„Eule“-Verein wertet standesamtliche Trauungen in Robberts Huus weiter auf

Hochzeitsglocken läuten die Ehe ein

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Liselotte Kunkel, Heike Dormann, Johann-Dieter Oldenburg, Gerda Oldenburg und Hermann Schröder (von links) werben für die Hochzeitsglockenaktion. Daher hängten sie bereits einen Klangkörper in den Birnenbaum auf dem Gelände von Robberts Huus.

Schwarme - Von Anne Schmidtke. Mit Glockengeläut können Verliebte jetzt ihre Hochzeit in Robberts Huus in Schwarme besiegeln. Paare, die möchten, können ab sofort nach der standesamtlichen Trauung Klangkörper in den Birnenbaum hängen, der auf dem Grundstück des Kulturzentrums steht.

Die Idee dazu kam einigen Mitgliedern des Heimat-, Umwelt- und Kulturvereins „Eule“ während einer Lettland-Reise. Sie besichtigten das Schloss Birini. Auf dem herrschaftlichen Anwesen steht eine Eiche, in der Paare Glocken gehängt haben. „In Lettland erzählt man sich, dass das Ehepaar besonderes Glück erlebt, wenn der Wind weht und die Glocken läuten“, erklärt „Eule“-Vorsitzender Hermann Schröder mit einem Schmunzeln.

Da die Mitreisenden Liselotte Kunkel und Heike Dormann die Aktion sehr schön fanden, riefen sie diese auch in Schwarme ins Leben. Paare, die in Robberts Huus heiraten wollen, können während des Traugesprächs entscheiden, ob sie zwei miteinander vereinte Glocken aufhängen möchten. Heike Dormann bietet zwei Varianten zur Auswahl an – Glocken in Herzform und in klassischer Ausführung. Wer möchte, kann aber auch seine eigenen mitbringen.

Die ersten zwei Verliebten, die an der Aktion teilnehmen, heiraten am 16. Januar und lassen auf die Klangkörper ihre Namen und ihr Hochzeitsdatum gravieren, berichtet Dormann. Die Glocken sind mit einem Band verbunden. Somit können sie mithilfe eines sogenannten Geffels – ein historisches Arbeitsgerät, das einst beim Räuchern von Wurst und Schinken zum Einsatz kam – kontrolliert auf die Äste des Birnenbaums gehängt werden. „Es ist nur wichtig, dass die Glocken nicht zu groß werden“, sagt Schwarmes Bürgermeister Johann-Dieter Oldenburg. Er und seine Ehefrau Gerda wollen an ihrem Hochzeitstag zwei kleine Klangkörper im Birnenbaum aufhängen. Die beiden gaben sich am 20. Mai 2000 im Schwarmer Kulturzentrum das Ja-Wort.

„Alle Eheleute, die hier vermählt wurden, haben ab sofort an ihrem Hochzeitstag die Möglichkeit, Glocken aufzuhängen“, berichtet Dormann. Sie müssten sich nur bei ihr melden (Telefon 04258/983576). Seit Anfang 2000 können sich Verliebte in Robberts Huus trauen lassen. Etwa 80 Verliebte nahmen das Angebot bisher wahr.

„Viele heiraten nicht mehr in der Kirche, finden die Zeremonie in einem Gotteshaus aber schön“, weiß Hermann Schröder. Der Gang auf das Amt sei nüchtern betrachtet nämlich nur ein Rechtsakt. Die Hochzeitsglockenaktion werte die standesamtliche Trauung somit auf.

Ein weiteres Highlight bei Eheschließungen in Robberts Huus ist der Einsatz des Hochzeitsbechers. Laut einem Märchen wollte ein Silberschmiedgeselle die schöne Tochter seines Meisters heiraten. Der war damit nicht einverstanden, sagte seinem Angestellten aber zu, dass er seine Tochter heiraten dürfe, wenn er es schaffe, einen Becher zu schmieden, aus dem beide gleichzeitig trinken können, berichtet Liselotte Kunkel. Der Geselle habe dies geschafft.

Der Brauch, Frischvermählte gemeinsam aus einem Becher trinken zu lassen, wird in Schwarme fortgeführt.

www.robberts-huus.de

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