Arbeitskreis für Haendorf-Essen-Brüne gegründet

Flurbereinigung: Das Interesse ist da

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Olaf Stührmann (links) und Joachim Delekat (rechts) vom Amt für regionale Landesentwickung mit den Mitgliedern des Arbeitskreises: (von links) Lutz Brinker, Katrin Gieße, Joachim Brüning, Wilken Meyer, Hartmut Mahlstedt, Peter Killen, Sven Clausen, Christoph Stegemann-Auhage, Dieter Heusmann, Heinrich Timke, Jürgen Harms, Frank Dohemann und Hanns-Martin Rothschild.

Haendorf - Die Flurbereinigungsverfahren westlich der Bundesstraße 6 in der Gemeinde Asendorf sind bereits angelaufen, die Flurbereinigung Brebber-Graue beginnt voraussichtlich im Spätsommer. Und es tut sich noch mehr: Bürgermeister Heinfried Kabbert freut sich, „dass sich der Kreis jetzt schließt und über den Bereich Haendorf-Essen-Brüne auch ein Flurbereinigungsverfahren gelegt werden könnte“.

Kabbert begrüßte kürzlich im „Treffpunkt“ in Haendorf etwa 40 Einwohner, die sich über eine mögliche Flurbereinigung in Haendorf, Essen und Brüne informieren wollten. Anwesend waren auch Olaf Stührmann und Joachim Delekat von der Geschäftsstelle Sulingen der Flurbereinigungsbehörde, des Amts für regionale Landesentwicklung (ArL) Leine-Weser.

Bei einer Versammlung der Jagdgenossen im November hatte sich gezeigt, dass im Raum Haendorf-Essen-Brüne großes Interesse an einer Flurbereinigung besteht. Also leitete das ArL die ersten Schritte ein.

Grundsätzlich, sagte Stührmann jetzt im „Treffpunkt“, verbessert eine Flurbereinigung die Lebens- und Arbeitsverhältnisse im ländlichen Raum. Sie erleichtert zudem eine ökonomische Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Flächen und sorgt durch Straßenausbaumaßnahmen für ein leistungsfähigeres Wegenetz.

Landschaftsgestaltende Maßnahmen möglich

Betriebswirtschaftliche Vorteile für die ansässigen Betriebe stehen nach Stührmanns Aussage im Vordergrund, doch eine Erneuerung des Wegenetzes diene auch der Naherholung und der touristischen Nutzung.

Im Rahmen einer Flurbereinigung seien darüber hinaus landschaftsgestaltende Maßnahmen möglich, wobei Aspekte der Wasserwirtschaft, des Naturschutzes und der Landschaftspflege berücksichtigt würden. Schlatts könnten wiederhergestellt, Gewässerrandstreifen verbreitert und Feldhecken gepflanzt werden. Außerdem bekomme die Gemeinde die Chance, einen Ökopool zur Kompensation für später geplante Baumaßnahmen anzulegen.

75 Prozent der Kosten des Verfahrens übernehmen Land, Bund und Europäische Union. 25 Prozent müssen von den Beteiligten aufgebracht werden, zu denen neben den Flächeneigentümern auch die Gemeinde zählt. Unterm Strich sollten die Grundbesitzer mit Kosten von 240 bis 300 Euro pro einbezogenem Hektar rechnen. Sie werden allerdings nur hinsichtlich der Pflichtmaßnahmen wie Straßenausbau zur Kasse gebeten, nicht aber bei den landschaftspflegerischen Maßnahmen. Bei Letzteren müssen die Gemeinde oder andere Träger die 25 Prozent aufbringen.

Bevölkerung und Land müssen zustimmen

Bevor ein Flurbereinigungsverfahren eingeleitet werden kann, muss ein Arbeitskreis gebildet werden, der die Abgrenzung des Planungsgebiets, die Wegeplanung und die Gestaltungsmaßnahmen erarbeitet. Anschließend muss er die entwickelten „Neugestaltungsgrundsätze“ zusammen mit den Kosten in einer Bürgerversammlung vorstellen. Außerdem muss der Arbeitskreis die Öffentlichkeit über die Planungen auf dem Laufenden halten. Eine Aufnahme in das niedersächsische Flurbereinigungsprogramm erfolgt nur, wenn das Vorhaben eine breite Zustimmung in der Bevölkerung erfährt, betonte Arl-Dezernatsleiter Stührmann. Des Weiteren muss das Land zustimmen.

Dieter Heusmann aus Altenfelde hatte nach zahlreichen Gesprächen eine Vorschlagsliste mit möglichen Mitgliedern für den Arbeitskreis erarbeitet, die von allen Anwesenden akzeptiert wurde (siehe Kasten).

Der erste Schritt in Richtung Flurbereinigung Haendorf-Essen-Brüne ist also getan. Wenn alles wie geplant verläuft, könnte im Spätsommer des Jahres 2019 die Anordnung des Verfahrens erfolgen, anschließend der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft (also der Grundeigentümer) gewählt werden und 2025 nach dem Flächentausch die Besitzeinweisung erfolgen. - bt

Mitglieder im Arbeitskreis

– Dieter Heusmann, Altenfelde

– Peter Killen, Altenfelde

– Sven Clausen, Heithüsen

– Lutz Brinker, Essener Heide

– Hanns-Martin Rothschild, Affendorf

– Wilken Meyer, Haendorf

– Heinrich Timke, Altenfelde

– Joachim Brüning, Brüne

– Frank Dohemann, Essen

– Jürgen Harms, Essen

– Katrin Gieße, Steinborn

– Hartmut Mahlstedt, Steinborn

– Christoph Stegemann-Auhage, Renzelfelde

– Heinfried Kabbert, Bürgermeister, Gemeinde Asendorf

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