Firma Morgenland verlässt Oyten

Bioprodukte demnächst aus Martfeld

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Mediengruppe Kreiszeitung

Martfeld - Sieben Millionen Euro will die Firma Egesun in Martfeld investieren. Sie verlegt ihren Firmensitz von Oyten ins Gewerbegebiet „Holzmaase II“. Es befindet sich am Ortsausgang in Richtung Beppen. Egesun produziert Biofrüchte und Nüsse unter der Marke „Morgenland“. Der Baubeginn ist für den Herbst geplant und der Umzug – bei optimalen Verlauf – für Herbst 2016.

Morgenland verkauft Snacks wie Bananenchips, Pistazien oder Studentenfutter. Laut einer Pressemitteilung sind sie Marktführer für Bio-Kokosprodukte. Ihre Lebensmittel sind vegan und haben diverse Bio-Siegel, wie das Rohkost- oder Vegan-Siegel. Angebaut wird das Obst bei Vertragsbauern in der Türkei, Sri Lanka, China, Syrien oder Burkina Faso. „Wir kennen unsere Lieferanten persönlich“, sagte Prokurist Peter Hübner am Dienstag bei einem Pressetermin. Noch ist Morgenland im Industriegebiet Oyten beheimatet. Die jetzige Produktionshalle ist zu klein geworden. „Wir haben schon ein Lagerhalle angemietet“, sagte der Prokurist. Doch um den boomenden Biomarkt zu befriedigen, muss die Firma expandieren. In Oyten war dies nicht möglich. „Wir haben uns für einen kompletten Neubau entschlossen“, sagte Hübner. Bei der Suche sind er und Firmengründer Orhan Yilmaz in Martfeld hängen geblieben. Die Gemeinde konnte ihm die Fläche von vier Hektar anbieten. Bei einem Ortstermin haben Gemeindedirektor Bernd Bormann und Yilmaz den Kauf per Handschlag geschlossen. Die Verträge liegen laut Bormann vor, und müssen nur unterschrieben werden.

Weitere Gründe die für Martfeld sprachen, waren laut Hübner die ländliche Lage und die Nähe zum Luftkurort Bruchhausen-Vilsen. Das passe vom Image her ins Firmenkonzept.

Rund ein Hektar (10000 Quadratmeter) sollen bebaut werden. Lager- und Produktionshalle machen 8500 bis 9000 Quadratmeter aus. Der Rest ist für Büro und Werksverkauf eingeplant. Eine Besonderheit wird den Lkw-Fahrern geboten. Sie bekommen einen Stellplatz mit Schlafraum und Sanitäranlagen.

Bei der Vorstellung am Dienstag fragten die Verwaltungsausschuss-Mitglieder nach der Belastung durch den Lkw-Verkehr. Hübner: „Wir rechnen mit 800 pro Jahr, also ungefähr zwei bis vier am Tag.“

Transparenz war dem Morgenland-Vertreter wichtig: „Die Nachbarn können mit uns in Kontakt treten, wenn sie Fragen oder Sorgen haben.“ Neben der Produktionshalle ist ein ökologischer Garten geplant, und in der Küche kann sich die Firma vorstellen, Kochkurse mit hauseigenen Produkten anzubieten.

Den regionalen Gedanken will Morgenland vertiefen. Spargel von Biobauern soll ins Programm aufgenommen werden. Laut Hübner sind die Pläne schon so weit, dass Produzenten gesucht werden. Die Entwicklung von neuen Produkten wird in Zukunft auch in Martfeld passieren.

Der neue Standort bedeutet auch den Umzug von aktuell 40 Mitarbeitern von Oyten nach Martfeld. Für den neuen Standort Martfeld sind 50 bis 60 geplant. Sie werden dann in einer Halle arbeiten, die nach nachhaltigen Kriterien gebaut wurde. Der Bau wird als Pilotprojekt von der Technischen Universität Clausthal-Zellerfeld begleitet. So wir die Wärme der Maschinen zum Heizen genutzt. Die Natur soll so wenig wie möglich belastet werden. „Es wird kein Betonbau werden“, versprach Hübner. Bevor der erste Spatenstich gemacht werden kann, muss der Gemeinderat den Bebauungsplan ändern.

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