweiten Stepp noch eine Flurbereinigung hinzukriegen ist, müssen wir abwarten“, sagte Bormann. „Nach der Martfelder Heide wurde noch nicht explizit geguckt“, entgegnete Lackmann. Bormanns Antwort: „Falls wir in Hustedt und Kleinenborstel den ökologischen Mehrwert nicht hinbekommen, prüfen wir natürlich, ob wir andere Gebiete einbeziehen können.“

Gleichzeitig sprach der Gemeindedirektor von einem „langen Weg“ und bat um Geduld: „Auch wenn wir 2017 beide Verfahren angemeldet haben, wird es bis zur ersten Maßnahme noch lange dauern.“ Joachim Masemann, Ortsvertrauenslandwirt aus Hustedt, mahnte, dass bereits viele Wege kaputt seien. Man könne sie nicht noch Jahre im jetzigen Zustand belassen, um sie erst im Zuge der Flurbereinigung zu sanieren.

mah

Rubriklistenbild: © dpa

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