Expertin spricht über Essen für Kindergartenkinder / Diskussion über Bio-Siegel

Ein gesundes Frühstück ist wichtig für jedes Kind

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Im Kindergarten Dorfmäuse in Uenzen hielt Rula Grau (Dritte von links) vor einigen Erzieherinnen und Eltern einen Vortrag über gesunde Ernährung für Kinder.

Uenzen - Von Heiner Büntemeyer. „Ich bin ein absoluter Bio-Fan“, bekannte die Ernährungsberaterin und Kinderkrankenschwester Rula Grau zu Beginn ihres Vortrags über gesunde Ernährung für Kinder im Kindergarten Dorfmäuse in Uenzen. Die Eltern einiger Kindergartenkinder hatten die Referentin dorthin eingeladen. Diese brachte Dinkel-Vollkornbrot, biologisch einwandfreie Brotaufstriche, Möhren und Äpfel sowie verschiedene Süßungsmittel zum Probieren mit.

Zunächst ging es am Dienstagabend um den Begriff „Bio“, denn „Bio ist nicht gleich Bio“, sagte Grau. Es gebe unterschiedliche Standards für diesen Qualitätsbegriff. Wegen seiner „strengen Strukturen“ und seiner „scharfen Kontrollen“ bezeichnete sie den Demeter-Verband als die „Königsklasse“. „Aber ich gehe davon aus, dass alles, was ein Bio-Siegel trägt, in Ordnung ist“, erklärte Grau.

Nicht alle Zuhörer wollten das so gelten lassen. Sie bezweifelten, dass beispielsweise Bio-Trauben aus Chile einwandfrei „Bio“ seien, wenn sie selbst nach einem langen Transport und einigen Tagen im Obstkorb noch immer einen frischen Eindruck machen, während im eigenen Garten geerntete Weintrauben schon nach wenigen Tagen schrumpeln.

Manche der etwa 20 Anwesenden bezweifelten, dass im Ausland erzeugte Bio-Ware den deutschen Bio-Standards entspreche. Außerdem kritisierten sie die negative CO2-Bilanz durch lange Transporte. Auch für konventionell arbeitende Landwirte seien die Auflagen und Kontrollen so hoch, dass sie nur einwandfreie Produkte ernten würden, sagten die Bio-Skeptiker. „Regional und saisonal“ sei daher die bessere Alternative.

Verunsicherten Eltern gab Grau den Rat, die Etiketten der Nahrungsmittel zu lesen, denn im Bio-Bereich müssten alle Inhaltsstoffe deklariert werden.

Sie warnte zudem vor Zucker in Kindernahrung. Für weißen Zucker sei der menschliche Organismus nicht angelegt, besonders ungesund sei er naturgemäß für Kinder. Stattdessen sollten Speisen mit Honig gesüßt werden. Auch Stevia sei eine gute Alternative. Dieser Süßstoff, der selbst für Diabetiker geeignet ist, wird aus Honigkraut gewonnen und ist seit 2011 als Lebensmittelzusatzstoff „E960“ in der Europäischen Union zugelassen.

Kinder benötigen regelmäßig ein gesundes, vollwertiges Frühstück, machte die Referentin unmissverständlich klar. „Morgens ist ihr Energiespender leer“, erklärte sie. Er müsse mit Obst, Milch, Saft, Vollkornbrot und ähnlichen gesunden Nahrungsmitteln aufgefüllt werden. Grau riet den Eltern, das morgendliche Müsli gemeinsam mit ihrem Nachwuchs zu mixen. Das fördere die Bereitschaft des Kinds, dieses Müsli auch zu essen. Am besten seien täglich fünf Portionen gesundes Essen, wobei sie eine Portion als die Menge bezeichnete, die das Kind in die Hand nehmen kann.

Aus Erfahrung wisse sie, dass viele Kinder ihr erstes Frühstück leider erst im Kindergarten oder in der Schule einnehmen. Das bestätigten die anwesenden Eltern und Erzieherinnen.

Kindergarten-Leiterin Martina Benjes dankte der engagierten Referentin. Sie bedauerte indes, dass diejenigen Eltern, für die der Vortrag besonders wichtig gewesen wäre, an diesem Abend nicht anwesend waren.

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