Facharbeiten von drei Gymnasiasten prämiert / Schülerin testet Barrierefreiheit

Viren bringen Artus Elias Meyer-Toms den Sieg

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Herbert Fritzsche von der Sparkasse sowie Jenny M. Döhl, Lisa Peitzmeier-Stoffregen und Reinhard Heinrichs vom Gymnasium (hinten, von links) gehörten zur Jury. Sie zeichneten die Schüler Cassandra Mysegades, Artus Elias Meyer-Toms und Birte Ostermann (vorne, von links) aus.

Br.-Vilsen - Von Max Brinkmann. Es geht um die Phagentherapie: Mit seiner naturwissenschaftlichen Arbeit zu diesem komplexen Thema hat Artus Elias Meyer-Toms einen Preis gewonnen. Die Kreissparkasse prämierte seine Facharbeit ebenso wie die von zwei weiteren Bruchhausen-Vilser Gymnasiasten. „Dieses Jahr sind alle drei Fachbereiche unter den Siegerarbeiten vertreten: Sprachen, Gesellschaftswissenschaften und Naturwissenschaften“, freute sich Schulleiter Reinhard Heinrichs bei der Preisverleihung.

Bereits zum sechsten Mal zeichnete die Kreissparkasse die drei besten Facharbeiten des letztjährigen elften Jahrgangs aus. Fünf Arbeiten waren in die Vorauswahl gekommen, die Jury – bestehend aus Reinhard Heinrichs, seiner Stellvertreterin Lisa Peitzmeier-Stoffregen, Lehrerin Jenny M. Döhl sowie Herbert Fritzsche und Linda Zabel von der Sparkasse – hatte also die Qual der Wahl.

Am Ende waren die jetzigen Zwölftklässler Artus Elias Meyer-Toms, Birte Ostermann und Cassandra Mysegades die Sieger. „Neben den verschiedenen Fachgebieten der Arbeiten ist bei den Gewinnern auch eine regionale Vielfältigkeit geboten“, sagte Heinrichs. Artus Elias wohnt in Schwarme, Birte in Bruchhausen-Vilsen, und Cassandra kommt aus Asendorf.

Als „hoch anspruchsvoll“ bezeichnete Herbert Fritzsche, Leiter der Vilser Geschäftsstelle der Sparkasse, die Arbeit des 17-jährigen Artus Elias. Er hat sich mit der Phagentherapie befasst. In Georgien wird diese seit 80 Jahren zur Behandlung von Krankheiten wie Grippe genutzt. Phagen sind Viren, die Bakterien angreifen. Der Schüler beschäftigte sich mit der Frage, ob diese Therapie eine echte Alternative zur Antibiotika-Gabe darstellen könnte. Das Ergebnis: „Es ist zu schwierig, die Therapie zu nutzen, da eine Phage immer nur auf ein Bakterium spezialisiert ist.“ Peitzmeier-Stoffregen sagte, Artus Elias habe die vielen Fachbegriffe in seiner Arbeit verständlich erklärt. „Der Leser hat auf jeden Fall einen Mehrwert.“ Der Schwarmer gewann mit seiner Facharbeit den ersten Platz und somit 300 Euro.

„Ich empfand Freude und Faszination, diese Arbeit gelesen zu haben“, zeigte sich Heinrichs begeistert von Birte Ostermanns Werk. Sie schaute sich unter dem Titel „Ist Hans wirklich im Glück?“ die beiden Märchen „Hans im Glück“ und „Sterntaler“ genauer an und verglich sie sowie die darin enthaltenen Wertvorstellungen miteinander. Dabei fiel ihr auf, dass bis heute zum Glück oft dazu gehört, sich von Besitz lossagen zu können, um anderen eine Existenzgrundlage zu geben. Heinrichs bezeichnete die 18-Jährige als eine „sehr gute Schülerin“. Sie habe die Arbeit ohne einen einzigen sprachlichen Fehler vorgelegt. Birtes Belohnung: 200 Euro Preisgeld und der zweite Platz.

Auch die Ausarbeitung von Cassandra Mysegades kam gut an. „Sie hat ein wichtiges Thema angesprochen und gut recherchiert“, sagte Döhl. Für ihre Recherche zur „Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer in Bruchhausen-Vilsen“ fuhr die Gymnasiastin im Rollstuhl durch den Ortskern und testete, wie die Menschen auf sie reagierten und wo sie Schwierigkeiten hatte, sich fortzubewegen. „Manchmal bekam ich Hilfe angeboten, manchmal nicht“, sagte Cassandra. Sie kam zu dem Ergebnis, dass Barrierefreiheit vorhanden, aber durchaus ausbaufähig ist. „Die Arbeit hat auch einen Nutzen für die Gemeinde“, sagte Linda Zabel, während sie der 18-Jährigen 100 Euro für den dritten Platz überreichte.

„Wenn ihr studieren werdet, schreibt ihr mehrere solche Texte“, sagte Heinrichs und lobte: „Die Probe habt ihr sozusagen schon bestanden.“

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