„Finnegan“ verwandeln ausverkauftes Robberts Huus in „Sing-along-Pub“ / Mitreißende Stücke und Gänsehaut-Balladen

Gute Stimmung hält viel länger als das Bier

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Drei Stunden lang machte „Finnegan“ Stimmung, da war es egal, dass der Veranstalter vom Andrang überrascht und das Guinness schon zur Pause alle war.

Schwarme - Von Dagmar Voss. „Das ist supertoll und genau meine Musik“, freute sich ein höchst begeisterter Johann-Dieter Oldenburg beim Konzert der Band „Finnegan“. „Vor allem war ich ja mal Dubliners-Fan, das können sie bestens. Aber auch alle anderen Stücke sind klasse.“ Sprach’s und sang und klatschte mit wie der Rest der Zuhörer. Am Samstagabend spielte das Quartett im gesteckt vollen Robberts Huus wie angekündigt „fine irish pub music“, aber außerdem auch wunderbare Balladen und Tänze. Einziger „Wermutstropfen“: Schon zur Pause war das Guinness alle, die Gastgeber hatten nicht mit einem solchen Andrang gerechnet. Letztlich tat das der Stimmung aber keinen Abbruch, erst nach drei Stunden entließ das Publikum die Musiker.

Diese „Gute-Laune-Magie“ versprühten Harald Schwarzer (Banjo, Gitarre, Flöte, Löffel), Günter Burmester (Akkordeon, Gesang, Mundharmonika), Klaus Claaßen (Gesang, Gitarre, Mandoline) und Günter Marzan (Bass, Gitarre, Gesang). Altbekannte Weisen füllten den Raum unter den historischen Balken, mitreißende Klänge entführten die Anwesenden mit Leichtigkeit auf die grünen Hügel Irlands. Versehen mit den Themen Seefahrt, Heimweh und Getränke – natürlich vorwiegend Whiskey –, schönen oder auch nicht so schönen Frauen, mit Tanzliedern und altbekannten Dubliners-Kompositionen wirbelten die vier Herren den Zuhörern temperamentvolle Akkorde in die Ohren und Blutbahnen.

Sie verwandelten Robberts Huus in einen Sing-along-Pub, es gab reichlich Stoff zum Mitsingen und Mitklatschen. So nicht nur beim „Whiskey in the jar“ oder zu wunderbaren Walzertakten in „Black velvet band“. Sie stimmten gute alte Songs an, zwischen 100 und 250 Jahre alt, daneben aber auch neuere, also erst 10 Jahre oder weniger alt.

Mit seiner herrlichen Reibeisenstimme stimmte Frontmann Claaßen viele Lieder an und hatte immer mal wieder amüsante Geschichten parat. Jetzt wissen die Konzertgäste zum Beispiel, dass das „Leave her, Johnny“ von einer Gruppe aus Cornwall stammt, „Fishermen’s friends“ genannt, und dass es im Song ausnahmsweise mal nicht um eine Frau geht, sondern um ein marodes Schiff.

Tänze aus Schottland gehörten zum Repertoire wie das Lied „Marys wedding“ oder eins, bei dem der Titel irreführend ist: „Highland Paddy“. Schließlich gehören bekanntlich die Highlands nach Schottland, der Paddy ist ein irischer Landsmann. In Song geht es um den Paddy, der von der Arbeit auf dem Hochland Schottlands zurückkommt.

Immer wieder tauchen natürlich in den irischen Songs auch die Kämpfe mit den Engländern auf, so im „Foggy Dew“ oder „The boys of the Irish brigade“.

Auch ohne seine Instrumente bewies das Quartett, dass es durchaus zu unterhalten versteht; zum Beispiel mit diversen A-capella-Liedern wie dem Shanty „South Australia“.

Nicht nur die mitreißenden, bekannten Stücke beeindruckten das Publikum. Die herrlich melancholische Ballade „Old Devil Moon“ hatte schon Gänsehautqualität.

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