„Für Lkw zu gefährlich“

Fahrbahnabsenkung: L 330 zwischen Hoya und Bruchhausen-Vilsen voll gesperrt

Tiefes Loch in einer aufgebaggerten Straße
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Die Absackung selbst ist nur so groß wie ein Gullideckel, um die Ursache ausmachen zu können, ließ die Straßenbaubehörde die Landesstraße 330 zwischen Hoya und Bruchhausen-Vilsen kurz vor dem Ortseingang jedoch großflächig öffnen.

Br.-Vilsen/Hoya – „Das sind doch bloß 200 Meter.“ Ein Lkw-Fahrer steigt aus seiner Zugmaschine und zeigt mit ausgestrecktem Arm Richtung Ortsschild. Seinem Ziel ganz nah, bremst eine Baustelle ihn aus. Eine von vielen in und um Bruchhausen-Vilsen. Wie viele in den vergangenen Wochen, hat auch er das Schild „Durchfahrt verboten“ einige hundert Meter zurück natürlich gesehen und ohne schlechtes Gewissen ignoriert.

Der Ortskern gesperrt, das kennt er schon, aber da will er ja auch gar nicht hin. Doch um den allein geht es jetzt nicht mehr.

„Für den Schwerverkehr wäre es viel zu gefährlich, diesen Abschnitt zu befahren“, sagt Uwe Schindler, Leiter der Straßenbaubehörde in Nienburg, und hat eine weitere Vollsperrung angeordnet. Diesmal an der Landesstraße 330 von Hoya kommend kurz vor dem Ortseingang von Bruchhausen-Vilsen.

Auf Höhe der derzeit kaum als Flüsschen zu erkennenden Eyter klafft ein Loch in der Straße, bestimmt zwei Meter tief. „Die Straße dort ist abgesackt, wir müssen die Ursache herausfinden“, heißt es auf Nachfrage aus Nienburg.

In der vergangenen Woche war der Gullideckel-große Fleck auf der Fahrspur Richtung Hoya nicht mehr zu übersehen. „Man hat beim Befahren gemerkt, dass die Straße nicht eben ist“, schildert Uwe Schindler. Die kleine Senke ist verfüllt worden. Aber auch diese Konstruktion sackte weiter. Einige Tage lang führten Ampeln einspurig an der Stelle vorbei, die als Gefahrenpunkt für Laien kaum zu erkennen war.

Die Behörde jedoch war alarmiert. Seit Wochen schon bewege sich dort etwas, so Schindler. Ob der Straßenunterbau oder ein Bauwerk unter der Oberfläche die Ursache dafür sind, kläre die Behörde seit Montag ab.

Die Versackung, wie es in der Fachsprache heißt, liegt genau über einem unterirdischen Durchlass für die Eyter. Als Brücke nimmt man die Konstruktion zwar nicht war, aber man überfährt dort den Bach, der durch eine Röhre in Stahlbauweise geführt wird. Dieser „Tunnel“ ist erst wenige Jahre alt. „Sieben oder acht“, schätzt Uwe Schindler, kein Alter, um von Schäden am Bauwerk auszugehen. „Dennoch haben wir auch die Herstellerfirma dazugerufen“, sagt er.

Mit einer Einschätzung zur Ursache rechne der Behördenleiter kurzfristig. „Vielleicht ist Wasser in der Straße“, heißt eine Mutmaßung. Dann könne die Landesstraße an dieser Stelle entsprechend saniert werden. Sollte es am Durchlass liegen, müsse auch dieser saniert werden. Der Aufwand sei allerdings umso größer. „Diese Art Bauwerke sind bisher unauffällig, was Schäden angeht“, berichtet Uwe Schindler von seinen Erfahrungen.

Er sehe sich in der Verantwortung, die Ursache nach den jüngsten Absackungen gründlich zu untersuchen. Bisher habe die Behörde den Schaden als unbedenklich beschieden. Die Straße jetzt voll zu sperren, sei eine Vorsichtsmaßnahme, betont er.

Wie lange die Zufahrt zur Umgehungsstraße Alte Drift und zum Ort blockiert sein wird, konnte Uwe Schindler am Montag nicht beantworten. Das hänge von der Beurteilung des Schadens durch die verschiedenste Fachleute ab.

Die Rettungskräfte aus der Umgebung hatten am Freitag die Nachricht erhalten, die L 330 sei voraussichtlich für mindestens eine Woche gesperrt.

Von Hoya kommend wird der Verkehr bereits in Hoyerhagen auf die Sperrung in Bruchhausen-Vilsen hingewiesen. Die Sperrbake ist zwar jetzt um ein Umleitungsschild Richtung Asendorf ergänzt, Ortskundige gingen aber bisher davon aus, dass die Sperrung für die Ortsdurchfahrt auf der Langen Straße in Bruchhausen-Vilsen gilt. Wie seit Wochen gewohnt, fuhren Montag auch zahlreiche Lkw an der Absperrung vorbei, um kurz vor dem Ortseingang in Bruchhausen-Vilsen tatsächlich vor einer Vollsperrung zu stehen. Ortskundige nutzten den alten Verlauf der Landesstraße durch Broksen, um über den Marktplatz doch noch zur Umgehungsstraße und direkten Zufahrt zum Unternehmen Vilsa-Brunnen zu gelangen. Auf den Nebenstraßen rund um den Marktplatz herrschte entsprechend viel Verkehr, auch von Lkw.

Den Fahrer, der sich bis zur Absperrung vorgewagt hatte, konnten Einheimische davon abhalten, den Wirtschaftsweg entlang der Eyter als vermeintliche Abkürzung zu nehmen. Sein Navigationssystem hatte ihm diese alternative Route offenbar vorgeschlagen. Für Radfahrer wäre das sicher in Ordnung, wenn auch unnötig, denn der Radweg ist nicht von der Sperrung betroffen.

Alle anderen Verkehrsteilnehmer sollten sich an die ausgewiesene Umleitung ab Hoyerhagen Richtung Asendorf halten, um dann auf die Bundesstraße oder die Zufahrt zu Vilsa-Brunnen zu gelangen.

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