Geplantes Verfahren stößt auf Zustimmung

Die Flurbereinigung kann kommen

Graue - Ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer Flurbereinigung in Graue und Brebber ist getan. Bei einem Informationsabend im Gasthaus Steimke in Graue berichtete die zuständige Behörde, das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) aus Sulingen, über den aktuellen Stand der Planungen.

Kritik an dem, was der Arbeitskreis bisher erarbeitet hat, gab es kaum. Insgesamt wertete ArL-Dezernatsleiter Olaf Stührmann die Wortmeldungen als „Zustimmung“. Deshalb werden er und sein Kollege Joachim Delekat nun beim Land die Genehmigung für das Flurbereinigungsverfahren beantragen. Wenn die Regierung grünes Licht gibt, wählen die Teilnehmer (also die Grundbesitzer) einen Vorstand, der über die konkreten Maßnahmen befinden soll.

„Es ist ein Kompromiss“, wiederholte Stührmann während des Infoabends immer wieder. Der vorläufige Maßnahmenkatalog, den der vor einem Jahr gebildete Arbeitskreis zusammengestellt habe, erfülle sicher nicht alle Wünsche. „Aber es muss auch bezahlbar sein“, sagte Stührmann.

Nach aktuellem Stand wird der Pflichtteil des Verfahrens 2,98 Millionen Euro umfassen. Allein 2,65 Millionen Euro davon entfallen auf den Wegeausbau, dazu kommen beispielsweise noch Kompensationsmaßnahmen. 75 Prozent der Kosten zahlen Land, Bund und Europäische Union. Die restlichen 25 Prozent teilen sich die Gemeinde und die Flächeneigentümer.

Pflichtprogramm und freiwillige Maßnahmen

Die Teilnehmer müssen insgesamt 372.500 Euro aufbringen. Ihr Beitrag soll bei 295 Euro pro eingebrachtem Hektar liegen. Maximal, versprach Stührmann: „Wir planen immer vorsichtig. Es kann auch günstiger werden.“

Der Dezernatsleiter wies darauf hin, dass das ArL Eigentümer von einer Zahlung entbindet, wenn sie nicht von der Flurbereinigung profitieren. Umgekehrt bedeutet das: „Sie müssen zahlen, wenn Sie einen Nutzen von der Flurbereinigung haben, zum Beispiel durch einen ausgebauten Weg.“

Zusätzlich zum Pflichtprogramm könnten freiwillige Maßnahmen zur Pflege der Landschaft für 175.000 Euro umgesetzt werden. Auch dabei übernehmen Land, Bund und EU drei Viertel der Kosten. Für den Rest müssen die Gemeinde und/oder freie Träger aufkommen. Die Flächeneigentümer werden dafür nicht zur Kasse gebeten.

Das Flurbereinigungsgebiet ist 1 750 Hektar groß und umfasst neben den Gemarkungen Brebber und Graue auch einen Teil von Dienstborstel (Gemeinde Staffhorst). Detailliert stellten Stührmann und Delekat den rund 70 Anwesenden die geplanten Projekte vor. „Wir wollen die Arbeitsverhältnisse der Landwirte und die Lebensverhältnisse aller Anwohner verbessern“, sagte Stührmann. „Wir wollen keinen Streit mit Ihnen. Wir wollen Ihnen etwas Gutes tun.“

ArL rechnet mit Zustimmung aus Hannover

Stührmann betonte, dass das ArL auch die Breitbandversorgung im Blick habe: „Wir versuchen, bei unseren Baumaßnahmen gleich Kabel oder Leerrohre mitzulegen – damit nicht ein gerade fertiger Weg gleich wieder aufgerissen werden muss.“

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium habe sich im Januar alle Wege angesehen, die im Zuge der Flurbereinigung voraussichtlich ausgebaut werden sollen, fuhr der Dezernatsleiter fort. „Von fachlicher Seite hat das Ministerium nichts zu kritisieren.“ Das ArL rechnet daher damit, dass Hannover dem Verfahren zustimmen wird. Wenn die formelle Einleitung, wie erwartet, noch in diesem Jahr erfolgt, könnten die geplanten Maßnahmen laut Projektleiter Delekat von 2020 bis etwa 2025 umgesetzt werden.

Nach Stührmanns Angaben muss am Ende der Flurbereinigung jedes Flurstück – mit Ausnahme von Wald – erschlossen sein. - mah

Rubriklistenbild: © Symbolbild: imago/Arnulf Hettrich

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