Flüchtlingshilfe: „Lebenswege begleiten“ und Bauhof stocken ihr Personal auf

Ran an die Herkulesaufgabe

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Mediengruppe Kreiszeitung

Samtgemeinde - Wenn die Zahl der Flüchtlinge wächst, wächst auch der Bedarf an Personal, das sich um ihre Belange kümmert. Und so ist es nur logisch, dass der Bruchhausen-Vilser Verein „Lebenswege begleiten“ zum 1. Dezember eine zusätzliche Stelle schaffen will, um seinen Aufgaben gerecht werden zu können. Außerdem soll sich eine neue Bauhof-Kraft verstärkt darum kümmern, die derzeit an die 50 Asylbewerber-Unterkünfte in der Samtgemeinde zu betreuen.

„Wir wollen unsere Zusammenarbeit weiter intensivieren“, kündigte gestern Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann an. Wie berichtet, hat die Samtgemeinde dem Verein „Lebenswege begleiten“ im April die Koordinierung der Flüchtlingshilfe und die soziale Betreuung von Flüchtlingsfamilien übertragen.

Zu diesem Zeitpunkt war allerdings noch nicht abzusehen, wie stark die Anzahl der Flüchtlinge ansteigen würde. Folglich kommen die „Lebenswege“-Mitarbeiter Ingo Rahn und Gunda Manke mit ihren insgesamt 35 Wochenstunden hinten und vorne nicht mehr hin.

Verstärkung muss her – da sind sich alle Beteiligten einig. Dass sie diesen Wunsch umsetzen können, liegt auch an der Zusage des Landkreises Diepholz, den Kommunen 2016 mehr Geld für die Begleitung und Betreuung von Flüchtlingen zu zahlen. Der Betrag steigt von einem auf sechs Euro pro Einwohner. Die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen erwartet also laut Bormann 2016 etwa 100000 Euro vom Kreis, im aktuellen Jahr sind es rund 16000 Euro.

Verein will den

Flüchtlingen Jobs suchen

Um die neue Sozialarbeiter-Stelle bei „Lebenswege begleiten“ zu finanzieren, wird die Samtgemeinde ihren Zuschuss an den Verein im kommenden Jahr von 25000 auf 55000 Euro erhöhen. Zwei Einheimische hat „Lebenswege“ bereits ausgeguckt, sie sollen sich den Posten laut Vorstandsmitglied Axel Hillmann teilen. Um die restlichen Kosten zu decken, habe man Zuschüsse beim Land Niedersachsen beantragt und rechne sich gute Chancen aus. Dankbar ist Hillmann auch für die nach wie vor großzügig eingehenden Geldspenden von Firmen und Privatpersonen.

Die beiden neuen Mitarbeiter sollen indes nicht nur Rahn und Manke entlasten – der Verein will auch die Aufgabenfelder neu verteilen und seine Aktivitäten ausweiten. „Was wir bisher machen, läuft unter dem Oberbegriff ,Erstorientierung‘: Wir empfangen die ankommenden Familien“, sagt Hillmann. „Aber es muss ja weitergehen.“ „Integration“ und „Teilhabe“ seien die Aufgaben, die es anzugehen gelte. Ins selbe Horn stößt Samtgemeindebürgermeister Bormann: „Die Unterbringung ist das eine, aber was danach kommt, ist viel, viel wichtiger. Die Integration ist eine Herkulesaufgabe.“

Hillmann ergänzt: „Wir möchten Bildung und Arbeitsstellen vermitteln.“ „Lebenswege“ wolle die Fördermöglichkeiten für Kinder ausloten und helfen, Flüchtlinge in Beschäftigung zu bringen. Angedacht sei, eine Art Firmen-Netzwerk einzurichten. Erste Gespräche habe es schon gegeben, mit positiver Resonanz seitens der Betriebe.

Um genug Platz für die Mitarbeiter und auch für den Deutsch-Unterricht für Flüchtlinge zu haben, darf sich der Verein künftig in seinem Domizil Auf der Loge 17a weiter ausbreiten: „Wir vermieten ,Lebenswege begleiten‘ ab Dezember auch die komplette untere Wohnung, die ursprünglich für die Großtagespflege vorgesehen war, die jedoch nicht gut angenommen wurde“, sagt Bormann.

21000 Euro möchte die Samtgemeinde für einen neuen Mitarbeiter am Bauhof einsetzen, dessen Stundenzahl nach Angaben von Bormann noch nicht feststeht. „Die hausmeisterliche Betreuung der Wohnungen der Flüchtlinge ist bisher eine Schwäche“, sagt Ordnungsamtsleiter Volker Kammann. „Das soll sich ändern.“

In die Unterstützung der Ehrenamtlichen sollen im kommenden Jahr etwa 20000 Euro aus dem Pott des Landkreises fließen: Mittlerweile gibt es in der Samtgemeinde nach Kammanns Auskunft fast 20 Asylbegleiter und mehr als 100 Helfer. Sie bekommen die Fahrtkosten erstattet sowie eine Tagespauschale von 15 Euro als Aufwandsentschädigung.

mah

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