Infoabend am 18. September geplant

Diskussionen erwartet: Martfeld informiert über „Event Center“

Das „Event Center“ in Martfeld. - Archivfoto: Andree Wächter
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Das „Event Center“ in Martfeld.

Martfeld - Von Mareike Hahn. Das „Event Center“ in Martfeld spaltet die Bevölkerung. Den einen war die Veranstaltungshalle für bis zu 600 Gäste von vornherein ein Dorn im Auge, die anderen verstehen die Aufregung bis heute nicht. Und so ist zu vermuten, dass es am Dienstag, 18. September, heiß hergehen wird. Dann veranstaltet die Gemeinde Martfeld um 19 Uhr einen Infoabend rund ums „Event Center“ im Gasthaus Dunekack in Kleinenborstel (Kleinenborstel 7). Alle Bürger sind willkommen.

„Es geht um eine Bestandsaufnahme“, sagt Gemeindedirektor Bernd Bormann. Wie sieht die rechtliche Situation aus – was ist im „Event Center“ erlaubt, was nicht? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Abends. Zu Gast ist Stephan Maaß, Fachbereichsleiter Planen und Bauen beim Landkreis Diepholz. Er stellt die Lage dar und erklärt, in welchem Rahmen derzeit Veranstaltungen in dem Gebäude an der Fresenstraße stattfinden dürfen. Dann beantwortet Maaß Fragen, bevor die Anwesenden in eine Diskussion zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des „Event Centers“ einsteigen können. Dabei soll es auch darum gehen, ob und wie die Situation von Inhaber Devran Kurt und/oder den Anwohnern, die sich teilweise gestört fühlen, verbessert werden kann.

Für Kurt war der Erwerb des Hauses alles andere als ein Glücksgriff. Er kaufte die ehemalige Lagerhalle 2011 für 500.000 Euro, um daraus ein „Event Center“ zu machen. Der Schwerpunkt sollte auf türkischen Hochzeitsfeiern liegen. Das Bauamt des Kreises reagierte zunächst wohlwollend auf die Pläne und erteilte einen Bauvorentscheid. Kurt sanierte das Gebäude daraufhin; nach eigenen Angaben zahlte er für Kauf und Renovierung zusammen rund eine Million Euro.

Doch im Herbst 2012 revidierte der Landkreis seine Einstufung des „Event Centers“ als Versammlungsstätte. Stattdessen handele es sich um eine Vergnügungsstätte. Im Gewerbegebiet „Am Funkturm“, wo das „Event Center“ steht, ist die Nutzung einer Vergnügungsstätte laut Bebauungsplan (B-Plan) jedoch nicht zulässig. Anstelle der erwarteten Baugenehmigung bekam Kurt die Nachricht, dass der Bauvorentscheid zurückgezogen sei.

B-Plan-Änderung 2012 abgelehnt

Der Gemeinderat Martfeld, der für den B-Plan zuständig ist, nahm dem Immobilienbesitzer im Dezember 2012 seine letzte Hoffnung: Das Gremium lehnte eine Änderung des B-Plans ab und verhinderte so endgültig den Betrieb der Halle. Seitdem steht das „Event Center“ weitgehend leer, Kurt darf im Jahr nur bis zu vier Sondergenehmigungen für Veranstaltungen beim Kreis beantragen. Ob der Rat inzwischen darüber nachdenkt, den B-Plan doch zugunsten von Devran Kurt zu überarbeiten, dürfte am Dienstagabend Thema sein.

Um einen Ausgleich für das Geld zu erhalten, das er in das Gebäude gesteckt hatte, forderte der Käufer im Jahr 2015 vom Landkreis 800.000 Euro Schadenersatz. Doch das Verwaltungsgericht in Hannover machte dem Kläger wenig Hoffnungen. „Bauliche Änderungen darf man ohne Baugenehmigung nicht vornehmen, der Bauvorentscheid berechtigt dazu nicht“, erläuterte Gerichtssprecher Burkhard Lange damals. Schließlich einigten sich Kurt und der Versicherer des Kreises auf einen Vergleich: Der Investor bekam nach Angaben von Stephan Maaß 25. 000 Euro.

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