„Segnung“ für die Gemeinde

Flurbereinigung Haendorf-Essen-Brüne: Nächste Schritte stehen an

Graue - Von Vivian Krause. Drei Flurbereinigungsverfahren in der Gemeinde Asendorf laufen: Hohenmoor-Uepsen, Kampsheide-Kuhlenkamp und Brebber-Graue. Das Vierte, das den Bereich Haendorf-Essen-Brüne abdeckt, befindet sich in der Vorbereitung.

Das mögliche Flurbereinigungsverfahren umfasst Feldmarksbereiche zwischen Essen, Brüne, Haendorf und Altenfelde. Es handele sich insgesamt um 1300 Hektar. Olaf Stührmann und Joachim Delekat von der Geschäftsstelle Sulingen der Flurbereinigungsbehörde, des Amts für regionale Landesentwicklung (ArL) Leine-Weser, stellten dem Gemeinderat Asendorf bei der jüngsten Sitzung den vom Arbeitskreis erarbeiteten Entwurf vor. Der Rat stimmte anschließend einhellig dafür, sich an der Finanzierung der Kosten für die Flurbereinigung zu beteiligen. Insgesamt könnten diese bei 335.000 Euro liegen.

Die allgemeinen Ausführungskosten, unter anderem für Wegebau- und Ausgleichsmaßnahmen, sowie Kosten für Vermessungen und Entschädigungen belaufen sich auf rund 2,4 Millionen Euro. „Das ist mehr, als bei allen drei anderen Verfahren“, sagte Olaf Stührmann. Grund seien gestiegene Baupreise.

Von den 2,4 Millionen Euro übernimmt das Land 75 Prozent, also rund 1,8 Millionen Euro. Die Differenz beträgt 605.000 Euro. Diese müsste in der Gemeinde aufgebracht werden. Zum einen würden die Grundeigentümer eine Summe von 302 500 Euro tragen, des entspricht 325 Euro pro Hektar. Der Grund: Von den 1 300 Hektar werde mindestens ein Viertel der Flächen keinen Vorteil durch die Flurbereinigung haben, „da wird nichts gemacht werden“, sagte Stührmann. „Wenn man keinen Vorteil von der Flurbereinigung hat, muss man sich an den Kosten nicht beteiligen“.

Dritter könnte freiwillige Maßnahmen stemmen

Zum anderen trägt die Gemeinde ebenfalls 302.500 Euro. Außerdem könnten Kosten für freiwillige Maßnahmen zur Verbesserung der Landschaft auf die Gemeinde zukommen. Und zwar, sofern sich kein Dritter findet, der diese Maßnahmen durchführt, wie beispielsweise die Landesjägerschaft oder der Naturschutzbund.

Für freiwillige Maßnahmen sind 130.000 Euro kalkuliert, dazugeben würde das Land 97.500 Euro. Blieben 32.500 Euro. Diese Summe würde im „Worst Case“, also im schlimmsten Fall, wie Stührmann es nannte, auf die Gemeinde zukommen.

Von den Zahlen zu den geplanten Maßnahmen: Es gab acht Arbeitskreissitzungen. Die Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis sei hervorragend gelaufen. „Sie sind durch die Feldmark gefahren und haben überlegt, wo sie etwas machen können. So viel Eigeninitiative erleben wir nicht häufig“, lobte Stührmann.

Insgesamt sollen laut Vorschlag des Arbeitskreises und des ArL 18,3 Kilometer Wege erneuert werden. Davon würden 4,7 Kilometer in 3,50 Meter Breite ausgebaut. Die Wege würden also „deutlich breiter, als derzeitig vorhandene“. Das sei die maximale Breite, die in Niedersachsen derzeit gefördert werde. 7,1 Kilometer Wege würden in bituminöser Befestigung in drei Metern Breite geschaffen werden, das sei die Standardausbaubreite für landwirtschaftliche Wege, und zwei Kilometer als Betonspurbahn. 5,4 Kilometer sind in Schotter geplant. Die Kosten für diese Wegebaumaßnahmen belaufen sich auf etwa 2,1 Millionen Euro.

Wege bekommen neue Funktion

6,5 Kilometer werden nicht mehr als Wege benötigt. „Sie gehen der Gemeinde als Eigentümerin als Fläche aber nicht verloren“, sagte Stührmann. „Wir werden diese Wege insbesondere als landschaftsgestaltende Anlagen nutzen. Wir werden sie in Teilen aber auch als Fußwege nutzen.“

Es gäbe die Möglichkeit, umfangreiche Gewässerrandstreifen und Strukturverbesserungen an der Calle und am Haendorfer Bach vorzunehmen, führte Stührmann aus. „Diese Gewässer werten die Landschaft für die Naherholung auf.“ An mehreren Stellen sei die Entwicklung von Teich- oder Feuchtbiotopen vorgesehen sowie die Anlage von Gehölz-, Blüh- und Saumstreifen sowie Streuobstwiesen. Es handele sich bei diesen Maßnahmen um die bereits erwähnten freiwilligen Maßnahmen.

Darüber hinaus habe man sich über die Naherholung Gedanken gemacht. In diesem Zusammenhang wurde über einen Radweg an der Kreisstraße 140, der Vilser Straße, gesprochen. Die Flurbereinigung würde sich bemühen, diesen Radweg zu begleiten. „Wir haben gesagt, über die gesamte Strecke der K 140 sollte es bodenordnerisch möglich sein, einen Radweg auszuweisen“, sagte Stührmann. „Wenn denn der Landkreis dazu bereit ist, auf der Fläche, die wir ihm zur Verfügung stellen, einen Radweg zu ermöglichen.“

Zudem seien vier Fuß- und Radwege für möglich befunden worden. Darüber hinaus sei eine Beruhigung von Altenfelde geplant. Über die Altenfelder Straße fahre viel Verkehr, der dort eigentlich nicht hingehöre. Eine Überlegung ist, eine Ersatzwegeverbindung, also eine sogenannte Abkröpfung des Verkehrs.

Bürgermeister Heinfried Kabbert bezeichnete die Flurbereinigung als „Segnung“ und „großen Wurf für die Infrastruktur unserer Gemeinde“.

Der nächste Schritt ist laut Stührmann eine Bürgerversammlung. Dann sei die Freigabe durch das Landwirtschaftsministerium erforderlich. Anschließend könne die Anordnung des Verfahrens erfolgen - Stührmann rechnet damit im Herbst 2019 - und der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft, also der Grundeigentümer, gewählt werden. Erste Baumaßnahmen könnten im Frühjahr 2021 beginnen.

Das Landwirtschaftsministerium war laut Stührmann bereits vor Ort, hat sich Wege angeschaut und Unterlagen geprüft. Es war mit den Vorschlägen einverstanden.

Weitere Infos

Die Karte mit den Plänen wird kurzfristig auf der Webseite der Gemeinde Asendorf veröffentlicht: www.asendorf.info. Dort finden sich auch mehr Infos.

Rubriklistenbild: © dpa

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