Flüchtlingshelfer Hans-Heinrich Meyer aus Bruchhausen-Vilsen beim Bürgerfest im Schloss Bellevue

Beeindruckt von den Worten des Bundespräsidenten

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Der Bundespräsident persönlich hatte Hans-Heinrich Meyer und seine Begleiterin ins Schloss Bellevue eingeladen.

Br.-Vilsen - „Der Berliner hat eine andere Mentalität. Er akzeptiert die Menschen so, wie sie sind“, ist Hans-Heinrich Meyer aufgefallen. Er war dieser Tage in Berlin. Weil auch er ein Mensch ist, der andere akzeptiert. Und mehr noch, sie unterstützt. Die Betreuung der Flüchtlinge in der Samtgemeinde obliegt, wie vor gut 20 Jahren schon einmal, zu einem erheblichen Anteil ihm. Für dieses ehrenamtliche Engagement hatte Bundespräsident Joachim Gauck Hans-Heinrich Meyer nach Berlin eingeladen.

Die Einladungskarte auf schwerem Papier mit goldgeprägtem Adler im Kopf erreichte den 77-Jährigen vor einiger Zeit völlig überraschend. „Ich habe lange gerätselt, wer mich dafür vorgeschlagen hat.“ Es waren diejenigen, die sich in der Samtgemeinde heute ebenfalls um Flüchtlinge kümmern und damit in die Fußstapfen von Hans-Heinrich Meyer treten.

Heute betreut er sechs Flüchtlingsfamilien. Die umfangreichen Akten und der aufwendige Schriftverkehr füllen viele Mappen. Er organisiert Arzttermine, Kindergartenplätze, Schulbesuch, Kleidung, Ausstattung, ja manchmal sogar Freizeitaktivitäten. „Wer so viel erlebt hat wie ich, wird immer wieder motiviert zu helfen.“

Erlebt hat Hans-Heinrich Meyer Elend, Not und Ungerechtigkeit. 23 Jahre lang war er Entwicklungshelfer in Afrika, später ehrenamtlicher Helfer in Erdbeben-, Kriegs- und Armutsregionen der Welt. In Bruchhausen-Vilsen hat er sich bereits 1993 um die Flüchtlinge vom Balkan gekümmert. Als im vergangenen Jahr die ersten Familien der aktuellen Flüchtlingswelle ankamen, stellte er sich als einer der ersten zur Verfügung, ihnen zur Seite zu stehen.

„Ohne das Engagement ehrenamtlicher Helfer wie Ihnen könnten Staat und Kommunen den Flüchtlingszuzug nicht bewältigen“, rief Gauck im Park von Schloss Bellevue auch Hans-Heinrich Meyer zu. „Aus der Sorge heraus erleben wir uns als fähige Menschen, die eine große Herausforderung bewältigen.“

„Seine Worte waren sehr ergreifend“, erinnert sich Hans-Heinrich Meyer gern an diese Begegnung. Zum Händeschütteln oder gemeinsamen Foto kam es zwar nicht. Doch Gauck sei von Tisch zu Tisch gegangen und habe mit einzelnen gesprochen. „Wir haben uns nett zugenickt, und das reichte mir auch“, erzählt er von einem „unvergessenen Tag“, auch deshalb, weil die Bundeskanzlerin ganz unverhofft ebenfalls zum Fest gekommen war und Sängerin Nena „auf der größten Bühne, die ich je gesehen habe“ ein Konzert gab. „Sie hat alle von den Stühlen gerissen.“

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