Erster Schritt: Dacherneuerung im nächsten Jahr / Innen-Umbau für 2017 geplant

Sanierung des 78er-Trakts kostet 5,6 Millionen Euro

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Der 78er-Trakt.

Br.-Vilsen - Von Mareike Hahn. Der 78er-Trakt im Schulzentrum Bruchhausen-Vilsen soll im nächsten Jahr ein neues Dach bekommen. Für 2017 sind Umbauarbeiten im Gebäude sowie die Instandsetzung des sogenannten E-Bereichs im Obergeschoss geplant, der in besonders schlechtem Zustand ist. Und die Fassadensanierung steht 2018 auf der Agenda. Für diese Vorgehensweise sprach sich der Schulausschuss der Samtgemeinde am Donnerstagabend einmütig aus. Heiko Jahn vom Architekturbüro KMS aus Walsrode rechnet mit Gesamtkosten in Höhe von etwa 5,6 Millionen Euro.

Dass der marode, 1978 errichtete Gebäudetrakt ausgebessert werden muss, steht schon seit Jahren fest. Neben der energetischen Sanierung von Fassaden, Fenstern und Dächern soll dabei mehr Platz für Gymnasium und Oberschule geschaffen werden. Die Schulen, die den Trakt gemeinsam nutzen, gehen davon aus, künftig unter anderem weitere Unterrichts- und Fachräume sowie mehr Fläche in den Lehrerzimmern, einen neuen Aufzug und ein neues barrierefreies WC zu benötigen. Grund sind unter anderem strukturelle Veränderungen, zum Beispiel die Einrichtung der Ganztagsschule, die Inklusion und die Umstellung aufs Abitur nach 13 statt 12 Jahren.

Die Planungen begannen 2013, im Juni 2015 stellte Jahn dem Ausschuss verschiedene Varianten vor. Schnell war klar: Ein Neubau ist zu teuer. Die Politiker tendierten dazu, das bestehende Gebäude ohne Anbauten zu sanieren und umzustrukturieren. Eben diese Variante hat Jahn zwischenzeitlich mithilfe von Fachplanern weiter ausgearbeitet – das Ergebnis stellte er während der Sitzung am Donnerstag im Rathaus vor.

Politik und Verwaltung halten es für sinnvoll, die Arbeiten Schritt für Schritt anzugehen. Zunächst, im kommenden Jahr, ist das Dach über dem Erd- und dem Obergeschoss an der Reihe. Kostenpunkt: etwa 725000 Euro. „Der Haushaltsplan 2016 wurde verwaltungsseitig schon aufgestellt, wir wissen, dass wir die Sanierung des Dachs bezahlen können“, sagte Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann. Bevor die weiteren Maßnahmen umgesetzt werden könnten, brauche man indes Zeit, um Zuschüsse zu generieren und die Finanzierung zu klären: „Die Förderprogramme, die eventuell greifen könnten, sind noch nicht verabschiedet, und unsere Verhandlungen mit dem Land laufen noch.“ Ausschussvorsitzender Wolfgang Griese (CDU) stimmte zu: „Daran, bestimmte Abschnitte zeitlich zu strecken, führt kein Weg vorbei. Die Finanzen spielen eine entscheidende Rolle.“

Nach dem Willen des Schulausschusses sollen sich Arbeiter 2017 das Innere des 78er-Trakts vornehmen. Dabei soll unter anderem der Verwaltungsbereich komplett umgebaut sowie durch das Versetzen von mehreren Wänden die Zahl der Räume erhöht werden. Einige Schüler müssen dann nach Jahns Worten eine Zeit lang in Container umziehen. 180000 Euro hat er für die „Provisorien“ vorgesehen – ob dieser Betrag reicht, ist allerdings fraglich. „Container sind wegen der vielen Flüchtlinge momentan sehr stark nachgefragt, man muss sehen, wie sich das entwickelt“, sagte der Diplom-Ingenieur.

„Vor Kommunalwahl

Planung sicher haben“

Hinsichtlich der für 2018 anberaumten Arbeiten an den Fassaden schlug Jahn ein „sehr robustes“ Verblendsteinmauerwerk am Sockel sowie ein Wärmedämmverbundsystem ähnlich wie am Neubau der Oberschule vor. „Wir wollen das Gestaltungsprinzip fortführen“, erklärte er. Die Fassaden sollten mit dem Dach verbunden werden, um eine lückenlose Dämmung zu erreichen.

Um die Maßnahmen in und am Gebäude zeitlich versetzt vornehmen zu können, wolle man die Stahlstützen am Gebäude erhalten. „Dann sind die Fenster die einzige Verbindung von innen nach außen, ansonsten können wir uns die Fassaden unabhängig von den Wänden im Trakt vornehmen“, erklärte der Experte.

Grünen-Politiker Walter Kreideweiß, selbst Architekt, mahnte zur Vorsicht: „Das Geld für Mobilbauten ist nicht da. Es gibt einiges, was man absprechen und ausgleichen kann. Man kann sich beispielsweise darauf verständigen, Lärm verursachende Maßnahmen nur nachmittags durchzuführen.“ Außerdem gelte es, die verschiedenen Möglichkeiten in Sachen Brandschutz zu prüfen. Auf die Details zu achten, riet den Politikern auch der Bürger Gerhard Stelter. Er forderte Jahn unter anderem auf, die Unterhaltungskosten etwa für das Dämmsystem zu nennen.

Sicherlich gebe es noch „Kostenstellschrauben“, räumte der Ingenieur ein. Bis zu 164000 Euro könne man durch anderes Material bei der Fassadensanierung, durch den Verzicht auf Waschbecken in den Unterrichtsräumen sowie durch den Erhalt der Brüstungskanäle, der Heizkörper und der Alarmanlage sparen.

Christdemokratin Gerda Ravens wollte wissen, wie lange man nach der dreijährigen Sanierung Ruhe haben werde. Jahns Antwort: „Sie müssen davon ausgehen, dass immer nach 40 Jahren mit einer Grundsanierung zu rechnen ist.“

Bernd Bormann wünschte sich ein klares Signal vom Ausschuss, um die Ausschreibungsunterlagen für die Dacherneuerung schon jetzt zusammenstellen zu können. „Gleich nachdem der Haushalt im Februar beschlossen ist, wollen wir mit der Ausschreibung auf den Markt.“ Und dann soll es Schlag auf Schlag weitergehen: „Wir als Verwaltung möchten vor der Kommunalwahl im nächsten Jahr auch die Planung für 2017 sicher haben.“

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