Feierstimmung und ein bisschen Politik

Buntes Fest auf dem Hof Arbste 7

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Ganz und gar nicht schreckhaft waren sie, sondern sehr unterhaltsam: Die Musiker der Band „Oh, Schreck blas nach“ zauberten einen stimmungsvollen Nachmittag herbei, als sie am Sonntag mit Jazz, Jazzverwandtem und Klezmerklängen beim Sommerfest auf dem Hof Arbste 7 aufwarteten.

Arbste - Von Horst Friedrichs. „Wir wollen politischer werden“, sagte Peter Henze, und er fing gleich damit an: „Die Sieben-Minuten-Intervention“ nannte er seinen Wortbeitrag in einer Musikpause. Beim Sommerfest des Vereins „Land und Kunst“, am Sonntagnachmittag auf dem Hof Arbste 7 in Asendorf, erhielt er dafür viel Beifall. Die aktuellen Themen Flüchtlingspolitik und Massentierhaltung, so Henze, sprächen eigentlich gegen Feierlaune. „Geht das Feiern in Zeiten von schwarzbrauner Stimmung im Land?“, fragte er.

Dafür, dass es ging, sorgte schwerpunktmäßig die Bremer Band „Oh, Schreck blas nach“. Im Schatten der großen Kastanie im Mittelpunkt des Hofs gruppierten sich Musiker und Zuhörer geradezu malerisch, um sich gegenseitig zu erfreuen. Die fünf Bandmitglieder leisteten ihren Beitrag mit zündenden Klängen aus Jazz- und Balkanwelten, und das Publikum spornte die Spielfreude der Bläser und Rhythmiker mit viel Beifall an.

Ob sie die „Sunny Side of the Street“ besangen oder die vieldeutige Aufforderung „Komm doch her, mein kleines Krabbeltier“ an einen imaginären Marienkäfer richteten – die fünf Musiker aus Bremen begeisterten mit ihrem Einfallsreichtum und ihrem mitreißenden Schwung. Es spielten: Manfred Kraatz (Trompete, Flügelhorn), Lutz Sanner (Posaune, Eufonium, Ukulele), Joachim Hartmann (Klarinette, Saxofon), Klaus Deutschmann (Tuba) und Helmut Schümann (Percussion und Gesang).

Wie sich ein Dachs anfühlt, konnten Besucher am Sonntag während des Sommerfests auf dem Hof Arbste 7 feststellen. Waldpädagogin Angelika Gremm (Bild) informierte Interessierte am Stand der „Waldmarie“ Vera Henze. - Fotos: Horst Friedrichs

Peter Henze erinnerte daran, dass sich die Bandmitglieder als Studenten zur Zeit der Demonstrationen gegen die Pershing-II-Raketen zusammengefunden hatten. Henze in seiner Sieben-Minuten-Intervention weiter: „50 Jahre nach 1968 sind wir einig in der Kritik an unserer Gesellschaft, in der es nur noch um Geld geht.“ Und: „Nach dem Krieg unserer Eltern haben wir nicht geglaubt, dass es wieder einmal nationalen Wahn gibt. Wir werden auftreten müssen gegen das Gestrige.“ Es brauche eine neue spirituelle Bewegung und einen neuen Aufbruch. In diesem Zusammenhang kündigte Henze an, dass die kommenden Veranstaltungen und auch das Sommerfest auf dem Hof Arbste 7 politischer werden sollen.

Rund um das musikalische Zentrum des Hoffests gruppierten sich die bekannten und beliebten Ereignisse, die das Geschehen auf Arbste 7 jedes Jahr zu einem Anziehungspunkt erster Güte machen. Zu einem kurzweiligen und zugleich abwechslungsreichen Aufenthalt luden die Programmpunkte ein.

Einen Stand unterhielten „Waldmarie“ Vera Henze und ihre Waldpädagogik-Kolleginnen Svenja Smith und Angelika Gremm. Gemeinsam boten sie dort und im angrenzenden Hofwald Informationen über den Wald und die Natur.

Den „Hofkammerladen“ hatten abermals die „Spinnenden Dorfweiber“ mit selbst gemachten Kleinigkeiten bestückt. Zur Abrundung des Nachmittags gab es wie gewohnt Kaffee und Kuchen.

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