Spende vom Tri-Team

Familie Scholz will Lottes letzte Zeit so gut wie möglich nutzen

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Peter Rösner (links) und Gesine Rösner (rechts) vom Tri-Team Schwarme übergaben Familie Scholz 22 211,28 Euro.

Schwarme - Von Mareike Hahn. Langsam klettert „Cookie“ auf dem Oberkörper von Lotte nach oben. Dann berührt der Welpe mit seiner Schnauze das Gesicht des Mädchens, das auf dem Schoß seiner Mutter liegt. Die Sechsjährige lacht laut. In Momenten wie diesem vergessen Lottes Eltern, Katrin und Michael Scholz, dass ihre Tochter todkrank ist.

Wie berichtet, leidet die junge Schwarmerin Charlotte Mira (Lotte) an Leukodystrophie. Das ist eine sehr seltene, unheilbare Stoffwechselkrankheit; in Deutschland erkranken im Schnitt jedes Jahr fünf Menschen daran. Die Erkrankung endet in der Regel tödlich. Einzig eine Stammzellen- oder Knochenmarktransplantation kann den Prozess – in manchen Fällen – stoppen.

Lotte bekam im Sommer Knochenmarkzellen transplantiert. Zunächst ging es ihr nach dem schweren Eingriff gut, dann verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand jedoch zunehmend. Inzwischen ist die Sechsjährige zum Schwerstpflegefall geworden. Ihre Ärzte gehen von einer sehr begrenzten Lebenserwartung aus.

„Es gibt kein ,Das machen wir später‘ mehr“

„Wie lange Lotte noch leben kann, das liegt im Ungewissen, aber sicher ist, es sind keine vielen Jahre mehr“, sagt Michael Scholz. „Es kann sein, dass sich ihr Zustand etwas stabilisiert – aber es kann auch ganz schnell vorbei sein.“ Der Familienvater und seine Frau wollen die verbleibende Zeit mit ihrer Tochter so gut wie möglich nutzen und es ihr möglichst schön machen. 

Vor ein paar Wochen haben sie Lotte einen großen Wunsch erfüllt: Sie bekam einen Hund. „Eigentlich sollte sie den erst mit zwölf kriegen. Aber jetzt gibt es kein ,Das machen wir später‘ mehr“, sagt Michael Scholz.

Spenden bringen 22.211 Euro

Lotte kann nicht mehr sprechen. Aber sie und „Cookie“ verstehen sich auch ohne Worte. „Cookie“ ist ein Maltipoo. Diese Rasse, eine Mischung aus Malteser und Pudel, gilt als besonders kinderlieb, anhänglich und treu.

Dass die Scholz‘ ihrer Tochter Wünsche wie diesen erfüllen können, liegt auch an einer Vielzahl von Spenden, die sie erreichen. Zuletzt bat das Tri-Team Schwarme die Bevölkerung um finanzielle Unterstützung. „Wir können nichts am Gesundheitszustand von Lotte ändern, aber vielleicht können wir unseren Beitrag dazu leisten, dass der Alltag der Familie nicht noch zusätzlich durch finanzielle Engpässe strapaziert wird“, sagte der Vorsitzende Peter Rösner, ein Freund der Familie. Der Aufruf des Sportvereins stieß auf offene Ohren: Hunderte Menschen spendeten Beträge zwischen 1,99 und 1 000 Euro. Insgesamt kamen 22.211,28 Euro zusammen.

Von der Anteilnahme beeindruckt

„Beeindruckend“ findet Michael Scholz die Summe. Auch Peter Rösner und seine Frau Gesine sind begeistert. Nicht nur von der Großzügigkeit der Spender, sondern auch von ihrer Anteilnahme. „Im Verwendungszweck standen so viele herzliche Wünsche. Und ganz viele haben gefragt, wie sie noch helfen können“, sagt Gesine Rösner.

Michael und Katrin Scholz arbeiten zurzeit nicht, um ständig für Lotte da sein zu können. Sie sind sehr dankbar für die Spenden. „Mit dem Geld können wir anschaffen, was für Lottes Pflege notwendig ist. Wir müssen nicht erst auf die Zusage der Krankenkasse warten, sondern können auch nach dem Kauf noch alles in Ruhe klären.“

Hospizbegleiterin besucht Lotte einmal die Woche

Jüngst hat die Familie einen augengesteuerten Computer angeschafft. „Lotte scheint altersgemäß alles mitzukriegen, sie kann sehen, hören und verstehen.“ Der PC soll ihr dabei helfen, sich wieder ausdrücken zu können.

Froh sind die Scholz‘ auch über die Unterstützung einer Hospizbegleiterin, die Lotte einmal die Woche besucht. Mehrere Aufenthalte in Hospizen hat die Familie hinter sich. „Die Einrichtungen sind sehr nützlich für uns, um mal loszulassen und Tipps zu bekommen“, sagt Michael Scholz.

Ihm und seiner Ehefrau ist es ein Anliegen, über Leukodystrophie zu informieren: „Wir möchten die Krankheit bekannter machen. Sie wird oft erst erkannt, wenn es zu spät ist.“ Die Scholz‘ wünschen sich, dass mehr Geld in die Forschung gesteckt wird. 

Appell zur Typisierung

Außerdem bitten sie alle Menschen, die noch nicht im Norddeutschen Knochenmark- und Stammzellspender-Register oder einer anderen Organisation wie der Deutschen Knochenmark-Spender-Datei registriert sind, sich typisieren zu lassen. 

Um dafür zu werben, ist Michael Scholz auch regelmäßig an Ständen bei Veranstaltungen anzutreffen. Denn auch wenn Lotte durch die Knochenmarktransplantation wohl nicht gerettet werden konnte – vielleicht klappt es ja bei anderen.

Eine Facebook-Gruppe informiert über Lottes Zustand und über Möglichkeiten zu helfen.

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