Familie Neziri verliert Zuhause durch Brand

Alle Hoffnungen zerstört

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Geblieben ist nur ein Trümmerhaufen: Hamid Neziri (44) vor den Resten des Hauses in Bruchhausen-Vilsen, das er für seine Familie ausgebaut hatte.

Br.-Vilsen - Von Gerrit Schröder. Hamid Neziri ringt mit der Fassung – nur schwer kann er über den Schicksalsschlag sprechen, der ihm und seiner Familie vor zwei Wochen widerfahren ist – ein herber Rückschlag für die Familie, die ohnehin von Unglück und Leid geprägt ist.

Während die Familie im Urlaub war, hat ein Feuer ihr Zuhause zerstört. Offenbar steckten Einbrecher es in Brand, um ihre Spuren zu verwischen (wir berichteten). Der 44-jährige Familienvater war zu dieser Zeit mit seiner Frau und seinen vier Kindern im Alter zwischen einem und acht Jahren in einem Feriendorf in Brandenburg im Urlaub.

Mitten in der Nacht ruft die Polizei den Mann auf dem Handy an: „Die Polizei fragte, wie viele Personen in dem Haus wohnen und wo diese seien“, erzählt Hamid Neziri. Erst als sicher ist, dass das Ehepaar und seine vier Kinder sich zusammen im Urlaub befinden, offenbart ihnen die Polizei, dass ihr Zuhause in Bruchhausen-Vilsen gerade lichterloh in Flammen steht. „Ich stand unter Schock, wir haben sofort den Urlaub unterbrochen und sind zurückgefahren.“

Zuhause erwartet die Familie nur noch ein großes Trümmerfeld. Das Feuer hatte in dem alten Haus derart gewütet, dass noch in der Brandnacht die Giebel zum Einsturz gebracht werden mussten. Fast alle Räume sind ausgebrannt, der Familie bleibt nur das, was sie im Urlaub mit hatte. Die Gemeinde hilft schnell und unbürokratisch: „Wir haben sofort reagiert und der Familie eine Erstunterkunft im Hotel organisiert“, erklärt Verwaltungs-Mitarbeiter Volker Kammann, der sich seit dem Feuer um die Familie bemüht: „Wir haben am Sonntag den Kontakt zu ihnen aufgenommen und wollten ihnen zeigen, dass sie nicht allein sind.“ Inzwischen gibt es eine Welle der Hilfsbereitschaft: „Wir konnten der Familie inzwischen eine Ferienwohnung vermitteln“, so Kammann, „Kleidung, Spielzeug und alles, was beim Brand verloren gegangen war, versuchen wir nun in kleinen Schritten zu organisieren.“

Doch Familie Neziri steht zusätzlich vor ganz anderen Problemen: Vor zwei Jahren hatte Hamid Neziri mit dem Eigentümer des Hauses eine notariell vereinbarte Mietkaufvereinbarung getroffen: Ende nächsten Jahres sollte seiner Familie nach Zahlung einer kleinen Restsumme das alte Haus überschrieben werden. Hamid Neziri ist fassungslos: „Jetzt nach diesem Brand haben wir uns mit dem Eigentümer getroffen und er hat gesagt, er habe nichts mehr an uns zu verkaufen, denn das Haus sei abgebrannt.“

Großbrand in Bruchhausen-Vilsen

Der 44-Jährige hatte seit der Unterzeichnung des Vertrages in großer Eigenleistung das Haus saniert und viel Geld investiert. Hamid Neziri musste anfangs sogar die Baufälligkeit beheben. Erst dann ließ das Bauamt es überhaupt zu, das Gebäude wieder als Wohnhaus zu nutzen. „Durch den Mietkauf fühlte sich das Haus an wie unseres und wir haben unsere ganze Mühe und unser Geld in das Haus investiert“, so Hamid Neziri, „jetzt ist alles weg“.

Und damit nicht genug: Ermittler der Kriminalpolizei fanden heraus, dass in das Haus eingebrochen worden war, anschließend wurde dort Feuer gelegt. „Man hat Angst, wenn man hört, dass es ein Einbruch mit Brandstiftung war“, erzählt auch Hamids Schwager, der versucht, die Familie zu unterstützen.

Der Familie fällt es sehr schwer, nun einen Neuanfang zu schaffen. Nicht zum ersten Mal beutelt das Schicksal die Familie: „Wir wollen gerne etwas Neues, aber zur Zeit fehlt uns die Kraft, etwas zu suchen oder zu finden,“ so Hamid Neziri, der vor neun Jahren schon eine Tragödie verkraften musste: „2006 gab es einen Unfall, und ich habe meinen zwölfjährigen Sohn verloren. Jetzt kommt noch das dazu... Es ist keine Kraft mehr da.“ Es klingt, als wenn alle Hoffnungen zerstört sind.

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Die Gemeinde Bruchhausen-Vilsen sucht dringend nach einer neuen Wohnung für die Familie. Vor allem die Kinder würden sehr unter dem Verlust ihres Zuhauses leiden. Vielleicht findet sich auch jemand mit einem alten Haus, das er der Familie überlassen mag.

Zudem richtet die örtliche Kirchengemeinde ein Spendenkonto ein. Zusammen versucht man, der Familie zu einem soliden Neustart zu verhelfen.

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