Oldtimertreffen mit Teilemarkt

Flanieren, feilschen und fachsimpeln unter Autofreunden

+
Beim Bummel über die Autoschau gab es viel zu sehen – unter anderem Fahrzeuge der Marke Borgward. 

Asendorf - Von Heiner Büntemeyer. Einige Mitglieder des Bremer Borgward-Clubs hatten es sich nahe der Einfahrt zur Oldtimerausstellung gemütlich gemacht. Von ihren schattigen Plätzen unter einem Baum aus konnten sie die ein- und ausfahrenden Fahrzeuge in aller Ruhe betrachten, denn zeitweise herrschte auf dem Platz am Automuseum in Asendorf Stau. „Fast ein bisschen viel Betrieb“, meinte Olaf Jordan an der Einlasskontrolle.

Schon drei Stunden nach der Eröffnung wurden mehr als 600 Besucher gezählt, die Anzahl der Gäste in den Fahrzeugen zählte niemand. Sie standen in Viererreihen nebeneinander. Dazwischen und am Rand des Platzes drängten sich die Teilehändler. Dort gab es kaum etwas, was es nicht gab. Sogar ein Schlüsseldienst hatte sich einen Standplatz gesucht – und viel zu tun.

Ein Käufer zeigte auf ein gebrauchtes Rücklicht. „Was soll das kosten?“ – „Da sind sogar Reflektoren drin; 30 Euro“, verlangte der Verkäufer. „Ich biete dir elf Euro“. – „Wenn du mir zwölf Euro gibst, kannst du das Ding mitnehmen“. So oder so ähnlich liefen gestern die Geschäfte. Nicht alle Händler waren mit dem Umsatz zufrieden. „Das Internet macht uns viel kaputt. Da kaufen die Leute jeden Schrott“, behauptete ein Teilehändler.

Beim Bummel über die Autoschau wurde viel diskutiert. An einem restaurierten „Lanz“-Traktor kritisierten Besucher, dass der Besitzer bei der Montage Edelstahlschrauben verwendet hatte. „Das ist nicht original“, hieß es. „Aber die rosten mir nicht weg wie die alten Schrauben“, entgegnete der Besitzer.

Rotenburger rettet „Alexander“

Rudi Buchholz aus Rotenburg gab ihm recht. Er hatte 1999 einen Lloyd-Alexander TS, Baujahr 1961 erworben und zeigte ein Foto vom damaligen Zustand des Fahrzeugs. „Der sollte verschrottet werden“, fügte er hinzu. Vier Jahre lang hat er an diesem kleinen Auto gebastelt und geschraubt, dann lief der „Alexander“ wieder. „Ohne neue Bleche hätte ich den nicht wieder zum Laufen gebracht“, sagte Buchholz, der beim Kauf aus drei verschiedenen Tachos wählen konnte und den nahm, der den niedrigsten Kilometerstand zeigte.

Doch nicht nur die Oldtimer, auch deren Fahrer waren im Blick der Gäste. Viele hatten große Probleme damit, ihre Autos in Nischen zu lenken, denn ihnen fehlt die vertraute Servolenkung. Andere wiederum fuhren große „Schlitten“ und wegen der ihnen nicht geläufigen Abmessungen hielten sie immer großen Abstand. Das sorgte für Unmut unter denen, die weiter kommen wollten. Dann folgten herzerfrischende Kommentare, die auch schon mal ins Gehässige abgleiten konnten, wenn die Fahrer nur unter großen Mühen aus ihren tiefer gelegten Boliden aussteigen konnten.

Waltraud Griesert kleidete sich  dem Alter ihres Fiat 500 entsprechend.

Die meisten Besucher genossen die Ausstellung einfach. Zu ihnen zählte auch Claudia Schrader, die vor ihrem Orion-Wohnmobil mit Mercedes-Unterbau aus den 60er-Jahren saß und stolz erklärte, dass sie damit gerade erst durch den TÜV gekommen ist und mit diesem Fahrzeug kürzlich einen Frankreich-Urlaub unternommen hat.

Einige Besucher hatten sich auch dem Alter ihrer Fahrzeuge entsprechend gekleidet. Zu ihnen zählte Waltraud Griesert aus Homfeld, die mit ihrem gelben Fiat 500 keine Parkprobleme kennt. Der Wagen ist nicht nur kompakt, er hat auch einen geringen Spritverbrauch. Im Gegensatz zu den mächtig langen „Vauxhall“ und „Buicks“, die nach Einschätzung von Olaf Jordan mit 20 Litern „kaum hinkommen“. Obgleich er die Ausstellung schon seit vielen Jahren mit organisiert und fast alle Fahrzeuge kennt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Das waren die zwölf erfolgreichsten Deals aus "Die Höhle der Löwen"

Das waren die zwölf erfolgreichsten Deals aus "Die Höhle der Löwen"

Trump droht im Wahlkampf mit Schließung der Grenze zu Mexiko

Trump droht im Wahlkampf mit Schließung der Grenze zu Mexiko

Trump geht von Tod Khashoggis aus und droht mit Konsequenzen

Trump geht von Tod Khashoggis aus und droht mit Konsequenzen

Sanierung an der KGS Leeste

Sanierung an der KGS Leeste

Meistgelesene Artikel

Sanierung der KGS Leeste: Ein Blick hinter die Bauzäune

Sanierung der KGS Leeste: Ein Blick hinter die Bauzäune

Trinkwasser-Verkeimung beeinträchtigt Unternehmen

Trinkwasser-Verkeimung beeinträchtigt Unternehmen

Unbekannte tauschen Schafe aus

Unbekannte tauschen Schafe aus

Der 100-jährige Kampf gegen Wohnungsnot geht weiter

Der 100-jährige Kampf gegen Wohnungsnot geht weiter

Kommentare