„Lebenswege begleiten“ begrüßt 300 Gäste

Ein Fest nicht nur für, sondern mit den Flüchtlingen

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Tanburspieler Fadhil erfreute beim interkulturellen Frühlingsfest in Bruchhausen-Vilsen Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Die Tanbur ist ein orientalisches Instrument, eine sogenannte Langhalslaute, die Fadhil mit sechs Saiten spielt.

Br.-Vilsen - Von Horst Friedrichs. Ein Frühlingsfest machte seinem Namen alle Ehre: Bilderbuchwetter und eine Begegnung der Kulturen waren der Rahmen für ein beschwingtes Ereignis, das dem Verein „Lebenswege begleiten“ am Samstag in Bruchhausen-Vilsen insgesamt rund 300 Teilnehmer bescherte.

Das „Interkulturelle Frühlingsfest“, so die offizielle Bezeichnung, war von Einheimischen und Flüchtlingen gemeinsam organisiert worden. Zusätzlich gab es Eindrücke nordamerikanischer und südamerikanischer Kulturen, dargeboten von den „Winchester Linedancers“ aus Asendorf und der Sambagruppe „Ovos di Campo“ aus Martfeld.

Aus einer Doppelveranstaltung, zusammen mit dem Maifestival im vergangenen Jahr, wurde diesmal eine unabhängige Veranstaltung des Vereins „Lebenswege begleiten“ auf dessen Gelände an der Straße Auf der Loge. „Den Gedanken dazu entwickelten wir vor einem Vierteljahr“, sagt Hajo Köster vom Organisationsteam. „Und so ist es ein Fest nicht nur für die Flüchtlinge, sondern mit den Flüchtlingen geworden.“ Sabine Krzikalla, ebenfalls Mitglied des Teams, fügt hinzu: „Die Flüchtlinge kommen aus allen Ortsteilen unserer Samtgemeinde, und sie haben ihre eigenen Ideen zum Festablauf eingebracht.“

Leckeres Essen aus aller Welt

Neben Musik und Tanz konkretisierten sich diese Ideen vor allem auf das Essen. So bereicherten die Flüchtlinge aus Syrien, Pakistan, Afghanistan, dem Irak und auch aus Kolumbien das Frühlingsfest mit außergewöhnlichen Gaumenfreuden durch Gerichte aus ihren Heimatländern. 

Benjamin Wessolek bewerkstelligte einen Fahrdienst per Kleinbus, um die Kinder aus den verschiedenen Orten zum Festgelände zu holen, wo ihnen ein buntes Programm geboten wurde. Vieles entwickelte sich in den Vorbereitungen spontan, sowohl bei den Kindern als auch bei den Erwachsenen, berichten Hajo Köster und Sabine Krzikalla.

Zusammensitzen und Musik hören hatten sich alle Beteiligten ebenso gewünscht wie Essen, Trinken und Tanzen. Dass daraus ein gelungenes Ganzes wurde, bewirkten allein schon die guten Rahmenbedingungen. Hinzu kam die Bereitschaft aller Teilnehmer, die interkulturelle Komponente mit Leben zu erfüllen.

Seit zwei Jahren Flüchtlingsbetreuung im Angebot

Der Verein „Lebenswege begleiten“, der neben der Kinderbetreuung und einer Schüler-Fahrradwerkstatt seit zwei Jahren auch für die Flüchtlingsbetreuung in der Samtgemeinde zuständig ist, wurde bei seinem ersten eigenen Frühlingsfest von mehreren Sponsoren wirkungsvoll unterstützt.

Das frühsommerliche Wetter hielt praktisch während des gesamten Frühlingsfests an. Erst gegen Ende, als schon mit dem Aufräumen begonnen wurde, gab es ein kleines Gewitter.

„Es war eine komplett gelungene Veranstaltung“, resümiert Hajo Köster. Eine Wiederholung im nächsten Jahr sei gut vorstellbar. Bis dahin wolle das Team weiter daran arbeiten, die Flüchtlinge noch stärker in Organisationsaufgaben einzubinden und sie dementsprechend mit dem Prinzip der Ehrenamtlichkeit vertraut zu machen, das ihnen weitgehend fremd sei.

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