Schlafmöglichkeit neben Schienen

„OBaMa“-Bau geht voran: Fantastische Träume

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An der Bedarfshaltestelle an der Station Bruchhausen Ost könnten Ende des Jahres wieder mehr Fahrgäste aus- und einsteigen als aktuell. Dann, wenn das Gästehaus des Ostbahnhofs – auch dank der Arbeit von (von links) Meina Fuchs, Christel Stampe und Annette Kempf – am Maidamm seine Türen öffnet.

Br.-Vilsen - Von Vivian Krause. Der Raum ist dunkel. Durch die Holzplatten vor den Fenstern fällt nur ein schmaler Lichtstreifen. Unter den Füßen knirschen Steine. Staub hängt in der Luft. „Hier gibt es dann Frühstück“, sagt Christel Stampe in die Stille hinein und lächelt – womöglich verloren in den Fantasien daran, wie der ehemalige Wartesaal des Bahnhofs Bruchhausen Ost Ende des Jahres aussehen könnte.

Denn dann sollen die Bauarbeiten im historischen Ostbahnhof-Gebäude abgeschlossen sein. Darauf hoffen zumindest die Vorstandsmitglieder Christel Stampe und Meina Fuchs sowie das neue Aufsichtsratsmitglied Annette Kempf, die sicherlich stellvertretend für die gesamte „ObaMa“-Genossenschaft („Ostbahnhof am Maidamm“) sprechen.

Nach einigen zu nehmenden Hindernissen – Zuschussanträge, Kreditverhandlungen, Ausschreibungen – kann es jetzt endlich mit den Bauarbeiten losgehen. „Nach den allerersten Planungen sollten wir jetzt schon fast fertig sein“, sagt Meina Fuchs. „Jetzt wird das erste Mal eine Baufirma tätig.“

Kostenpunkt: 400.000 Euro

Der Kostenrahmen beträgt 400.000 Euro, die bewilligten Zuschüsse liegen bei rund 70.000 Euro. Gefördert wird das Projekt „OBaMa“ von der Gemeinde, dem Landkreis und dem Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser (ArL) in Sulingen. Von der Hoya-Diepholzschen Landschaft gebe es zudem einen Zuschuss, speziell für die Erhaltung der Außenfassade.

Doch nicht nur diese soll bestehen bleiben. Der Charme des Alten findet sich nach den Planungen in allen Räumen wieder. „Vielleicht durch ein altes Möbelstück“, sagt Stampe. „Man soll erkennen, dass das Gebäude eigentlich aus dem Jahr 1900 ist.“

Der Bahnhof wurde damals mit Eröffnung der Bahnstrecke für die schmalspurige Kleinbahn Hoya-Syke-Asendorf in Betrieb genommen. Doch das ist Geschichte.

Das Gästehaus inklusive Parkplatz und Außenbereich bietet fünf Zimmer, insgesamt zehn Betten, eine Küche, eine Rezeption und einen Aufenthaltsraum. Ein Gästeraum liegt im Erdgeschoss, alle anderen eine Etage höher, mit Blick auf die Schienen. Vor der Tür hält der Kaffkieker schon jetzt – bei Bedarf.

„Dort entstehen Gemeinschaftstoiletten. Und eine Dusche“, sagt Christel Stampe über den neu errichteten Anbau, an dessen Stelle früher schon ein Fachwerkanbau stand. Schulklassen, Gruppen, Gäste eines Schlafwagens: Der Fantasie, wer den Raum nutzt, scheinen keine Grenzen gesetzt zu sein. Denn die Idee, Übernachtungen auf dem Abstellgleis anzubieten, eventuell in einem alten Schlafwaggon, ist nicht neu.

Pläne bestehen seit Januar 2015

Ein Rückblick: Die Pläne zum Umbau reichen bis Januar 2015 zurück. Es folgten etliche Arbeitseinsätze der Genossen: Putz abschlagen, Boden herausnehmen, Heizungen abbauen. Zu Beginn zählte die Genossenschaft 37 Mitglieder, jetzt sind es 72. Weitere Anteile stehen noch immer zum Verkauf – für 1 000 Euro. Auch Vereine oder Gruppen können einen Anteil kaufen.

Zuletzt kamen die Genossen Anfang Mai zur Generalversammlung zusammen. Annette Kempf ging aus dieser Sitzung als neues Aufsichtsratsmitglied heraus, weitere sind Peter Schmitz und Dittmar Kleinschmidt.

Freddy Radeke besuchte den „OBaMa“ mit seiner grünen Ente für die Serie „Panne bei ...“ der Fernsehsendung „buten un binnen“. Der genaue Sendetermin war bei Redaktionsschluss nicht bekannt. Die Sendung ist anschießend auch im Internet zu sehen.

www.historischerostbahnhof.de

www.butenunbinnen.de

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