„Etran Finatawa“ bringt afrikanisches Flair nach Martfeld

Ungewohnt gut

Ein ungewohntes Bild bot sich in der Fehsenfeldschen Mühle: Die Musiker der Band „Etran Finatawa“ trugen traditionelle Gewänder und nutzten afrikanische Instrumente, zum Beispiel Kalebassen (ausgehöhlte Kürbisse).
+
Ein ungewohntes Bild bot sich in der Fehsenfeldschen Mühle: Die Musiker der Band „Etran Finatawa“ trugen traditionelle Gewänder und nutzten afrikanische Instrumente, zum Beispiel Kalebassen (ausgehöhlte Kürbisse).

Martfeld - Von Dagmar Voss. Ungewöhnliche Klänge und Gesang der besonderen Art füllten kürzlich die Fehsenfeldsche Mühle in Martfeld. Die afrikanische Gruppe „Etran Finatawa“ – zu Deutsch „Sterne der Tradition“ – brachte Lieder zu Gehör, die vielen Mitteleuropäern sicherlich exotisch vorkamen. Die fünf Musiker beschrieben das Leben als Nomaden in Niger mit Trommeln und mit Kalebassen, von denen eine in einer mit Wasser gefüllten Schale schwamm. Nur der Bandleader Alhousseini Anivolla nutzte ein gewohntes Instrument: eine E-Gitarre.

Schon das Äußere der fünf Männer, ihre traditionellen Gewänder, ihre für Wüstenaufenthalte geeignete Kleidung, ließen vor dem inneren Auge Kamele, trockene Sanddünen und Salzwiesen erscheinen.

Die Band „Etran Finatawa“ machte im Rahmen ihrer Europatournee einen Zwischenstopp in Martfeld. Die Mitglieder brachten den Zuhörern die Sahelzone nahe, die weite Wüste, den Wind und die Veränderungen des Lebens, aber auch Liebe und Frieden, Kinderspiele und witzige Abenteuer. Dass das Publikum überhaupt etwas von den Texten verstehen konnte, verdankte es Sandra van Edig, der Mitbegründerin der Band, die elf Jahre in Niger gelebt hat und die Erklärungen der Musiker übersetzte. Anivolla sang in seiner Muttersprache Tamashek.

Stolz berichtete van Edig, dass in dieser Band zwei verschiedene Kulturen zueinander gefunden haben: die Tuareg und die Wodaabe. Die Nigerianer bewiesen, dass man sich auch über ethnische Grenzen hinweg für kulturelle Vielfalt einsetzen kann. Sie sangen über die Schönheit des Lebens und forderten die Anwesenden zum Mitklatschen und Mitsingen auf. Mit eingängigen Rhythmen und hypnotisierenden Gesängen zogen sie ihre Zuhörer in den Bann. Da blieb niemand still auf seinem Platz, da bewegten sich Köpfe und Schultern, Hände und Füße im Rhythmus mit.

Das hingebungsvolle Spiel hatte teilweise Ohrwurm-Qualität und ließ den Alltag vergessen. „Anajibo“ konnte jeder leicht mitsingen. Da ging es um einen Hirten, der hinter seiner Kuh herläuft. Denn zur Gebetszeit hat ein praktizierender Moslem das Problem, dass er nicht beten und gleichzeitig auf seine Kühe aufpassen kann.

Nach dem Konzert gab es noch reichlich Erklärungen, nicht nur zur Gitarre, deren sechste Saite anders gestimmt ist, als bei uns üblich, sondern auch zu den traditionellen Instrumenten wie den Kalebassen und der Schelle am Fußgelenk. Die Männer erklärten zudem, dass sie ihre Kleidung selbst in monatelanger Arbeit bestickt hatten. Und sie verrieten, dass bei den klassischen Feiern in Niger die Männer zu Schönheitskonkurrenzen antreten. Es war spannend und aufschlussreich, das Konzert mit den Kulturbotschaftern aus der Wüste.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

EM-Drama in Kopenhagen: Dänen-Star Eriksen kollabiert

EM-Drama in Kopenhagen: Dänen-Star Eriksen kollabiert

Fußball-EM mit Show vor Italien-Türkei eröffnet

Fußball-EM mit Show vor Italien-Türkei eröffnet

Löw-Stars vor EM: Kroos-Warnung und Sorgen um Hofmann

Löw-Stars vor EM: Kroos-Warnung und Sorgen um Hofmann

Skispringen: Der Kader der deutschen Herren für die Saison 2021/22

Skispringen: Der Kader der deutschen Herren für die Saison 2021/22

Meistgelesene Artikel

Zwei Leichtverletzte nach Verkehrsunfall auf der Sulinger Straße in Diepholz

Zwei Leichtverletzte nach Verkehrsunfall auf der Sulinger Straße in Diepholz

Zwei Leichtverletzte nach Verkehrsunfall auf der Sulinger Straße in Diepholz
Gewerkschafter besuchen Spargelhof Thiermann

Gewerkschafter besuchen Spargelhof Thiermann

Gewerkschafter besuchen Spargelhof Thiermann
Wiehe-Bad: Lache hat mit Einbruch nichts zu tun, folgenschwere Verschmutzung fürs Auge kaum erkennbar

Wiehe-Bad: Lache hat mit Einbruch nichts zu tun, folgenschwere Verschmutzung fürs Auge kaum erkennbar

Wiehe-Bad: Lache hat mit Einbruch nichts zu tun, folgenschwere Verschmutzung fürs Auge kaum erkennbar

Kommentare